TV Mainzlar zieht Frauenmannschaft aus 2. Handball-Liga zurück

(ra) Während Trainer Dr. Jürgen Gerlach am Mittwochabend noch mit dem Mannschaftsrat zusammensaß und den weiteren Rundenverlauf besprach, haben die Verantwortlichen des Klubs die Reißleine gezogen: Der TV 05 Mainzlar zieht mit sofortiger Wirkung seine Mannschaft vom Spielbetrieb der 2. Handball-Bundesliga Süd der Frauen zurück. Berndt Dugall (Staufenberg), der Chef der Handball-Bundesliga-Vereinigung der Frauen, wurde von den GmbH-Verantwortlichen von dieser Entscheidung in Kenntnis gesetzt

(ra) Während Trainer Dr. Jürgen Gerlach am Mittwochabend noch mit dem Mannschaftsrat zusammensaß und den weiteren Rundenverlauf besprach, haben die Verantwortlichen des Klubs die Reißleine gezogen: Der TV 05 Mainzlar zieht mit sofortiger Wirkung seine Mannschaft vom Spielbetrieb der 2. Handball-Bundesliga Süd der Frauen zurück. Berndt Dugall (Staufenberg), der Chef der Handball-Bundesliga-Vereinigung der Frauen, wurde von den GmbH-Verantwortlichen von dieser Entscheidung in Kenntnis gesetzt

Dugall benachrichtigte per E-Mail umgehend die Vereine der Frauen-Bundesliga: "Hiermit setze ich sie darüber in Kenntnis, dass der TV Mainzlar soeben mit sofortiger Wirkung seine Mannschaft von dem Spielbetrieb der BL2 Süd zurückgezogen hat. Ich habe bereits die Absetzung des Spiels am kommenden Samstag in Zwickau veranlasst. Die spielleitende Stelle wird in den nächsten Tagen die Mannschaft aus der Wertung nehmen und die amtliche Tabelle entsprechend korrigieren. Über die weiteren Konsequenzen werden wir alsbald informieren."

Damit zogen die TVM-Verantwortlichen in Abwesenheit und ohne Kenntnis ihres Cheftrainers die Konsequenz aus den Turbulenzen der letzten Wochen und Monate, die am Montag ihren vorläufigen Höhepunkt in der Kündigung von drei weiteren Zweitliga-Spielerinnen (Vilma Gainskyte, Athina Vasileiadou, Agne Zukauskaite) gefunden hatten. Der Abgang von bis dato acht Spielerinnen während der laufenden Saison, der Ausstieg von Co-Trainer Eckhard Weber und Spekulationen über eine enorme finanzielle Schieflage der Handball-GmbH hatten direkt nach dem Jahreswechsel für Schlagzeilen gesorgt. Nach Informationen dieser Zeitung hatte sich am Mittwoch morgen mit Svenja Spriestersbach die neunte TVM-Kraft abgemeldet; für den heutigen Donnerstag hatte Jennifer Fithian als zehnte Spielerin beabsichtigt, ihren Vertrag zu kündigen.

Damit endet eine über 20-jährige Erfolgsgeschichte Mainzlarer Erst- und Zweitliga-Handballs mit dem Gewinn des DHB-Pokals 2001 als größtem Triumph in der Klubhistorie. In Anbetracht der deutlichen Parallelen zum Niedergang des früheren Europapokalsiegers TV Lützellinden dürften die Geschehnisse der jüngeren Vergangenheit in der nahen Zukunft auch wieder Anwälte und Gerichte beschäftigen.

Am Samstag noch hatte Trainer Dr. Gerlach, der bis zuletzt erklärte, weder Vertragsverhandlungen geführt zu haben noch finanzielle Details zu kennen, darüber philosophiert, über eine Fusion TV 05 Mainzlar/VfB 1900 Gießen mittelfristig eine Rückkehr in die 1. Liga anzustreben. Durch den Mainzlarer Rückzug, der sowohl eine Konventionalstrafe als auch Regressforderungen der Ligavereine nach sich ziehen wird, ist Dr. Gerlach dieser Möglichkeit beraubt. Außerdem gibt es Äußerungen von Spielerinnen, dass Dr. Gerlach sehr wohl an Vertragsgesprächen beteiligt gewesen sein soll.

Fakt am gestrigen Mittwochabend, 22.30 Uhr: Der Mainzlarer Rückzug, die Absetzung der Partie am kommenden Samstag bei Sachsen Zwickau - und damit wohl auch das Ende der Zusammenarbeit mit Trainer Dr. Jürgen Gerlach.

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