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Klaus Beppler, sein TSV Langgöns und alle anderen Handball-Bezirksoberligisten fiebern nach der Corona-Zwangspause dem Saisonstart 2021/22 entgegen.

Leistungsträger gehen, Nachwuchs rückt nach

  • Harold Sekatsch
    VonHarold Sekatsch
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Gruppe 1

HSG Wettenberg II: Auf eine gute Vorbereitung könne man bei der zweiten Mannschaft der HSG Wettenberg zurückblicken, berichtet Johannes Wingefeld. »Aufgrund der Länge der Vorbereitungszeit konnten wir viel an den Grundlagen arbeiten«, erklärt der Co-Trainer. Ein weiterer positiver Aspekt: »Wir haben wenig Verletzte.«

Ganz von Verletzungen sind die Wettenberger allerdings nicht verschont geblieben. So wird Simon Wingefeld »voraussichtlich die ganze Runde« aussetzen. Nach einer Schulteroperation ist an ein Mitwirken vorerst nicht zu denken. Neu im Aufgebot ist Tristan Schepp, der in der vergangenen Saison noch in der Jugend A der HSG gespielt hat. Außerdem gehört mit Felix Rinn ein Spieler dem Kader an, der noch der A-Jugend angehört. Weitere Zugänge gibt es nicht. Das muss aber nicht mit Nachteilen verbunden sein. »Der Kader kennt sich weitestgehend schon sehr lange, viele Abläufe haben auch nach der langen Zeit noch gepasst«, stellt dazu der »Co« von Trainer Dragan Nenad fest. Allerdings sei es »nach eineinhalb Jahren Pause schwer zu sagen, wo man im Vergleich steht.« Von daher übt man sich in Zurückhaltung, wenn es um die Nennung des Saisonziels geht. Auf jeden Fall wolle man die Aufstiegsrunde erreichen.

HSG Großen-Buseck/Beuern: »Wenn wir die Klasse halten, haben wir ein gutes Jahr gehabt.« Jens Hohaus, Trainer der HSG Großen-Buseck/Beuern, musste in der Vorbereitung mehrere Rückschläge auf dem Personalsektor hinnehmen. Benjamin Stumpf hat sich erneut einen Kreuzbandriss zugezogen und wird lange aussetzen. Auch Luca Funk und Jan Schneider sind verletzt. Damit stehen (zumindest vorerst) drei Stammkräfte nicht zur Verfügung.

Es wird in der bevorstehenden Runde nicht leicht für die Busecker, doch kann der Trainer auch Positives vermelden. »Die Mannschaft ist stabil«, bemerkt Hohaus, der in der Saisonvorbereitung auf die Verfeinerung des 3-2-1-Systems wert gelegt hat. »Die Mannschaft hat gut mitgezogen«, macht er seinen Spielern dabei ein Kompliment. Im Training habe die handballspezifische Belastung eine Rolle gespielt, auch, um etwaigen Verletzungen vorzubeugen. Denn weitere Ausfälle sind natürlich Gift für die Busecker, die in den vergangenen Spielzeiten aber immer wieder für Überraschungen gut waren. Aber das ist rund zwei Jahre her, und das Gesicht der Mannschaft hat sich gewandelt. Doch auf die »alten Tugenden« können sicherlich auch die aktuellen Spieler zurückgreifen, um das Klassenziel zu erreichen.

HSG Dutenhofen/Münchholzhausen III: Torben Wegner ist zufrieden, vielleicht sogar mehr als das. »Die Vorbereitung lief gut«, verrät der Trainer der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen III. »Wir haben keine Verletzten, viele Testspiele ausgetragen und die Mannschaft hat gut mitgezogen«, freut sich Wegner. Was will man mehr? Da die »Dritte« des Bundesligisten in personeller Hinsicht gut ausgestattet ist, keine Abgänge und mehrere Zugänge zu verzeichnen hat, fällt es schwer, sie nicht zum engen Kreis der Aufstiegsanwärter zu zählen.

