Mainzlar holt Punkt in Zwickau

Das Warten hat sich gelohnt. Am Donnerstag flatterte die Arbeitserlaubnis von Martina Halasova auf den Schreibtisch von Horst Münch. Der Geschäftsführer des Handball-Zweitligisten TV 05 Mainzlar konnte grünes Licht für einen Einsatz im Spiel beim BSV Sachsen Zwickau geben. Ein Glück, denn die 32-jährige Kreisläuferin fügte sich gleich prächtig ein und sorgte mit elf Treffern und einem wenig zimperlichen Spiel in der Deckungsarbeit dafür, dass die Mittelhessinnen in der Sporthalle Zwickau-Neuplanitz beim 30:30 (15:14) einen wichtigen Punkt ergatterten.

Doch an der Konstanz müssen die Schützlinge von Dr. Jürgen Gerlach noch immer arbeiten. In Zwickau stand sich der Gast immer wieder selbst im Weg. "Meine Mannschaft hat die Anfangsphase verschlafen und sich zunächst nicht auf den Gegner eingestellt", ärgerte sich der Trainer. Die flinke japanische Außenflitzerin Emi Uchibayashi markierte in der zwölften Minute nach einem Gegenstoß das 7:1 (!) der Zwickauerinnen. Mainzlar wurde auf dem falschen Fuß erwischt. "Ich musste früh eine Auszeit nehmen. Danach lief es bei uns auch wieder besser. Wir haben spät ins Spiel gefunden", sagte Dr. Gerlach, der kurz nach besagtem Treffer sein Team beruhigte.

Doch es dauerte noch zwölf kräftezehrende Minuten, ehe Mainzlar den Ausgleich bejubeln durfte. Karoline Müller war maßgeblich an der starken TVM-Phase und Aufholjagd beteiligt und verdiente sich ihren Treffer zum 11:11 (25.) redlich. Teammanager Mario Schrödel war entsprechend begeistert: "Karoline hat in der Vorbereitung gut gearbeitet und ist derzeit sehr gut drauf. Insgesamt hat die Mannschaft eine ordentliche Leistung geboten." Müller gehört zweifelsohne zu den Spielerinnen, die ein bisschen Anlaufzeit brauchten, um sich in Mainzlar zurechtzufinden. "Jetzt startet sie richtig durch", meint Schrödel.

Keine Vorglühphase benötigte dagegen Martina Halasova. Der Neuzugang von den Rhein-Main Bienen schlüpfte bereits bei ihrem ersten Auftritt in die Chefrolle. Zunächst drosch die Kreisläuferin kurz vor der Pause die Kugel zum 14:14 in die Maschen, ehe kurz darauf Ruta Latakaite gar die Halbzeitführung besorgte. In der Schlussphase war es dann Halasova zu verdanken, dass der so wichtige Punkt auf der Habenseite verbucht werden konnte. In einer packenden und aufregenden Endphase markierte die Kreisläuferin die letzten vier (!) TVM-Treffer. 38 Sekunden vor der Schlusssirene bewies die slowakische Nationalspielerin Nerven und traf vom Siebenmeterpunkt zum 30:30-Endstand.

Zuvor waren es die Zwickauerinnen gewesen, die drauf und dran waren, die Partie für sich zu entscheiden. Carolin Unger sorgte drei Minuten vor dem Ende für eine Führung mit zwei Treffern für den widererstarkten BSV, der zuletzt Ketsch deutlich in die Schranken wies.

"Wir haben uns den Punkt verdient, weil wir einige guten Phasen in unserem Spiel hatten. Nachdem wir unsere Führung zu Beginn der zweiten Halbzeit ausbauen konnten, haben die Schiedsrichter etwas nachgeholfen. Wir hatten in diesem Zeitraum einige unverständliche Zeitstrafen", ärgerte sich Dr. Gerlach über die Phase nach dem 21:16 von Halasova in der 37. Minute.

Der TVM schnupperte am dritten Pflichtspielsieg im Jahr 2010 - auch weil Torwarttalent Ann-Cathrin Giegerich ihre gute Leistung aus dem Bietigheim-Spiel bestätigen konnte. "Zunächst hat Vilma Gainskyte angefangen. Das war nicht so gut. Ann-Cathrin hat dann wieder stark gehalten. Am Ende hat Vilma dann wieder gespielt und stark gehalten", verteilte Gerlach Lob an seine beiden Torsteherinnen. Und natürlich an Halasova. Gerlach: "Das war ein sehr starker Einstand. Martina hat das sehr gut gelöst."

Nach dem Punkt in Sachsen sind die Zwickauerinnen erst einmal auf Distanz gehalten. Doch der Trainer will mehr: "Wenn wir nächste Woche gegen Allensbach gewinnen, kommen wir dem Klassenerhalt ein entscheidendes Stück näher. Dann haben wir Planungssicherheit." Nach dem bisherigen Jahresstart zweifelt kaum noch jemand am Ligaverbleib.

BSV Sachsen Zwickau: Rau, Splinter; Höhne (2), Büchl (5/3), Unger (3), Eber (1), Becker, Stein, Kalasauskaite (2), Stegert (3), Uchibayashi (7), Pruß (7), Choinowski.

TV 05 Mainzlar: Gainskyte, Giegerich; Latakaite (5), Müller (7), Andrijana Atanasoska, Matilda Atanasoska, Deutser, Hess, Bepler (1), Halasova (11/4), Euler, Schmitt (6).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Gerhard/Küsters (Ingelheim/Mainz).- Zus.: 500.- Zeitstrafen: 6:8 Minuten.- Siebenmeter: 4/4:5/4.

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