Lich verliert das Spitzenspiel

  • VonSebastian Kilsbach
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(sks). Im Duell des Ersten gegen den Zweiten musste Lich Basketball am Samstagabend die erste Niederlage der Regionalliga-Saison quittieren. 83:90 (42:40) hieß es bei Makkabi Frankfurt.

Vor 30 mitgereisten Fans hatte sich die erwartete Partie auf Augenhöhe entwickelt. Auch Frankfurt war ohne Punktverlust ins Spiel gegangen. Der Sieger - so viel stand vorher schon fest - durfte sich über die alleinige Tabellenführung freuen.

Über die gesamte Partie, aber insbesondere im Schlussviertel, nutzten die Hausherren die Linie des Schiedsrichtergespannes clever. Allein der erfahrene Topscorer der Bankenstädter, Jan Dolejsi, durfte reihenweise an die Linie wandern. Frankfurt kam mit 11:5 besser aus den Startlöchern. »Danach haben wir durch unsere Mannschaftsleistung gut aufgeholt«, lobt Viktor Klassen. Zum Viertelende stand es schließlich 19:19.

Im zweiten Quarter war es Felix Schweizer, der mächtig aufdrehte. Bereits in den letzten Spielen hatte der zuvor Langzeitverletzte Kurzeinsätze gefeiert. Am Samstag griff der von den 46ers Rackelos zurückgekehrte Guard aber wieder mächtig ins Geschehen ein. Zwölf seiner am Ende 19 Punkte markierte Schweizer im Viertel vor der Halbzeit. Zwei Dreipunktespiele und zwei Dreier in recht kurzer Folge sorgten dafür, dass man mit einer verdienten Mini-Führung in die Kabine ging.

Box-and-One für Jan Dolejsi

In der Folgezeit legte Lich Dolejsi mit einer Box-and-One-Verteidigungsart an die kurze Leine. Dabei verschanzen sich vier Spieler in eine quadratische Zonen-Defense, während einem Akteur ein Sonderbewacher in Mann-Mann-Verteidigung angehängt wird. Dolejsi konnte so weitgehend aus dem Spiel genommen werden. Frankfurt nutzte die so entstehenden Lücken aber geschickt und hielt das Spiel offen, in welchem für Lich nun Yannik Ribbecke heiß lief.

Die Partie verlief äußerst körperbetont. Desto mehr verwunderte die Linie der Schiedsrichter im letzten Viertel, in das es mit 65:63 aus Sicht der Wetterstädter ging. »Ich bin nicht enttäuscht von der Niederlage«, sagte Klassen mit einem Tag Abstand. Aber die Pfiffe der Refs seien kontraproduktiv gewesen für das Auftreten seiner Mannschaft, die ihre mangelnde Erfahrung nur mit bedingungslosem Einsatz ausgleichen könne.

So wurde es ein zähes Finale: Immer wieder brachte Frankfurt Dolejsi an die Freiwurflinie. 21 Würfe von selbiger durfte Makkabi alleine im letzten Viertel nehmen, darunter zwei nach einem unsportlichen Foul des Licher Teams. Bei noch einer Minute auf der Uhr gingen die Gäste in eine Presse übers gesamte Feld. Noch bevor der Ball eingeworfen wurde, ahndeten die Unparteiischen ein Foul. Dies führte automatisch zu Freiwürfen und Ballbesitz Frankfurt, die nun erneut taktisch gefoult wurden und so auf 90:83 davonzogen.

Tabellenführung für Klassen-Team weg

Das war die Vorentscheidung. Mit dem direkten Vergleich im Hinterkopf wollte Lich noch schnelle Punkte markieren. Dies glückte jedoch nicht: »Der Sieg war verdient«, erklärt Klassen, der dem Spiel ein anderes Schlussviertel gewünscht hätte. So müssen die Licher Basketballer erstmals in dieser Saison ihren Platz an der Tabellenspitze abgeben.

Lich: Bölke (6), Chromik (0), Jakob (2), Keller (11), Pompalla (7), Ribbecke (25), Roith (3), Wagner (10), Hungenberg (0), Schweizer (19).

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