Mainzlar gewinnt gegen Allensbach

(jms) Plötzlich herrschte Ruhe auf der Ersatzbank des SV Allensbach. Nach einer hart umkämpften, temporeichen und für die 350 Zuschauer in der Lollarer Sporthalle der Clemens-Brentano-Europaschule durchaus ansehnlichen Handball-Begegnung jubelte der TV 05 Mainzlar. Verdientermaßen, denn die Schützlinge von Trainer Dr. Jürgen Gerlach waren über 60 Minuten die bessere und agilere Mannschaft, die sich letztlich auch aufgrund der Cleverness und Abgezocktheit der neuen Kreisläuferin Martina Halasova mit 37:35 (20:20) durchsetzen und in der 2. Bundesliga zwei wichtige Punkte einheimsen konnte.

(jms) Plötzlich herrschte Ruhe auf der Ersatzbank des SV Allensbach. Nach einer hart umkämpften, temporeichen und für die 350 Zuschauer in der Lollarer Sporthalle der Clemens-Brentano-Europaschule durchaus ansehnlichen Handball-Begegnung jubelte der TV 05 Mainzlar. Verdientermaßen, denn die Schützlinge von Trainer Dr. Jürgen Gerlach waren über 60 Minuten die bessere und agilere Mannschaft, die sich letztlich auch aufgrund der Cleverness und Abgezocktheit der neuen Kreisläuferin Martina Halasova mit 37:35 (20:20) durchsetzen und in der 2. Bundesliga zwei wichtige Punkte einheimsen konnte. Die "Hühner" vom Bodensee hatten allerdings eine bemerkenswerte Moral gezeigt.

"Wir waren klar besser. Doch zufrieden dürfen wir auf keinen Fall sein, denn die Deckungsleistung lässt noch einige Wünsche offen. Wenn wir alles gewinnen sollten, können wir vielleicht noch mal nach oben in der Tabelle schauen", hakte Halasova das Spiel schnell ab.

Auch Gerlach sah nach dem Pflichtsieg keinen Grund, die Zügel schleifen zu lassen. Bereits heute Abend trifft sich das Team zu einer Ausdauereinheit. "Ich bin froh, dass die Mannschaft nur vorsichtig nach einem freien Tag gefragt hat. Den gibt es natürlich nicht. Ich bin zwar mit dem Ergebnis sehr zufrieden, aber wir müssen noch eine Schippe drauflegen", sagt Gerlach.

In den ersten 30 Minuten begegneten sich beide Teams temporeich. Dabei verpassten es die Gastgeberinnen mehrfach, einen deutlichen Vorsprung herauszuwerfen und einen in der Deckung inkonsequent agierenden Gegner frühzeitig auszuschalten. So hatte Nina Hess zwar in der elften Minute zum 6:3 getroffen, aber die von einigen Fans unterstützten Allensbacherinnen fanden durch die treffsichere Nathalie Witt den Anschluss zum 7:8 (15.). Der TVM blieb dennoch das dominantere und zielstrebigere Team und kam durch einen Schlagwurf von Laura Schmitt in Unterzahl zum11:8 (16.). Eine klare Tendenz war jedoch noch nicht erkennbar, da der TVM seinen Gegner durch unbedachte Aktionen im Dekungsverbund und spielerischen Unzulänglichkeiten im Aufbau zu Toren einlud.

"Ich verstehe nicht, warum wir den Gegner immer wieder selbst aufbauen und uns nicht frühzeitig absetzen. Schon zur Pause hätten wir deutlich führen müssen", kritisierte die zwölffache Torschützin Halasova. Selbst nachdem Hess zum 17:12 (23.) einwerfen konnte, schaffte Allensbach – angetrieben von der starken Schützin Lena Landenberger – zur Pause den Gleichstand.

"Das wir jetzt aus den letzten beiden Spielen drei Punkte geholt haben, liegt auch an Martina Halasova. Sie gibt uns Sicherheit. Es macht derzeit großen Spa?, meinte Matilda Atanasoska, die in der 34. Minute von der linken Außenposition zum 24:21 einwerfen konnte. Auch diesmal schaffte der SVA den Anschluss (Landenberger zum 24:25 und 25:26). Doch mehr klappte aus Sicht der Gäste nicht, auch weil Hess sich in der Schlussphase als sichere Schützin vom Siebenmeterpunkt erwies und die beiden Torfrauen Vilma Gainskyte und Ann-Cathrin Giegerich einen soliden Rückhalt bildeten und die zahlreichen Abwehrschnitzer zumindest teilweise ausbügeln konnten. Ein Doppelpack von Karoline Müller, die im Gegenstoß nicht zu bremsen war, bedeutete die Vorentscheidung (57.

/36:30). Allensbachs Trainerin Jenny Wiedenmeier war enttäuscht: "Mit solch einer Fehlerquote reichen auswärts auch keine 35 Tore." Für Halasova war das nun vertriebene Abstiegsgespenst auch vorher kein Grund zum Fürchten. "In dieser Mannschaft steckt genügend Potenzial. Mich hat es gewundert, dass hier überhaupt über den Abstieg gesprochen wurde", meinte die erstligaerfahrene Spielerin. Ihrem Vorschlag, die Playoff-Plätze ins Visier zu nehmen, schloss sich Coach Gerlach aber nicht an. "Ich beschäftige mich nicht mit der Zukunft. Ich will, dass wir erst einmal stabiler werden. Zudem haben wir immer noch mit genug Widrigkeiten zu kämpfen", grantelte Gerlach, dessen Schützlinge es dennoch geschafft hatten, dank einer couragierten Angriffsleistung einen Gegner auf Augenhöhe souverän in die Schranken zu weisen.

TV 05 Mainzlar: Gainskyte, Giegerich; Latakaite (1), Müller (5), Andrijana Atanasoska(3), Matilda Atanasoska (1), Deuster, Hess (7/1), Bepler (3), Halasova (12/2), Wagner, Euler (2), Schmitt (3).

SV Allensbach: Beier, Gruber; Johannes, Jänisch (3), Landenberger (16/10), Artschwager, Hotz, Harter (3), Maier (3), Zogg, Witt (6), Denk (4) , Gruczek, Weisheitel, Watzke.

Im Stenogramm: SR: Jäckel/Staszak (Schmelz). – Zuschauer: 350. – Zeitsrafen: 8:8 Minuten. – Siebenmeter: 9/5:10:10.

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