Mario Lehr erringt Doppelsieg mit Luft- und Sportgewehr

Die Hessenmeisterschaften der Sportschützen sind für die meisten Aktiven der Höhepunkt der Saison. Über Vereins-, Kreis- und Gaumeisterschaften kämpfen jährlich viele Tausend Schützen um die begehrten Startplätze im Landesleistungszentrum Frankfurt oder einem der anderen Austragungsorte dieser Meisterschaft. Mit seinem Doppelsieg sorgte der Rödgener Schütze Mario Lehr am Wochenende für den Höhepunkt aus heimischer Sicht.

(aku) Im Erwachsenenbereich hatten über 200 Starter aus dem Gau Vogelsberg die Berechtigung für mehr als 350 Starts in den unterschiedlichen Disziplinen errungen.

Die großen Teilnehmerfelder in den unterschiedlichen Wettkampfklassen der Luftgewehrschützen wurden von Schützen aus dem Gau Vogelsberg beherrscht. In der stärksten Klasse, der Schützenklasse, landete Mario Lehr von der SGi Homberg einen sicheren Start-Ziel-Sieg. Mit hervorragenden 594 Ringen hatte er sich einen Vier-Ringe-Vorsprung herausgeschossen. Im Finale der besten Acht kam er auf 101,0 Ringe. Als Zweiter konnte Andre Weigel vom SV Erdbach den Vorsprung im Finale nur um zwei Zehntel verringern. Zusammen mit seinen Regionalliga-Teamkollegen Jan Niklas Kasperski (384) und Oliver Schmidt (376) kam Mario Lehr für die SGi Homberg auf 1154 Ringe. Als Mannschaftssechste fehlten Homberg nur drei Ringe, um auf das Treppchen zu kommen.

In der Seniorenklasse A war Hans-Joachim Velt vom SV Schröck mit 376 Ringen derweil nicht zu schlagen. Ab Platz zwei wurde es dann sehr eng. Mit nur einem Ring Rückstand auf den Vizemeister Norbert Koch (371) aus Sandershausen wurde Manfred Schreiner (370) aus Freienseen Sechster. Auch in der Seniorenklasse B holte sich ein Schütze aus dem Gau Vogelsberg den Titel. Horst Simon war für den SV Ruppertenrod am Start und gewann mit 365 Ringen überlegen. Sein Vereinskollege Heinz Deubel kam auf gute 359 Ringe, musste sich aber mit dem undankbaren vierten Platz begnügen.

Mario Lehr war indes nicht nur mit dem Luftgewehr der Beste der diesjährigen Hessenmeisterschaft, er holte sich auch den begehrten Titel im Dreistellungskampf mit dem Sportgewehr. Für den SV Rödgen am Start, war er bereits im Liegendanschlag mit 194 Ringen unter den Besten. Sein stärkster Konkurrent, Sascha Pflaum aus Eisemroth, war in dieser Anschlagsart klar der bessere mit 199 Ringen. Seine überragende Form im Stehendanschlag, die ihm bereits mit dem Luftgewehr den Titel gebracht hatte, spielte Mario Lehr nun eindrucksvoll aus. Hervorragende 188 Ringe brachten ihn mit zwei Ringen in Führung. Diesen Vorsprung verteidigte der Rödgener mit 186 im Kniendanschlag zu einer Gesamtleistung von 568 Ringen.

Oliver Schmidt erkämpfte sich mit guten 560 Ringen den achten Platz in einem starken 50er-Feld. Mit 550 Ringen belegte Tobias Becker vom SC Kleinlinden Platz 23. In der Mannschaftswertung kam das Rödgener Trio auf 1660 Ringe. Drei Ringe hinter Großenhausen reichte dies zu Platz vier der besten hessischen Sportgewehr-Teams.

In der Disziplin KK-Gewehr stehend 100 m war der Kampf um den Titel eine ganz enge Sache. Der Abstand zwischen Platz eins und Platz vierzehn betrug gerade einmal drei Ringe. Die drei auf dem Treppchen hatten jeweils 291 Ringe getroffen und den Regeln entsprechend wurde Andre Weigel (Quotshausen) Hessenmeister, denn er hatte zum Ende des Wettkampfes die besseren Zehnerserien. Hinter den drei Führenden wurde Mario Lehr mit 290 Ringen Vierter. Für Oliver Schmidt reichten 288 Ringe zu einem guten 14. Platz.

