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Handball

HSG Lumdatal bringt frischen Wind ins Spiel

  • vonMarc Steinert
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Die HSG Kleenheim-Langgöns und HSG Lumdatal sind als heimisches Duo in der 3. Frauen-Liga im Einsatz, allerdings mit unterschiedlichen Zielen.

(mgs). An hessischen Teilnehmern mangelte es in der dritten Frauenhandball-Liga bereits in der letzten Saison nicht, in der kommenden steht dann auch wieder ein echtes mittelhessisches Derby auf dem Spielplan. Neben der etablierten HSG Kleenheim-Langgöns schaffte auch die HSG Lumdatal als Meister der Oberliga Hessen den Sprung in die dritthöchste Klasse, in der Staffel Mitte soll es dann ab dem 17./18. Oktober um Tore und Punkte gehen.

Auf dem achten Tabellenplatz schloss die HSG Kleenheim-Langgöns die vergangene Spielzeit ab, es wieder in diese Regionen und ein wenig darüber hinaus zu schaffen, ist auch in der kommenden Saison das Ziel des Teams von Trainer Marc Langenbach. "Wir befinden uns ja nach wie vor in einem Umbruch. Wir wollen auch weiterhin vielen jungen Spielerinnen, auch aus der eigenen Jugend, die Chance geben, sie einzubauen und ihnen Spielzeiten zu geben. Deshalb streben wir einen gesicherten Mittelfeldplatz an", betont der SGK-Coach.

Dieser musste im Sommer den Abgang von Mittelspielerin Stina Karlsson verkraften, auch Lisa-Marie Kneller wird dem Verein nicht mehr zur Verfügung stehen. Was darin begründet liegt, dass sowohl Karlssons Freund (Markus Stegefelt) als auch Knellers (Björn Zintel) in der kommende Spielzeit nicht mehr für den Männer-Zweitligisten TV Hüttenberg auflaufen. Für den Rückraum schloss sich schon zu Jahresbeginn Neira Midzic ("Sie ist stark im Zweikampf, sehr athletisch und daher eine echte Verstärkung", Langenbach) an. Von der HSG Bensheim/Auerbach wechselt zudem Lara Eiskirch ins Kleebachtal, nach bereits zwei Kreuzbandrissen will die 18-Jährige, die flexibel einsetzbar ist, aber wohl zunächst für die Linksaußenposition angedacht ist, noch mal angreifen.

Wie viele Trainer ist auch Marc Langenbach in diesem Jahr von der Vorbereitung genervt, Wochen der Arbeit wechseln sich mit Pausen ab; wann der Start in die 3. Liga erfolgt, stand ja lange Zeit auch nicht fest. "Irgendwann nervt es mich und die Mädels natürlich schon, wenn man nur in Gruppen trainieren kann, auf Körperkontakt verzichten muss, kein Sechs-gegen-Sechs oder Testspiele durchführen kann. Aber es geht in diesem Jahr ja nicht nur uns so, da müssen wir jetzt alle durch", betont der SGK-Coach. Testspiel-Termine sind zumindest vereinbart, und nach den Lockerungen zum 1. August sollten die auch eingehalten werden können.

Zwei unfassbare Jahre liegen unterdessen hinter der HSG Lumdatal, denn nach dem verlustpunktfreien Aufstieg aus der Landesliga Mitte war die Oberliga Hessen für das Team des Trainergespannes Michael Gilbert/Marcel Köhler praktisch nur eine Durchgangsstation.

Nachdem die HSG zum Meister erklärt wurde und das Aufstiegsrecht zugesprochen bekam, sammelte das Team in Eigenregie einen stattlichen Betrag, um sich selbst das "Abenteuer Dritte Liga" zu ermöglichen. Und genauso geht der Neuling die neue Herausforderung auch an. "Wir gehen ohne ein sportliches Ziel in die Saison, denn wir wissen natürlich, welche Mannschaften auf uns warten. Unser Ziel ist es, den Damen diese tollen Erfahrungen zu ermöglichen, Spaß zu haben, aber dennoch in jedem Spiel unser Bestes zu geben", berichtet Köhler.

Dieser konnte seinen Kader zwar mit Landesliga- und Bezirksoberliga-erfahrenen Spielerinnen verstärken, dem gegenüber stehen aber der berufliche Abgang von Pia Cybulski und die Karriereenden von Anna Hilbrich und Selina Sauer. Da zudem Katha Smajek und Torhüterin Julia Olemotz wegen eines Kreuzbandrisses noch monatelang fehlen werden, musste die HSG Lumdatal auch einiges an Qualitätsverlust verkraften. Auf die Vakanz im Tor reagierte der Verein mit der Verpflichtung von Stefanie Schütz (zuletzt TG Friedberg), die vor einigen Jahren auch schon mal für die Kleenheimerinnen zwischen den Pfosten stand und nun mit Ela Schuster das Torhüterinnen-Duo bildet.

Die schwierigste Umstellung von der Ober- zur Dritten Liga ist aber das Harz, das der Aufsteiger in den hessischen Klassen bislang noch nicht benutzen durfte. "Das ist natürlich ein komplett anderer Sport, wenn du mit Harz spielen darfst. Bisher fliegen die Bälle noch ganz schön tief", beschreibt Köhler mit einem Augenzwinkern. "Daran gilt es für uns natürlich intensiv zu arbeiten. Vor allem wird es für uns in der Saison aber darauf ankommen, den Spaß nicht zu verlieren, wenn Niederlagen kommen. Aber wir haben zumindest keinen Druck und können die Spiele daher auch so angehen."

Erst kürzlich fand die Einteilung der 60 Drittliga-Mannschaften auf die jeweiligen Staffeln statt. Statt vier wie im Vorjahr gibt es davon nun deren fünf (Mitte, Nord-Ost, Nord-West, Süd-West, Süd), in der jeweils zwölf Teams antreten. In der Staffel Mitte, in die Kleenheim-Langgöns und Lumdatal eingruppiert wurden, warten mit Germania Fritzlar, der TSG Eddersheim, der HSG Gedern/Nidda und der HSG Rodgau/Nieder-Roden gleich vier weitere Mannschaften aus Hessen auf die heimischen Vertreter. Neben gleich zwei Mannschaften aus Rheinhessen (1. FSV Mainz 05 II und SG TSG/DJK Mainz-Bretzenheim) komplettieren die vier "Ost-Vertreter" HV Chemnitz, SC Markranstädt, SV Union-Halle-Neustadt II und Thüringer HC II die Staffel.

Einen Spielplan gibt es bislang noch nicht - wann das erste Mittelhessen-Derby der Saison in der 3. Liga ansteht, ist daher noch nicht bekannt. Nur, dass es am 17./18. Oktober losgehen soll.

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