Ruder-Triumph

Marc Weber erneut deutscher U23-Meister

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Ruderer Marc Weber vom RC Hassia hat seinen Vorjahreserfolg wiederholt und darf sich erneut U23-Meister im Einer nennen. Im Finale in Köln trumpfte er auf der zweiten Streckenhälfte auf.

Starker Wind machte den Ruderern in Köln am Wochenende das Leben schwer. Pünktlich zum Sommeranfang schlug das Wetter um und sorgte für Wellen und Schaumkronen auf dem sonst so ruhigen Fühlinger See. Doch von diesen Widrigkeiten ließen sich die schnellsten Nachwuchsruderer Deutschlands nicht aufhalten – schon gar nicht Marc Weber vom RC Hassia. Bereits im Vorlauf zu den deutschen Jahrgangsmeisterschaften stellte er seine Stärke auf der zweiten Streckenhälfte unter Beweis und qualifizierte sich direkt für das Finale im U23-Einer. Auch da sollte er siegen.

Mit einem explosiven Start legte sein stärkster Konkurrent, der Hamburger Henrik Runge, vor und ruderte sich früh einen Vorsprung heraus. Doch Weber ließ das unbeeindruckt. Schlag um Schlag kämpfte sich der Gießener heran. Bereits vor der Streckenhälfte hatte er seinen Gegner überholt. Mit hoher Schlagfrequenz trieb er seinen Einer durch die Wellen. 500 Meter vor dem Ziel hatte der Hassianer bereits über eine Bootslänge Vorsprung. Trotzdem hielt er auf den letzten Metern das Tempo hoch. Mit knapp fünf Sekunden Vorsprung sichert sich der Gießener das zweite Mal in Folge die Meisterschaft im Einer.

"Ich war lange nicht mehr so aufgeregt, wie vor diesem Rennen", gab Weber zu. Doch offenbar ließ er sich nicht aus der Ruhe bringen. "Mit dem Start konnte ich das komplett abschütteln." Mit der Medaille hat Weber auch den Platz im U23-WM-Kader sicher.

Auch Cornelius Becker (Gießener RG) fuhr im Junioren-Vierer der Leichtgewichte in die Medaillenränge. Die Renngemeinschaft aus Gießen, Würzburg, Hanau und Nürtingen konnte sich mit einem Sieg im Vorlauf direkt für das A-Finale qualifizieren: Fünf der sechs Boote lagen zur Streckenhälfte weniger Meter auseinander. Während sich München leicht absetzte, entbrannte dahinter ein Kampf. 500 Meter vor dem Ziel lag das Boot mit Gießener Beteiligung noch an vierter Position. "Wir sind am Start nicht gut weggekommen und mussten uns wieder heranarbeiten", erinnert sich der Gießener. Doch dann drehte die Mannschaft um Becker im Endspurt auf. Schlag um Schlag schoben sie ihren Bugball an zwei Booten vorbei. Mit knapp zwei Sekunden Rückstand auf München sicherten sich Becker und Co. Silber.

"Ich hatte gar nicht realisiert, dass wir Silber geholt hatten. Erst als der Sprecher unsere Namen nannte, war mir das klar", bilanzierte Becker.

Ein Erfolg, den er im "leichten" Achter gerne wiederholt hätte. Nachdem die Renngemeinschaft um Becker im Vorlauf als zweite über die Ziellinie gekommen war, qualifizierte sie sich im Hoffnungslauf für das A-Finale. Doch nach dem kräftezehrenden Finale im Vierer war die Mannschaft dem Endspurt ihrer Gegner nicht mehr gewachsen und so mussten sie sich mit dem fünften Platz begnügen.

Knapp als HRV-Schlagmann

Ebenfalls in zwei Bootsgattungen ging Christian Knapp (RC Hassia) an den Start. Seinen ersten Auftritt bei einer DM bestritt der Hassianer als Schlagmann des Achters des Hessischen Ruderverbands. Im Vorlauf erreichte man nur Platz drei. Im Hoffnungslauf drehten Knapp und seine Kameraden auf. Vom Ziel weg führten sie das Feld an und ließen sich die Führung nicht nehmen. Das wollten sie im Finale wiederholen. Mit einem starken Start blieben sie bis zur Hälfte in der Führungsgruppe. Doch das hohe Tempo konnten die Hessen nicht halten. 500 Meter vor dem Ziel mussten sie sich vom Kampf um Edelmetall verabschieden und kamen als Fünfter ins Ziel.

Auch für Frederick Wiesner (Gießener RG) war es der erste DM-Start. Nach dem dritten Platz im Vorlauf musste er in den Hoffnungslauf. Rund 1000 Meter konnte er sich in einem Führungstrio halten. Doch dem kräftigen Endspurt seiner Gegner hatte er nichts entgegenzusetzen. Mit dem dritten Platz verfehlte er die Qualifikation für ein Finale.

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