Schulsport

Licher Basketballer gehen neue Wege

  • Sven Nordmann
    vonSven Nordmann
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Ein Vereinstrainer der Licher Basketballer geht ab Dienstag hauptamlich, 40 Stunden in der Woche, in die Schulen und Kindergarten. Die Verantwortlichen sehen darin einen »historischen Schritt«.

Die Planungen für den »historischen Schritt« sind abgeschlossen, am kommenden Dienstag soll’s losgehen: Ein Vereinstrainer des TV Lich Basketball geht in neun umliegende Schulen, drei Kindergärten und ein Jugendheim – hauptamtlich, 40 Stunden in der Woche. »Unser oberstes Ziel ist, den Kindern Spaß an der Bewegung zu vermitteln«, sagt Abteilungsleiterin Dr. Annette Gümbel. »Es wäre schön, wenn die Kinder sich mit dem Ball anfreunden und idealerweise natürlich mit dem Basketball.«

Dazu geht Freddy Lengler in den Schulunterricht und fungiert als unterstützendes Element für die Sportlehrer, bietet beispielsweise an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule künftig eine AG »Basketball Sportmanagement« an, in der die Vereinsarbeit außerhalb der Halle behandelt werden soll. »Wir stellen im Ehrenamt einen Hauptamtlichen ein, das erfordert Mut«, sagte Gümbel. Der Schulleiter der Erich-Kästner-Schule in Lich, Jürgen Vesely, ist sich sicher, dass sich die Bemühungen lohnen: »Das ist eine positive und zeitgemäße Entwicklung. Die Schulen und Kindergärten können ihr Angebot erweitern, die Sportvereine können Nachwuchs rekrutieren.«

Christel Hauser von der Licher Kindertagesstätte »Zum Fuchsstrauch« freute sich ebenfalls über das Projekt: »Der Verein kommt zu uns, wir müssen nicht zum Verein gehen. Das ist ein guter Ansatz.« Das Projekt, für das Landrätin Anita Schneider die Schirmherrschaft übernimmt, ist über drei Jahre angelegt und gilt zunächst als Testphase. Die Idee stammt vom Licher Partnerverein Alba Berlin, der übergreifende Name lautet »Bewegung macht stark«. Bei positiver Entwicklung, das machte Gümbel gestern deutlich, sollen die Bemühungen auf Gebiete über Lich hinaus ausgeweitet werden, Pohlheim und Hungen wurden genannt.

»Ich freue mich unglaublich auf dieses Projekt«, sagte der 35-jährige Freddy Lengler, der Lehramt auf L2 mit den Fächern Sport und Mathe studierte und sich somit nicht nur mit Basketball, sondern den vielfältigen Sportmöglichkeiten auskennen sollte. Lengler wuchs in Langgöns auf und durchlief beim TV Lich alle Jugendmannschaften bis zu den Oberliga-Herren. »Das Ganze wird facettenreich und sicherlich nicht langweilig, vom Kindergarten bis zum Abitur. Ich werde vor allem bei den Kleinen viele Koordinations-, Ball- und Fangspiele mit einbauen. Das Spielerische steht im Vordergrund.« Die Sportlehrer tragen die Verantwortung, Lengler unterstützt.

An der Dietrich-Bonhoeffer-Schule soll die AG »Basketball Sportmanagement« die Vereinsarbeit kennenlernen und ein Turnier für Grundschulen organisieren. »Wir wollen die Schüler in die Eigenverantwortung schieben«, sagt Lengler.

Die Bildungseinrichtungen stehen der Aktion des Licher Basketballverein offen gegenüber, wenngleich Rainer Berk, Leiter der Anna-Freud-Schule, betonte: »Du bindest damit einiges an Geld, bei uns läuft das über den Ganztagestopf.« Die Finanzierung erfolgt durch Verein, Sponsoren und Schule, über die genauen Kosten wollte Gümbel keine Auskunft geben – sie hofft in der kommenden Woche nun auf einen erfolgreichen Start des Projekts, das durchaus zukunftsweisend für Schul- und Vereinssport in Mittelhessen werden könnte.

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