Lich mit "Geheimwaffe" zum Sieg am ersten Spieltag

Fuhren die gegnerischen Pro-B-Teams in der vergangenen Saison noch ausgesprochen gerne in die Dietrich-Bonhoeffer-Halle zu den Heimspielen der Licher BasketBären, weil die Planungssicherheit für zwei Siegespunkte relativ groß war, so dürfte sich das - wenn es so weiter geht wie am Freitag - in dieser Saison schlagartig ändern: Im ersten Heimspiel schlugen die Mittelhessen das keinesfalls als schwach einzuschätzende Team Erdgas Ehingen/Urspringschule überlegen mit 72:64 (32:30).

(lad) "Ich wusste, dass das erste Spiel kein schönes Spiel wird, aber dass die Mannschaft gewinnt, die den größeren Willen zeigt. Und das waren von Anfang an wir - vor allem Willis Gardner hat uns Selbstsicherheit gegeben", freute sich Lichs Trainer Igor Starcevic über seine "Geheimwaffe". Der amerikanische Pointguard trainiert seit Montag mit den Lichern, was in der Öffentlichkeit - und somit natürlich auch für Ehingen - nicht bekannt gegeben worden war. Und Gardner schlug mit 17 Punkten als Topscorer, sechs gezogenen Fouls und sicheren Pässen sofort ein. Dies bescherte Starcevic, der auch als Spieler auf dem Bogen vermerkt war, falls sich einer seiner "Großen" verletzen sollte, den ersten Pflichtspielsieg in seiner noch jungen Trainerlaufbahn: "Das sorgt bei mir für große Erleichterung - die letzten Tage war ich ganz schön angespannt", erklärt der 38-Jährige, der im vergangenen Jahr selbst noch Stammspieler in der Pro B war und nun mit dem Team Standing Ovations von den Fans für die erste Licher Tabellenführung erhielt. Beide Teams zeigten von Anfang an gute Defensivleistungen und hielten den Score des Gegners entsprechend niedrig. Etwas besser gelang dies zunächst Ehingen, das über 9:4 (4.

) auf 18:11 in der neunten Minute davonzog. Aber Lich verwirrte die Schwaben nun damit, dass es eine Zonenverteidigung mit den großen Spielern im Außenbereich spielte. Dies führte zwar dazu, dass Ehingen im Nachsetzen meist den Ball gewann und das Reboundverhältnis auf sagenhafte 57:36 hochschraubte (darunter satte 26 offensive Rebounds). Doch unterm Strich hatte Lich mehr Vor- als Nachteile von dieser Strategie, da Ehingens Angriffe regelmäßig verpufften.

Anfangs des zweiten Viertels war es somit Gardner vorbehalten, mit einem Dreier einen 10:0-Lauf auf 21:18 zu vollenden. Die jungen Gäste konterten zwar noch einmal mit einem 8:0-Run auf 21:26, aber dies konnte Lich wiederum in einen 32:30-Halbzeitstand drehen.

Und Starcevic stellte sein nominell gut besetztes Team in der Pause offensichtlich gut ein, denn das dritte Viertel stand ganz im Zeichen der Hausherren, die an alte Glanzzeiten erinnerten. Vom 44:40 in der 26. Minute ausgehend, bescherten ein Dreipunktspiel von Gardner sowie Dreier von Derrick Webb und Peer Wente einen Lauf auf 53:40, der Grundlage dafür war, dass diese zehn Minuten mit 27:14 an die BasketBären gingen. Zwei weitere Wente-Dreier zum 65:44 in der 32.

Minute waren schließlich die Grundlage für den Heimsieg. Allerdings gab sich die Urspringschule noch nicht geschlagen. Wechselnde Defensivsysteme sorgten dafür, dass Lich nun in sechseinhalb Minuten nur einen Punkt erzielte, während es auf Ehingens Seite 13 waren. Dies bedeutete ein 66:57 aus Licher Sicht in der 38. Minute, aber näher als auf sechs Punkte wie beim 64:70 eine halbe Minute vor dem Ende sollte der Gast nicht mehr herankommen.

Licher BasketBären: Webb (8/1 Dreier), Scholz (5), Klassen (8/2), Schläfer, Willemsen (11/1), Wente (14/3), Fairley (8), Christen (1), Gardner (17/2).

Erdgas Ehingen/Urspringschule: Matthews, Bright (12/3), Lang (11), Spoden (14/1), Blessing (4), Vargas (3), Müller, Korndoerfer (14), Kuhn (6), Templeton.

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