Das letzte Aufgebot rettet einen Punkt

(jms) Grippig, verschnupft, verletzt – Florian Billek hatte am Samstagabend eigentlich nichts zu lachen. Der Rekonvaleszent des Handball-Zweitligisten TV 05/07 Hüttenberg sprühte vor dem Spiel seiner Mannschaftskameraden gegen Concordia Delitzsch auch nicht vor Zuversicht und Optimismus: "Wir haben so viele Kranke, das gibt es eigentlich nicht. Delitzsch ist stark und ich weiß nicht, ob wir heute was holen können. So ein Spiel kann man durchaus verlieren." Ein ehrliches und auch korrektes Statement des jungen Rechtsaußen, dessen Unbekümmertheit im Torabschluss und vom Siebenmeterpunkt beim 26:26 (11:14) auch schmerzlich vermisst wurde. Denn ohne ihn, Christian Stelzenbach und Tomasz Jezewski (beide Grippe) holperten die Mittelhessen mit dem letzten Aufgebot zu einem glücklichen Punktgewinn, der im ersten Abschnitt bereits in weite Ferne gerückt war. Da auch Spielmacher Florian Laudt wegen eines grippalen Infekts passen musste und lediglich in der Schlussphase ein paar Minuten mitwirken konnte, musste sich die TVH-Abwehr völlig neu finden.

(jms) Grippig, verschnupft, verletzt – Florian Billek hatte am Samstagabend eigentlich nichts zu lachen. Der Rekonvaleszent des Handball-Zweitligisten TV 05/07 Hüttenberg sprühte vor dem Spiel seiner Mannschaftskameraden gegen Concordia Delitzsch auch nicht vor Zuversicht und Optimismus: "Wir haben so viele Kranke, das gibt es eigentlich nicht. Delitzsch ist stark und ich weiß nicht, ob wir heute was holen können. So ein Spiel kann man durchaus verlieren." Ein ehrliches und auch korrektes Statement des jungen Rechtsaußen, dessen Unbekümmertheit im Torabschluss und vom Siebenmeterpunkt beim 26:26 (11:14) auch schmerzlich vermisst wurde. Denn ohne ihn, Christian Stelzenbach und Tomasz Jezewski (beide Grippe) holperten die Mittelhessen mit dem letzten Aufgebot zu einem glücklichen Punktgewinn, der im ersten Abschnitt bereits in weite Ferne gerückt war. Da auch Spielmacher Florian Laudt wegen eines grippalen Infekts passen musste und lediglich in der Schlussphase ein paar Minuten mitwirken konnte, musste sich die TVH-Abwehr völlig neu finden.

Trainer Jan Gorr war zunächst nicht gerade glücklich über seine löchrige Deckung: "Am Anfang hat man deutlich die Abstimmungsschwierigkeiten bemerkt. Wir mussten uns erst finden." Ein Prozess, der ziemlich genau 18 Minuten dauerte. Zu diesem Zeitpunkt konnte die Concordia dank ihres wuchtigen Wurfexperten Martin Hummel, der reihenweise Geschosse aus der zweiten Reihe abfeuerte, eine komfortable 12:6-Führung bejubeln. Dagegen überbot sich der TVH im Auslassen bester Gelegenheiten. Andreas Lex beispielsweise scheiterte schon nach sieben Minuten völlig freistehend an Teufelskerl Gabor Pulay. Der Ungar zwischen den Pfosten des Gastes avancierte zum besten Mann auf dem Feld und brachte die Hüttenberger Angreifer schier zur Verzweiflung. Vor allem Marc Langenbach musste sich in der zweiten Halbzeit die Blöße geben und gleich zweimal binnen 20 Sekunden völlig freistehend Pulays Stärke anerkennen.

Neben Pulay standen aber auch Marcel Rausch und Andreas Ulrich im Mittelpunkt. Die beiden 23-jährigen Schiedsrichter waren nicht immer Herr der Lage und ließen vor allem eine Tätlichkeit von Philip Seitle unbestraft. In der 13. Minute schubste der impulsive Rückraumspieler nach seinem erfolgreich abgeschlossenen Tempogegenstoß Mario Allendörfer zu Boden. Hüttenberg schaffte es trotzdem, wieder zurück in die Partie zu kommen. Auch wenn sich die 1220 Zuschauer mehrfach die Haare ob der fast schon dilettantischen Abschlussquote rauften. Zwischen dem 8:12 von Peter Dettling in der 22. Minute und dem 9:12 (26.) von Andreas Lex bestimmten technische Fehler das Spiel beider Mannschaften. Ob Dettling, der den Ball ungelenk ins Aus boxte, oder Michael Bepler, dessen Heber nur die Latte streifte – in dieser Phase gingen Pech und Unvermögen beim TVH Hand in Hand.

"Dennoch haben wir es geschafft, im Spiel zu bleiben. Dieser Kampfgeist und diese Moral sind sehr gute Eigenschaften meiner Mannschaft", freute sich Gorr über die kämpferisch gute Leistung seiner Jungs. Denn trotz der Widrigkeiten und der eigenen Abschlussquote rafften sich Mario Weber – der zweifelsohne ein Lichtblick im Hüttenberger Spiel war – und Co. wieder auf. Eine Viertelstunde vor dem Ende netzte Weber per Schlagwurf aus der zentralen Position zum 20:20 ein. Nachdem Delitzsch bis dato die Führung halten konnte, schien nun wieder alles offen zu sein.

Doch zur großen Kehrtwende reichte die Kraft dann nicht mehr. Nach Dettlings 22:22 (50.) kam Florian Laudt ins Spiel und half mit beherztem Einsatz einen ganz wichtigen Punkt zu retten. Dass das entscheidende Tor zum 26:26 in der 60. Minute ausgerechnet vom jungen Stefan Lex erzielt wurde, passte ins Bild. Denn nach zuvor vier vergebenen Siebenmetern (!) musste der 19-Jährige diese verantwortungsvolle Aufgabe auf sich nehmen. "Es ist richtig, dass wir bei Siebenmetern derzeit nicht so gut aussehen. Das ist schon ein Problem. Eigentlich muss nicht Stefan diesen Siebenmeter werfen.

" Am Ende konnte der TVH jubeln, denn aufgrund der personellen Situation und des Spielverlaufs wusste auch Gorr, dass das Ergebnis einen Punktgewinn zur Folge hat. Nun hofft man in Hüttenberg auf eine bessere Spielvorbereitung auf die Partie bei der SG Wallau am kommenden Samstag.

TV 05/07 Hüttenberg: Strzelec, Lang; Weber (7/1), Andreas Lex (2), Laudt (1), Dettling (3/1), Rigterink, Stefan Lex (5/3), Scholz (2), Bepler (1), Langenbach (3), Allendörfer (2).

Concordia Delitzsch: Pulay, Röttig; Kählke, Streitenberger, Hummel (11), Oehlrich (4), Warmuth, Maltsev (2), Eulitz (1), Weiß, Dietzmann, Riehn (1/1), Seitle (7), Pietzsch.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Rausch/Ulrich (Hannover). - Zuschauer: 1220.- Zeitstrafen: 6:18 Minuten. - Siebenmeter: 9/5:2/1.

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