Auch die Gewehr-Damen schlugen sich mehr als achtbar. Den Mannschaftstitel mit dem Luftgewehr holten Elena Rohn, Michelle Horst und Kirsti Rieckhoff mit zwölf Ringen Vorsprung (1184) nach Homberg. Alle drei Schützinnen waren auch im Einzel im Finale der besten Acht. Hessenmeisterin Tatjana Poseiner war mir 399 Ringen in der Qualifikation und 103,5 Ringen im Finale die überlegene Schützin. Doch nicht nur die neue Hessenmeisterin zeigte sich in Bestform. Auch Elena Rohn traf herausragende 396 Ringe. Ihren Ein-Ringe-Vorsprung verteidigte sie auch im Finale mit 102,1 Ringen vor der letzjährigen Hessenmeisterin Karin Schade (395+102,7) vom SV Meckbach. Bereits auf Platz vier landete mit Michelle Horst (394+103,3) eine weitere Hombergerin. Hinter Katrin Dickert (393+102,3) aus Wallenrod, die im Finale drei Plätze gut gemacht hatte, und Sina Gönner aus Großenhausen (394+101,1) wurde Kirsti Rieckhoff (394+100,9) Siebte. Welch hervorragenden Wettkampf die Damen ablieferten, zeigt auch die Tatsache, dass die Leistungen aller sieben Erstplatzierten zwischen zwei und fast zehn Ringen über der letztjährigen Bestleistung lagen.

Mit dem Sportgewehr ging das Team aus Michelle Horst (571), Elena Rohn (564) und Kirsti Rieckhoff (560) für den SV Mengshausen an den Start. Auch mit diesem Sportgerät waren die drei nicht zu schlagen. In der Mannschaftswertung trafen sie 1695 Ringe. Platz zwei mit 1669 Ringen ging an den SV Wallenrod mit Katrin Dickert (563), Marina Fölsing (558) und Tanja Klaus (548). In der Einzelwertung hatte nach der Qualifikation noch Ursula Tillner (572+91,2=663,2) vom SV Leihgestern geführt. Sie musste jedoch die beiden ehemaligen Weltmeisterinnen Karin Schade (569+96,7=665,7) und Michelle Horst (571+92,5= 663,5) im Finale noch vorbei lassen und wurde Dritte.

Auch in der Damen-Altersklasse ging der Titel des Mannschaftshessenmeisters in den Gau Vogelsberg. Die Gießener Damen Gisela Nauheimer-Krüger (523, 5.), Angela Rauch (521, 6.) und Hildegard Löw (510, 12.) waren in diesem Jahr Hessens Beste.

Auch im Wettbewerb 60-Schuss-liegend waren Elena Rohn (588, 2.), Kirsti Rieckhoff (585, 3.) und Michelle Horst (568, 31.) als Team (1741) nicht zu schlagen. Für den SV Hauswurz (Neuhof) holten die drei ihren dritten Hessenmeister-Titel. Die Damen aus Wallenrod (1735) kamen knapp dahinter auf Platz zwei.

Wachsender Beliebtheit erfreut sich bei den Senioren die Disziplin Luftgewehr-Auflage. Mehr als 400 Schützen und Schützinnen waren in den drei Klassen am Start. In der Seniorenklasse C war Hans Fischer aus Rödgen mit 298 Ringen auf Platz fünf der beste Schütze aus dem Gau. In der Seniorinnenklasse C war indes Lieselotte Nauheimer vom SV Gießen mit 283 Ringen auf Platz sechs die beste heimische Schützin.

Weitere Medaillengewinner: Kerstin Nöcker aus Merlau sicherte sich mit dem Zimmerstutzen und 264 Ringen den dritten Platz in dieser Disziplin. Dritte Plätze gab es auch für Dieter Paul (Ettingshausen) bei den Luftpistolen-Altersschützen und Rene Höfling (Dutenhofen) mit der 2,53Kaliber-Pistole. Mit dem Revoler (Kaliber 2,55) erreichte Höfling mit 483 Ringen sogar Rang zwei. Und da aller guten Dinge drei sind, schaffte es der Dutenhofener, sich mit der Pistole (2,59 Kaliber) bei 482 Ringen den Hessenmeistertitel zu sichern.

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