Lumdatal braucht Geduld

  • Daniela Pieth
    vonDaniela Pieth
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(pie). Im breiten Mittelfeld der Frauenhandball-Oberliga kann es an diesem Wochenende zu einigen Verschiebungen kommen. Mittendrin im Geschehen ist die HSG Wettenberg, die bei einem Erfolg gegen die SG Kirchhof II etwas näher an die Tabellenspitze heranrücken könnte. Den vermeintlich leichtesten Gegner hat am Wochenende von der Papierform die HSG Lumdatal vor sich. Der Tabellenzweite, der punktgleich mit Spitzenreiter TSG Oberursel ist, gastiert bei der akut abstiegsbedrohten HSG Hoff/Sand/Wolfhagen. Der TV Hüttenberg hat hingegen mit dem TuS Kriftel einen Aufstiegsfavoriten zu Gast, der einen Zähler hinter Oberursel und Lumdatal liegt.

Kirchhof II in der Krise

HSG Wettenberg - SG Kirchhof II (Samstag, 19.30 Uhr, Sporthalle der GS Launsbach):Kirchhof hat eine gute Hinrunde gespielt, zuletzt aber ein bisschen geschwächelt. In den bisherigen drei Begegnungen gegen die letzten drei Mannschaften im Tableau im Jahr 2020 gelang der SGK lediglich ein Punktgewinn - bei der TGB Darmstadt. Gegen Weiterstadt und in Hoof setzte es knappe Niederlagen. Für Wettenbergs Trainer Christoph Fähler ist dieser Umstand aber kein Grund, den Kontrahenten zu unterschätzen. "Das ist ein starker Gegner, mit einer jungen Truppe, die einen schnellen, sicheren Ball spielt. Sie sind technisch sehr gut ausgebildet und in der Hinsicht eine der stärksten Mannschaften der Liga." Fähler fordert von seinem Team eine Deckungsleistung wie gegen Hüttenberg und Böddiger, als man lediglich 19 beziehungsweise 22 Gegentore kassierte. "Die beiden Punkte wollen wir natürlich zu Hause behalten, dafür müssen wir aber annähernd an unsere Leistungsgrenze gehen." Mit welchen Kader Fähler diese Aufgabe angehen kann, entscheidet sich erst kurzfristig.

HSG Hoof/Sand/Wolfhagen - HSG Lumdatal (Sonntag, 18 Uhr, Schulsporthalle Sand):Ohne Pia Cybulski, die aus beruflichen Gründen aussetzen muss, und die langzeitverletzte Katja Smajek geht es für die Spielgemeinschaft aus dem Lumdatal nach Nordhessen. Dort wartet eine Truppe auf die Mannschaft von Coach Marcel Köhler, die den Ball im Angriff schnell laufen lässt und ebenso flott von Abwehr auf Angriff umschaltet. "Sie versuchen immer wieder, in die erste und zweite Welle zu kommen, und vor allem die erste Welle ist richtig gut", sagt Köhler. Deshalb lautet die Marschroute: Im Angriff geduldig spielen und leichte technische Fehler vermeiden. Zudem genießt das Rückzugsverhalten bei Ballverlusten oberste Priorität. "In der Abwehr wollen wir gegen eine schnelle, spielstarke Mannschaft, die auch gut im Eins-gegen-eins-Verhalten ist, sehr kompakt agieren", erklärt Köhler. Die Nordhessinnen werden hoch motiviert in die Partie gehen und alles dransetzen, die Punkte zu holen, die sie im Kampf um den Klassenerhalt dringend benötigen. Köhler: "Ich rechne daher mit einem schweren, unangenehmen Auswärtsspiel."

Fehler auf Minimum reduzieren

TV Hüttenberg - TuS Kriftel (Sonntag, 18 Uhr, Sporthalle Hüttenberg):Der TVH befindet sich unter Zugzwang und in direkter Nähe zu den Abstiegsplätzen. Nur vier Punkte trennen die Mannschaft von Trainer Thomas Wallendorf vom drittletzten Hoof. Nach oben hin ist das breite Mittelfeld eng gestaffelt und so kann jeder Punktgewinn ein Hochrutschen in der Tabelle bedeuten. Mit dem Tabellendritten aus Kriftel haben die Hüttenbergerinnen jedoch einen ordentlichen Brocken vor der Brust. "Das wird nicht einfach gegen einen Titelaspiranten", sagte Wallendorf. "Aber wir konnten auch im letzten Jahr daheim gegen Kriftel gewinnen. Die Favoritenrolle hat klar der TuS, die wollen ja auch in die 3. Liga." Zuletzt war allerdings ein bisschen Sand im Getriebe der Kriftelerinnen, die sich gegen Wettenberg zu einem Sieg mühten und die davor in Bensheim auf die Mütze bekommen hatten. Hüttenberg wird auf eine aufmerksame Abwehr treffen, die bei Ballgewinnen sofort das Tempospiel einleitet. "Aber wir spielen zu Hause, und in Hüttenberg muss man ja auch erst mal gewinnen", sagt Wallendorf, der von seinem Team vor allem eine Minimierung der technischen Fehler fordert. Hinter dem Einsatz von Luisa Plutzas steht noch ein dickes Fragezeichen, sie war die ganze Woche krank. Janina Langenbach fehlt beruflich bedingt.

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