Malu als Young-Ersatz

Die Gießen 46ers haben – mal wieder – turbulente Tage hinter sich. Die Trennung von Rickey Young am Mittwoch hat natürlich ihre Spuren hinterlassen. Doch schon am Donnerstag konnte der Ersatz bekannt gegeben werden: der 20-Jährige Jonathan Malu wechselt an die Lahn.

Der zwei Meter große Forward war bis gestern bei den Eisbären Bremerhaven in der BBL unter Vertrag, spielte zuvor in den Jugendmannschaften der Eisbären, der Telekom Baskets Bonn und der Köln 99ers. Zudem lief er für die Jugendnationalmannschaften des DBB auf. "Ich freue mich riesig auf die neue sportliche Herausforderung in Gießen", so der Neu-46er.

Myles Hesson bleibt indes das Sorgenkind Nummer eins: Der britische Nationalspieler plagt sich immer noch mit seiner Schulterverletzung herum, die ihn wohl weiterhin zum Zuschauen zwingen wird. Wucherer plante am Donnerstagvormittag ohne seinen Allrounder, der im Training in den Rivers Barracks mit Pudelmütze auf dem Kopf saß und die Wurfübungen seiner Teamkameraden beobachtete. Hesson selbst hat die Hoffnung aber noch nicht ganz aufgegeben, dass er am Samstag um 20 Uhr in der Osthalle beim für die Playoffs wegweisenden Heimspiel gegen den BV Chemnitz 99 (wie Gießen 22 Punkte) auflaufen wird.

"Ich bin guter Dinge, dass es irgendwie klappen wird", sagte der 23-Jährige, der am Mittwochabend im Übungsprozess erstmals beim Drei-gegen-Drei mitmachte, dort aber mit angezogener Handbremse agierte und sich daraufhin am Donnerstag wieder schonen musste. "Die Schulter hat reagiert", erklärte Wucherer das Verweilen von Hesson auf der Tribüne.

Trotz der jüngsten Niederlage gegen Pro-A-Spitzenreiter BG Göttingen ist die Stimmung beim Tabellenfünften Team gut. "Jeder weiß, was er gegen Göttingen falsch gemacht hat", konstatierte Wucherer, der seine Truppe mit einer speziellen Sache auf Chemnitz vorbereitet hat: "Wir haben uns noch einmal das dritte Viertel aus dem Hinspiel angeschaut, in dem sie uns den Zahn gezogen haben." Das gaben die 46ers mit 16:33 ab, was letztlich zur 82:93-Niederlage führte. Entscheidend war in diesen zehn Minuten, dass die Sachsener Härte ins Spiel brachten, die die Gießener nicht zu beantworten wussten. "Wir müssen die Physis annehmen", fordert Wucherer deshalb von seinen Mannen und fügt an: "Da wird sich zeigen, ob wir aus der Niederlage gegen Göttingen unsere Lehren gezogen haben.

" Für Wucherer ist Chemnitz diesbezüglich der "perfekte Gegner", der für seine kompromisslose Gangart bekannt ist. Aber auch dafür, dass er in der Defensive mit wechselnden Verteidigungen versucht, den Kontrahenten nicht in den Rhythmus kommen zu lassen.

46ers-Kapitän Joshiko Saibou erinnerte sich ebenfalls an die Hinpartie in Chemnitz: "Das war erst unser zweites Spiel, und die Chemnitzer waren sehr aggressiv." Für ihn ist es wichtig, "dass wir dagegengehalten". Zudem kommt auf den Führungsspieler eine spezielle Aufgabe zu: Der 23-jährige Guard wird sich den Amerikaner Eric James Palm zur Brust nehmen - mit 18,1 Punkte im Schnitt der zweitbeste Schütze im Team von Trainer Felix Schreier. Brandon Robinson indes ist noch ein Tick gefährlicher: Der 1,98-m-Allrounder erzielt 19,4 Punkte pro Spiel und ist dazu der effektivste Spieler der Chemnitzer. "Sie haben besonders auf den Ausländerpositionen eine hohe Qualität", so Wucherer, der fordert, Robinson und Palm irgendwie aus dem Spiel zu nehmen. Und unter den Körben verrichtet Brecher Donald Lawson sein Werk, der 2,08-m-Bulle schnappt sich im Schnitt 10,8 Rebounds.

Unterdessen erhält Wucherer im Training Hilfe von einem in Gießen Altbekannten: Steven Key, ehemaliger Coach der 46ers, unterstützt lose und unentgeldlich die Mannschaften bei den Übungseinheiten. "Wir standen immer mal wieder in Kontakt, zuletzt fiel ihm aber zu Hause die Decke auf den Kopf. Da habe ich ihn herzlich eingeladen, vorbeizuschauen, wenn er Lust hat", erklärt Wucherer. Der 46-Jährige wird allerdings nicht offiziell zum Trainerteam dazustoßen, denn Ende Januar kommt mit Craig Gilchrist ein neuer Sportlicher Berater, der die Funktion von Liam Flynn übernehmen wird. "Craig ist langjähriger Kapitän der südafrikanischen Nationalmannschaft und ein guter Freund von mir, der uns hier helfen möchte", so Wucherer weiter.

Beim Neujahrsempfang am Donnerstagabend beim Mercedes-Autohaus Neils&Kraft in Gießen verkündete Geschäftsführer Heiko Schelberg die Vertragsverlängerung mit Benjamin Lischka bis 2015. Darüber hinaus ist die im vergangenen Herbst angestoßene Aktion "46 für 46" von Erfolg gekrönt. Wie Uwe Hess, der Geschäftsführer der Baufirma depant, den 230 Gästen hocherfreut mitteilen konnte, kann die Gründung der neuen Gesellschaft in der kommenden Woche vorgenommen werden.

Seit Donnerstag nachmittag stehen die notwendigen 21 Gesellschafter bereit, die Gießen 46ers in eine neue Zukunft zu führen.

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