Lich gewinnt Derby

(lad) Spannender Auftakt beim 3. Pointers Cup in der Osthalle Gießen: Am Freitagabend lieferten sich die beiden Basketball-Pro-B-Ligisten VfB 1900 Gießen Pointers und die Licher BasketBären zwar kein besonders ansehnliches, aber immerhin ein packendes Duell vor rund 250 Zuschauern, in dem Lich die Hausherren letztlich verdient mit 83:79 (49:30) niederringen konnte.

Die BasketBären landeten einen Start nach Maß: Nachdem Gießen durch Patrick Unger das 4:2 nach einer Minute erzielt hatte, spielten die Gäste wie aus einer anderen Welt und legten einen 17:0-Lauf auf 19:4 hin. Dabei überzeugte Lich vor allem durch seine stabile Defensive, gegen die die Pointers in dieser Phase nicht den Ansatz eines Durchkommens fanden, und traf zudem auch die schwierigsten Würfe. Bis zum Ende des ersten Viertels setzte sich dieses Szenario gegen nervöse und reboundschwache Gießener fort, sodass Lich mit einem komfortablen 31:11 in die Pause ging. Und auch im zweiten Viertel spielten die Bierstädter wie ein Aufstiegskandidat und hatten in der 13. Minute ein 39:13 zu Buche stehen. Mann dieser Phase war Peer Wente, der innerhalb von drei Minuten zwölf Zähler - eigentlich 13; ein von den Referees gegebener Dreier ging an der Anzeigetafel "verschütt’" - erzielte.

Bis zum 44:18 nach 17 Minuten lief noch alles zugunsten von Lich, doch eine Verletzung von Pointguard Rolf Scholz brachte die Wende. Ohne den Kapitän, der sich am Oberschenkel zerrte, ging der Licher Spielfluss verloren, und Gießen erstarkte. Angetrieben von zwei motivierten Amerikanern - außer Josh Washington verstärkt nun Shawn Elliot die Mannschaft, nachdem das Try-out für Schifino wegen fehlender Fitness bereits beendet war - kämpfte sich der VfB heran und lag zur Halbzeit nur noch 30:49 hinten.

Auch nach dem Seitenwechsel hielt Gießen seine verbissene Gangart im kampfbetonten Spiel aufrecht; vor allem Sebastian Rotaru und der Licher Armin Willemsen wurden gestern keine Freunde. In der 28. Spielminute geschah schließlich, was in der ersten Halbzeit niemand mehr für möglich gehalten hatte: Gießen ging zum ersten Mal seit der ersten Minute in Führung. Zwei sicher verwandelte Freiwürfe von Rotaru vollendeten einen 13:0-Lauf auf 55:54. Aber Lich kämpfte dagegen und profitierte davon, dass sich die Pointers in Center-Nöte brachten, indem Nils Steuber bereits am Ende des dritten Viertels und Oliver Biallas Mitte des letzten Viertels jeweils ihr fünftes Foul kassierten. In der 36.

Minute hatte Lich mit einem stark aufspielenden Derrick Webb bereits wieder ein Zehn-Punkte-Polster zum 75:65 gelegt. Aber die 1900er gaben nicht auf und verkürzten bei zwei noch verbleibenden Spielminuten auf 75:79. Der Ballbesitz wechselte nun häufig, und während Gießen seine Dreierversuche danebensetzte, spielte Lich konzentriert die Uhr zum verdienten Sieg herunter.

"Der Start war besser als vorgestellt, aber ohne Rolf Scholz lief es nicht mehr. Wir haben zwar noch verdient gewonnen, müssen es aber hinbekommen, die Verantwortung in so einem Fall zu übernehmen", resümierte Lichs Trainer Igor Starcevic. "Wir haben in der ersten Halbzeit das probiert, was zuletzt geklappt hatte, aber das hat heute nicht geklappt. Danach haben wir umgestellt und unser Potenzial gezeigt", war sein Kollege Dejan Kostic von den Pointers zufrieden.

Pointers: Wosnitza (5), Unger (6), Washington (18), Sebastian Rotaru (8), Biallas (6), Pavlovic (14), Steuber (5), Nützel (3), Henke (4), Elliot (10), Göttker.

BasketBären: Scholz (4), Klassen (19), Schläfer (2), Wente (12), Fairley (17), Webb (12), Willemsen (9), Christen (4), Käufer (4), Körber.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare