Leschhorn feiert WM-Premiere

Er bezeichnet sich als »sehr erfolgs- und teamorientiert«, hat als nun 25-Jähriger in der Birklarer Firma Wolf ein Studium Plus zum Maschinenbau-Ingenieur als gelernter Industriekeramiker aufgenommen, ist nebenberuflich in der Kfz-Aufbereitung selbstständig und fühlt sich seiner großen Leidenschaft Rallyesport verpflichtet: Nico Leschhorn.

Leschorn, der am 21. März 2009 in Alsfeld erstmals bei einer Rallye am Start vertreten war, ist seit dieser Saison mit einem Peugeot 207 R3T unterwegs und hat bereits einige Podestplätze erfahren. Nach dem Funktionstest am letzten Samstag bei der 1. ADAC Rallye Horlofftal steht der Hungener an diesem Wochenende vor seiner bislang größten Herausforderung: Start bei der Rallye Deutschland, dem achten Lauf zur Weltmeisterschaft. Hier führt derzeit Seriensieger Sebastien Loeb (171) vor Mikko Hirvonen (128) und Petter Solberg (104). Allerdings, das ist im Vorfeld auch Nico Leschhorn sowie seiner Beifahrerin Jasmin Noll klar, fahren diese Piloten in einer anderen Liga, und an deren Zeiten sollten sich die Hungener auch nicht messen. Im Vorfeld der Rallye Deutschland unterhielt sich unser Redakteur Ronny Th. Herteux mit Nico Leschhorn.

Erste Teilnahme an einem WM-Lauf vor 200 000 Zuschauern: Ist der Herzschlag schon erhöht?

Leschhorn: »Ja, na klar, Aufregung pur.«

Die ADAC Rallye Horlofftal diente als letzter Funktionstest. Wie waren Sie mit dem Auto insgesamt zufrieden und wurden/werden noch Korrekturen vorgenommen?

Leschhorn: »Mit dem Auto bin ich zu 100 Prozent zufrieden. Wir werden hauptsächlich mit dem Reifendruck spielen, der Rest passt.«

Zählt bei der Rallye Deutschland in erster Linie die Zielankunft – oder gibt es kein Taktieren, fahren sie also auf Platz? Mit welchem Ergebnis wären sich vollauf zufrieden?

Leschhorn: »Also, ich wäre schon total zufrieden, wenn wir ohne Probleme Sonntagabend an der Porta Nigra stehen. Jede weitere Position nach vorne in Richtung Spitze ist das Sahnehäubchen.«

Die längste WP Panzerplatte auf dem Truppenübungsplatz mit einer Länge von fast 50 Kilometern ist fast schon legendär. Da ist auch die körperliche Fitness mehr denn je gefragt. Haben Sie sich speziell darauf vorbereitet?

Leschhorn: »Ja, 50 km am Stück ist schon echt hart. Ich habe mich sportlich und ernährungstechnisch seit einigen Wochen vorbereitet. Ich hoffe nur, dass es langt und die Konzentration und Kondition nicht gegen Ende der Prüfung abnehmen.«

Die Rallye läuft von Freitag bis Sonntag, da ist auch Logistik gefragt. Wie viele Personen umfasst das Team?

Leschhorn: »Das Rallyeteam Leschhorn/Noll umfasst viele Personen, in erster Linie meine Familie, die mich schon in der Vorbereitung stark unterstützt. Bei der Rallye Deutschland habe ich noch zwei ehrenamtliche Mechaniker, Bernard Zech und Felix Hegenauer. Mein Vater Ronald Leschhorn ist als Teamchef ebenfalls vor Ort.«

Die Deutschland-Rallye dürfte der Jahreshöhepunkt sein, welche Ziele möchten sie noch verwirklichen?

Leschhorn: »Nach der Deutschland-Rallye werde ich mich hauptsächlich auf das kommende Wintersemester vorbereiten. Bei uns in der Nähe fahre ich noch zwei Rallyesprints und den Rallyesprint in Storndorf von Jürgen Stehr. Das war es dann für dieses Jahr.« (htr)

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