+
Christian Schmidt (r.) an der Spitze als "Lokomotive" unterwegs, ein Krampf auf der Zielgeraden zerstört allerdings den Traum vom DM-Podest.

Rad

"Lokomotive" Schmidt geht am Ende leer aus

  • schließen

Pech für Christian Schmidt von der RSG Gießen und Wieseck: Bei der Senioren-DM in Görlitz verpasste er eine mögliche Medaille, weil er auf der Zielgeraden einen Krampf erlitt.

(htr). Die deutsche Meisterschaft im 1er-Straßenfahren der Senioren hat Christian Schmidt von der RSG Gießen und Wieseck in den tiefen Osten Deutschlands geführt. In Görlitz standen allein 80 Teilnehmer in der Altersklasse Senioren3 am Start, um sich über eine Distanz von 87 Kilometer den nationalen Titel zu sichern. Auch die Bundesliga-Fahrer Alexander Koop und Leo Schneider (beide RV Gießen-Kleinlinden) sowie die RSG Placeworkers waren am Wochenende im Renneinsatz.

Bei der 84. Auflage "Rund um die Landeskrone" in Görlitz, bereits in der DDR eine Traditionsveranstaltung, hatten die Senioren3 bei ihrer DM einen 17 Kilometer langen Rundkurs fünfmal zu absolvieren, wobei 200 Höhenmeter pro Runde auf welligem Terrain aufgesammelt wurden. Schmidt wäre ein kurzer, knackiger Anstieg lieber gewesen, weswegen er vom Start weg das Rennen an der Spitze schnell machte: "Mein Plan war es, das Rennen schwer zu machen, um möglichst viele Mitstreiter loszuwerden." Bei Attacken sprang Schmidt schnell dazu, auch als drei Rennradfahrer ihr Heil in der Offensive suchten. Mit Schmidt zum Quartett angewachsen, wollte niemand das Tempo übernehmen, sodass relativ schnell wieder Schluss war mit dem Ausreißversuch.

In der vierten Runde machte sich der spätere Sieger aus dem Staub und sollte nach 87 Kilometern auch zum deutschen Meistertitel fahren. Erst durch das Begleitmotorrad wurde der Gießener Bundesligafahrer über die Attacke informiert und darüber, dass der Abstand bereits eine Minute betrug. In der Folge wurden keine weiteren Attacken mehr zugelassen, sodass alles auf einen Zielsprint für die restlichen Podestplätze hinauslief.

Als Erster auf die 700 Meter lange und leicht ansteigende Zielgerade eingefahren, beklagte Schmidt einen Krampf und "ich konnte somit nicht mehr mitsprinten". Obschon der RSG-Fahrer eine mitbestimmende Rolle bei der DM spielte, blieb am Ende "nur" Rang 21 übrig. Schmidts Fazit: "Ich bin mit meiner Leistung auf alle Fälle zufrieden. Mit einer defensiveren Fahrweise wäre definitiv mehr drin gewesen", räumte Schmidt ein.

Heinz Häusler (Squadra Ciclismo Colonia) sicherte sich als Solist nach 2:12:53 Stunden den Sieg. Rang zwei ging nach 2:13:44 Stunden an Rainer Beckers (Team Starbikewear), und nur neun Sekunden später überquerte Schmidt als 21. den Zielstrich in Görlitz. Und das trotz eines Schnitts von 39,2 km/h.

Alexander Koop von der RV Gießen-Kleinlinden testete beim "Großen Preis der Sparkasse Südliche Weinstraße" in Roschbach seine Form, wobei er das 44 Kilometer lange Rundstreckenrennen der Senioren auf Rang vier beendete. Immerhin waren 60 Rennradler am Start, wobei die Senioren nicht altersentsprechend getrennt gewertet wurden. Mit dabei der Ranglistenerste Erik Danner, der in dieser Saison bereits 17 Siege eingefahren hat. Sieben Runden über jeweils sechs Kilometer mit jeweils 40 Höhenmetern waren zu absolvieren, und vom Start weg übernahmen Koop und Pascal Repp das Kommando und sammelten unterwegs die Sprintprämien ein. Später bildete sich eine größere Spitzengruppe, die den Vorsprung kontinuierlich bis auf 40 Sekunden ausbaute. Danner fand unterdessen im Peloton keine Mitstreiter, um auf die Spitzengruppe aufzufahren, und gab in der sechsten Runde entnervt auf. Einen Kilometer vor dem Ziel attackierte Tjard Kopka (OECF Frankfurt) zum Sieg. Als Vierter wurde der Mediziner aus Kleinlinden mit einem 42er-Schnitt abgewunken.

Bei den Auensteiner Radsporttagen absolvierten Frauen und Junioren einen weiteren Lauf zur Bundesliga. Über die 105-Kilometer-Distanz war bei der U19 einmal mehr Marco Brenner (Team Auto Eder Bayern) nicht zu schlagen. Leo Schneider von der RV Gießen-Kleinlinden entwickelte auf der "sehr schwierigen Strecke" Pech, ihm sprang in der ersten Runde bei einem Anstieg die Kette ab. Nach einem Stop über etwa 45 Sekunden nahm der Krofdorf-Gleiberger die Verfolgung auf. Allerdings war es ein aussichtsloses Unterfangen, als Solist wieder zum Spitzenfeld aufzuschließen. Nach 30 Kilometern kam dann die Order der Kommissäre, das Rennen aufzugeben.

Die Frauen waren über 81 Kilometer gefordert, beim Sieg von Carolin Schiff (Maxx-Solar Cycling-Team) war Svenja Betz beste Starterin des Gießener Bundesligateams RSG Placeworkers. Mit Lydia Ventker (12.), Stefanie Paul (14.) und Bianca Bernhard (21.) hatte die RSG noch drei weitere Fahrerinnen unter den Top 25. Anja Schneidenbach (Rockenberg) wurde als 31. klassiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare