Mainzlar erwartet Spitzenreiter

Die Torfrau-Situation beim Handball-Zweitligisten TV 05 Mainzlar bleibt bis Dezember angespannt. Dann will Trainer Dr. Jürgen Gerlach, der trotz fünf Niederlagen zum Saisonstart keine Amtsmüdigkeit verspürt, eine zweite Torhüterin präsentiert haben. Für die Mannschaft bedeutet dies, nun auch gegen Spitzenreiter TV Nellingen ganz auf Vilma Gainskyte bauen zu müssen. Die Partie gegen die "Schwaben Hornets" wird am Samstag um 19.15 Uhr in der Sporthalle der Clemens-Brentano-Europaschule angepfiffen.

"Wir haben nur immer wieder mal mit Erkältungen zu kämpfen. Das ist aber in dieser Jahreszeit normal. Ausfallen wird deswegen niemand", sagt Co-Trainer Eckhard Weber. Ob Andrijana Atanasoska eine Chance erhält, ist allerdings fraglich. Mainzlars Trainer Dr. Jürgen Gerlach ist mit den Trainingsleistungen der flinken Außenspielerin nicht einverstanden und ließ die Leistungsträgerin bei der bitteren Niederlage gegen Riesa am vergangenen Samstag 60 Minuten lang auf der Bank schmoren.

Egal, wer am Samstagabend auf dem Parkett steht, Fehler dürfen sich die Staufenbergerinnen nicht erlauben. Co-Trainer Eckhard Weber hofft auf eine Überraschung gegen das Topteam aus Süddeutschland: "Die letzten beiden Spiele hätten wir nicht verlieren dürfen. Jetzt müsste mal ein Sieg gegen solch ein starkes Team her. Doch um zu gewinnen, dürfen wir nichts verkehrt machen." Als große Stärke der Nellinger sieht Weber die Eingespieltheit und die mannschaftliche Geschlossenheit des Gegners an: "Die spielen schon drei Jahre so zusammen und kennen sich aus dem Effeff."

Dagegen sucht die neu formierte Mainzlarer Mannschaft noch immer sich selbst. "Bei Nellingen fällt Marion Radonic verletzungsbedingt aus. Das ist sicher kein Nachteil für uns, denn sie ist eine sehr gute Kreisläuferin, die man erst einmal in den Griff bekommen muss", meint Weber. Beim TVN, der zuletzt den SV Allensbach mit 37:21 vom Feld fegte, werden trotz dieses Ausfalls genügend Topspielerinnen mit von der Partie sein. Sandra Faustka und Christine Gall waren zuletzt sehr treffsicher. Torjägerin ist Jessica Schulz, die mit 52 erzielten Treffern die vereinsinterne Torschützenliste anführt. Bestens bekannt in Mittelhessen ist Christine Maric. Die 25-Jährige spielte unter Trainer Jürgen Gerlach beim TV Lützellinden und gehört in Nellingen zum Stammpersonal.

Weber interessiert das aber nur am Rande: "Bei Nellingen kann man viele gute Spielerinnen aufzählen. In erster Linie überzeugen sie durch das tolle Kollektiv. Dieses Team spielt schon seit über drei Jahren so zusammen und kann sich mit Andrea Mey und Celia Schneider auf zwei sehr gute Torhüterinnen verlassen. Wir können nur weiter gut und intensiv trainieren und darauf hoffen, dass der Knoten irgendwann platzt."

In erster Linie geht es für das Team aus Mittelhessen darum, ähnlich gut zu spielen wie zuletzt in den ersten 40 Minuten. Gegen Zwickau, Allensbach und Riesa erspielten sich die Gerlach-Schützlinge zunächst ein deutliches Übergewicht. Doch immer kam der Einbruch in der Schlussphase. "Das ist schon verrückt. Ich habe immer gedacht, dass ich mich entspannt zurücklehnen kann. Doch dann brechen wir ein und vergeigen es noch, obwohl wir fünf, sechs Tore vorne lagen. Das ist Wahnsinn. Wir müssen auch mal über die komplette Spielzeit konzentriert sein", meint Weber, der hofft, dass mit dem Tabellenführer "vielleicht genau der richtige Gegner" kommt.

Zur Zukunft von Andrijana Atanasoska äußerte sich der Co-Trainer nicht konkret: "Jeder hat eine Chance, wenn er gut trainiert." Für die zuletzt heftig kritisierte Torfrau Gainskyte zeigt er Verständnis: "Sie muss 60 Minuten ran und kann nicht mal durchschnaufen. Natürlich liegt es nicht alleine an ihr."

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