Mainzlarer Erfolg im "Strafwurf-Festival"

Nach der Schlusssirene tanzten und hüpften sie im Kreis, als hätten sie soeben die Playoff-Qualifikation geschafft: Die Mainzlarer Zweitliga-Handballerinnen genossen das Glück, das ihnen die Woche zuvor gefehlt hatte. So erschien der hart erkämpfte 29:28 (18:16)-Sieg bei TuS Metzingen als ausgleichende Gerechtigkeit für die knappe 26:27-Niederlage gegen den TV Nellingen.

"Die Mannschaft hat sich in letzter Zeit gesteigert", sagte Trainer Dr. Gerlach. Entscheidend war die Nervenstärke, als sein Team nach einem 19:21-Rückstand (37.) noch einmal die Wende schaffte. Ab dem 27:27 (56.) warfen Gerlachs Schützlinge die entscheidenden Tore: Zunächst bezwang Matilda Atanasoska TuS-Torhüterin Silvia Mann-Kundt per Siebenmeter zum 28:27 (58.), zudem war der TVM nun zwei Minuten in Überzahl, weil Metzingens Spielmacherin Patricia Stefani eine Zeitstrafe kassiert hatte.

Das nutzte Linkshänderin Laura Schmitt, die neben Nina Hess beste TVM-Spielerin, zum Siegtreffer 89 Sekunden vor Schluss. Metzingen scheiterte dann durch Rückraumspielerin Annika Schmid zunächst am Gebälk, ehe dieselbe Akteurin 21 Sekunden vor dem Ende den 28:29-Anschluss herstellte. Die Mainzlarerinnen ließen bei eigenem Ballbesitz aber nichts mehr anbrennen und brachten den Sieg über die Zeit.

"Das Spiel hätte genauso gut gegen uns ausgehen können", atmete Wirbelwind Nina Hess nach der Partie auf. Das Spiel zweier Mannschaften, die beide mit einer 6:0-Deckung operierten, war für die 320 Zuschauer in der Öschhalle wenig attraktiv, woran das kleinlich leitende Schiedsrichtergespann Stefan Klaes/Thilo Moser (Saarbrücken) maßgeblichen Anteil hatten. Die Referees pfiffen sofort Siebenmeter, sobald nur eine Verteidigerin einen Fußbreit im Kreis stand. Das hatte zur Folge, dass insgesamt 20 (!) Strafwürfe verhängt wurden - neun für Metzingen und elf für Mainzlar -, was hüben wie drüben nur Kopfschütteln hervorrief.

Mainzlar zeigte das effektivere Spiel über den Kreis. Vor allem Hess und Schmitt setzten mit viel Übersicht immer wieder die Slowakin Martina Halasova und Rechtsaußen Karoline Müller ein, die zahlreiche Strafwürfe herausholten.

Von Beginn an lag zunächst das Gerlach-Team vorne. Über 7:3 (12.), 10:8 (20.) und 18:12 (26.) schien der TVM einem sicheren Sieg entgegenzustreben, ehe die Konzentration nachließ und Metzingen nun Tor um Tor aufholte. Hess: "Da haben wir verpennt, den Sack zuzumachen." Gerlach analysierte: "In dieser Phase waren wir zu großzügig, zu locker und haben zu viel risiert."

Als aber seine Mannschaft sich dann in der Abwehr seitlich besser bewegte und Metzingen so den Raum nahm, wendete sich das Blatt. Da lagen die Gäste zwar inzwischen mit 19:21 zurück. Doch in der Folgezeit, in der Gerlach mit Desiree Euler und Ann-Cathrin Giegerich auch zwei Youngster einsetzte, fand Mainzlar zu alter Stärke zurück. Und durfte am Ende jubeln.

TuS Metzingen: Mann-Kundt, Frey; Wilhelm (1), Kubasta (2), Stefani (1), Haas (1), Duschner, Rott (14/8), Savanyu (1), Schmidt (7), Schmidt (1), Stonawski.

TV 05 Mainzlar: Gainskyte, Giengerich; Latakaite, Müller (4), Andrijana Atanasoska (2), Tuschen, Matilda Atanasoska (1/1), Deuster, Hess (9/7), Bepler (1). Halasova (6), Wagner, Euler, Schmitt (6).

Im Stenogramm / SR: Klaes/Moser (Saarbrücken) - Z.: 320 - Zeitstr.: 12:10 Min. (Kubasta 2x2, Stefani, Haas, Savanyu, Schmid - Halasova 2x2, Latakaite, Bepler, Schmitt) - Siebenmeter: 9/7:11/8 - Beste Spielerinnen: Rott, Schmid - Hess, Schmitt. Frank Pleyer

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