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Der neue Mann am Kreis: Anton Lindskog. (imago)

Lindskog ersetzt Sebastian Werber

(fk) Das Personalkarussell bei der HSG Wetzlar dreht sich mit hoher Geschwindigkeit weiter. Am Sonntag gab der Handball-Bundesligist die nächsten drei Entscheidungen bekannt und bestätigte u.a. eine Vorabmeldung dieser Zeitung.

Wie bereits am Samstag berichtet, wird Kreisläufer Sebastian Weber die Mittelhessen zum Saisonende verlassen. Das Eigengewächs erhält keinen neuen Vertrag. Für ihn wechselt der schwedische Jung-Nationalspieler Anton Lindskog von IFK Kristianstad an die Lahn, wo er einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben hat. Darüber hinaus erklärte die HSG, dass auch Kristian Bliznac den Klub verlassen wird.

"Sebastian keine Vertragsverlängerung anzubieten, ist uns enorm schwergefallen", erklärte Geschäftsführer Björn Seipp. "Er ist ein Eigengewächs und hat seit seiner Rückkehr vor drei Jahren starke Leistungen gebracht. Es war ohne Wenn und Aber die schwerste Personalentscheidung", so Seipp, der den Schritt mit der "strategischen und perspektivischen Ausrichtung" begründete.

Diese Aussage lässt Raum für Spekulationen. So darf man wohl annehmen, dass die Grün-Weißen in den kommenden Jahren die Ziele weg vom Abstiegskampf in Richtung einstelliger Tabellenplatz oder gar internationales Geschäft nach oben korrigieren. Auch unter den Fans der HSG wird spekuliert. So heißt es im sozialen Netzwerk Facebook beispielsweise: "Habe nur eine Erklärung: Unsere HSG definiert ihre Ziele neu.

Was auch nicht schlecht wäre." Doch es gibt auch kritische Stimmen: "Kompletter Umbruch – wieder Mal", schrieb ein User.

"Ich akzeptiere die Entscheidung und freue mich, dass ich jetzt planen kann", sagte Weber gegenüber dieser Zeitung und betonte: "Die Zeit in Wetzlar war sensationell!" Vor allem von Ivano Balic habe er viel gelernt, so der 29-Jährige, der seine Zukunft weiter im Oberhaus sieht: "Ich habe mir in den letzten drei Jahren dieses Niveau erarbeitet." Ein Wechsel zu seinem Ex-Klub TV 05/07 Hüttenberg steht demnach selbst bei einem Aufstieg des Drittligisten nicht zur Debatte.

"Zeit für etwas Neues"

"Wetzlar wird im Sommer drei Jahre mein zu Hause gewesen sein und ich durfte hier eine sehr erfolgreiche und schöne Zeit verleben", sagte derweil Kristian Bliznac, der aus persönlichen Gründen ein Vertragsangebot der Grün-Weißen ausgeschlagen hat. "Es wird Zeit für mich, etwas anderes zu machen", so der Schwede.

Mit Weber-Nachfolger Lindskog kommt nun ein weiterer Spieler mit Perspektive nach Wetzlar. Der 1,98 Meter große und 102 Kilogramm schwere Kreisläufer soll nicht nur im Angriff für Akzente sorgen, sondern – anders als Weber – gemeinsam mit Neuzugang Stefan Kneer und Routinier Evars Klesniks den Mittelblock der Mittelhessen bilden. "Anton ist ein junger und entwicklungsfähiger Spieler. Mit ihm haben wir das erste Mal seit Jens Tiedtke wieder einen Kreisläufer, der Innenblock decken und im Angriff spielen kann", freute sich Trainer Kai Wandschneider über den Neuzugang.

Lindskog selber erklärte: "Ich bin sehr gespannt auf die Zusammenarbeit mit meinen neuen Teamkollegen und Trainer Kai Wandschneider, der ein Händchen für die Weiterentwicklung junger Spieler besitzt." Sollte der Schwede die zugedachte Rolle zeitnah ausfüllen, so könnten sich die Mittelhessen mittelfristig des lästigen doppelten Angriff-Abwehr-Wechsels entledigen und das Spiel über die zweite Welle und schnelle Mitte weiter intensivieren.

Lindskog ist nach Stefan Kneer und Torhüter Benjamin Buric Neuzugang Nummer drei für die kommende Saison. Nicht zuletzt wegen des Abgangs von Bliznac werden aber noch weitere folgen. Größter Handlungsbedarf besteht im linken Rückraum, der mit Kneer derzeit nur einfach besetzt ist. Zudem stehen die Gespräche mit Spielmacher Martin Strobel und dem norwegischen Rechtsaußen Kristian Bjørnsen wohl kurz vor dem Abschluss.

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