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Maria Giebl holt sich den Sieg. (Foto: privat)

Maria Giebl und Philipp Merhof top

Erst vor drei Jahren wurde die Pole-Sport-Abteilung der TSG Blau-Gold Gießen gegründet und umfasst inzwischen über 400 Teilnehmer. Nach dem großen Erfolg der nationalen und internationalen Meisterschaften im letzten Jahr in der Kongresshalle hatte einige Sportlerinnen der Ehrgeiz gepackt, ebenfalls in Wettbewerben anzutreten.

Der Verein trug dem Rechnung, richtete gesonderte Leistungsgruppen ein und veranstaltete Workshops mit Gasttrainern.

Eine offene Europameisterschaft in Win-deck bei Siegen war eine willkommene Gelegenheit, den Leistungsstand vor den deutschen Meisterschaften im September in Gießen zu testen. Sieben junge Frauen und ein Mann meldeten zu dem Turnier im Sauerland.

Unterstützt von den Haupttrainerinnen Adina Fetter und Dorá Szöke sowie dem Vorsitzenden Bernhard Zirkler, starteten die TSG-Akteure in den Kategorien "Intermediate", "Advanced" und "Elite", den drei höchsten Leistungsklassen im Pole-Sport. Ein Wertungsgericht von fünf Profis bewertete die Teilnehmer nach den Gebieten Technik, Schwierigkeitsgrad, Artistik und Darstellung.

Schon bei der Vorstellung der 27 Teilnehmerinnen im Intermediate-Wettbewerb war klar, dass die Gießener es mit Sportlerinnen zu tun hatten, die schon eine längere Erfahrung in dieser Sportart vorweisen konnten und keinesfalls Anfänger waren. Vier bis fünf Minuten dauert ein Vortrag an einer beweglichen, rotierenden Stange (Spinning Pole) und einer festen Stange (Static Pole), wobei auch die tänzerischen Übergänge eine Rolle bei der Bewertung spielen.

Die Verantwortlichen der TSG waren überrascht von der Unbeschwertheit, mit der ihre Akteure in den Wettkampf gingen. Zwar machte sich die fehlende Routine zum Teil bemerkbar, doch die technischen Elemente in Figuren wie "Chopper", "Blade" und "Drama Queen" klappten einwandfrei. Besonders die Eleganz in den tänzerischen Übergängen beeindruckte die Jury. Hier zeigten sich deutlich die Vorteile, dass die Trainerinnen auch eine Tanz- und nicht nur eine Akrobatik-Ausbildung vorweisen können.

Monique Biehl freute sich über Platz 17 im Mittelfeld. Die Überraschung und die Freude waren jedoch riesig, als Marie Giebl zum Finale aufgerufen wurde. Die Elemente klappten alle bei ihr, die in den vergangenen Wochen viel an ihrer Sicherheit und Ausstrahlung gearbeitet hatte, während bei ihren Gegnerinnen doch einige Unsicherheiten zu verzeichnen waren. Die Spannung löste sich erst bei der Siegerehrung – und der Jubel war beim Gießener Lager groß, als die favorisierte Ungarin Rita Szalontai als Dritte und die Krefelderin Thaisa Sardoux Klasen als Vizemeisterin aufgerufen wurden. Die Sensation war perfekt: Maria Giebl hatte mit klarem Punktabstand zu ihren Konkurrentinnen gewonnen und konnte den Siegerpokal in Empfang nehmen.

Auch in der zweithöchsten Kategorie, mit höheren Anforderungen an das Figurenmaterial, machten die Gießener eine gute Figur. Von 24 Teilnehmerinnen erreichten Sarah Knuplez und Celina Nagelschmidt die Plätze 19 und 20 in der "Advanced"-Gruppe. Für den Finaldurchgang in dem starken Teilnehmerfeld qualifizierten sich Joanna Lin und Magdalena Tüpke, die mit ihren Plätzen neun und sieben bei ihrem ersten Turnier in dieser Klasse sehr zufrieden waren.

Inzwischen ist der Pole-Sport auch in Gießen keine weibliche Domäne mehr. Zehn junge Männer haben den anspruchsvollen Sport für sich entdeckt, und der neue Trainer der TSG stellte sich dem Wettkampf der fünf männlichen Teilnehmer in Windeck. Philipp Merhof ist erst in diesem Jahr aus Frankfurt zu den Gießenern gekommen und mischt die Männerszene in dem Sport regelrecht auf. Zwei Stunden täglich trainiert der ehrgeizige Sportler – und er erstaunte Wertungsrichter und Zuschauer mit athletischen Übungen wie der "Fahne", bei der sich der Sportler mit den Händen an der Stange hält und der Körper waagrecht zur Seite geht. Einen Vizeweltmeistertitel hatte Philipp Merhof schon im letzten Jahr errungen und der überlegene Sieg vor seinem polnischen Konkurrenten Roman Konanschuk stand nie im Zweifel.

Eine gelungene Vorbereitung auf die Meisterschaften in Gießen für die Blau-Gold-Akteure. Am 10. und 11. September werden die "TAF German Masters National und International" dieser boomenden Sportart in der Kongresshalle ausgetragen. Die Weltspitze des Pole-Sports trifft sich in der Universitätsstadt und die Aktiven der TSG Blau-Gold sind dabei.

Informationen und Karten sind über www.tanz-giessen.de oder bei Bernhard Zirkler (Tel. 0641-71818) zu erhalten. (bf)

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