Seit Ende Mai befindet sich die Mannschaft im Training, mit Pausen, versteht sich. Zunächst stand »Athletik« auf dem Trainingsplan. Nach eineinhalb Monaten »haben wir den Ball in die Hand genommen«, so Wegner. Von Vorteil sei es gewesen, dass immer sehr viele Akteure im Training gewesen waren, und so konnten in den Übungseinheiten Taktik und Spielverständnis verfeinert werden. »Die Spieler haben 100 Prozent gegeben«, zieht der Übungsleiter vor seinen Akteuren den Hut.

Angesicht der Unwägbarkeiten, die auch die lange Handballpause mit sich bringt, ist man bei der Nennung des Saisonziels vorsichtig. Immerhin soll die Aufstiegsrunde mit möglichst wenigen Minuspunkten erreicht werden.

HSG Lumdatal II: »Eine anspruchsvolle Aufgabe.« Fabian Hoepfner, selbst aktiver Handballer beim Oberligisten HSG Kleenheim-Langgöns, führt den Aufsteiger HSG Lumdatal II durch das für den Neuling vermutlich unruhige Bezirksoberliga-Fahrwasser. Ziel ist logischerweise der Ligaverbleib. Für einen Aufsteiger, der erst in der neuen Liga Fuß fassen muss, eine nicht deplatzierte Bescheidenheit.

In den ersten Spielen hat es Lumdatal mit der MSG Kirchhain/Neustadt (in Kirchhain) und dem TV Wetzlar (in eigener Halle) zu tun, mit zwei zwei Mannschaften also, die wohl ebenfalls den Klassenerhalt anstreben (dürften). »Es war eine schleppende Vorbereitung«, sagt Fabian Hoepfner. Aber immerhin seien die Trainingsspiele zu seiner Zufriedenheit verlaufen. Erfreulich war, dass die Spieler in der Vorbereitungszeit »mitgezogen« hätten. Nicht untypisch für eine zweite Mannschaft ist, dass die Akteure zumeist sehr jung sind. »Das Durchschnittsalter liegt zwischen 20 und 21 Jahren«, verrät der Coach, dessen Mannschaft Spieler aus der HSG-«Dritten« und der A-Jugend aufgenommen hat. Es ist spannend zu sehen, wie sich die junge Garde gegen die Arrivierten dieser Klasse schlägt.

Gruppe 2

TSV Langgöns: »Mit Höhen und Tiefen« verlief nach Aussage von Thomas Wallendorf, Trainer des TSV Langgöns, die Saisonvorbereitung. So waren die Sporthallen lange geschlossen, sodass die Trainingseinheiten zunächst auf dem Beachplatz absolviert wurden. Durch Urlaub o. ä. sei die Vorbereitung weiter »ein bisschen gestört« worden. Am Ende war der Trainer dann doch zufrieden.

Von einer klaren Favoritenstellung seiner Mannschaft in dieser Gruppe will Wallendorf nichts wissen. »Es gibt keinen absoluten Favoriten«, stellt er fest. Wichtig sei, von Verletzungen verschont zu bleiben. Außerdem ist es von Vorteil, »breit« aufgestellt zu sein. Das dürfte beim TSV mit 21 Spielern im Kader der Fall sein. »Wir haben einen hohen Altersdurchschnitt«, stellt Thomas Wallendorf fest. Das hat nicht nur Nachteile. Dabei bewegt sich das Altersspektrum zwischen 18 und 40 Jahren. Ziel der Mannschaft ist auf jeden Fall die Aufstiegsrunde.

HSG Linden II: Mit Sören Asboe präsentiert die HSG einen neuen Coach, dessen handballerische Wurzeln beim TV Lützellinden liegen. Dabei hat Asboe kein leichtes Amt angetreten, denn in personeller Hinsicht hat bei seiner Mannschaft ein Umbruch stattgefunden. Vier Zugängen, davon zwei aus der eigenen »Dritten«, stehen sieben Abgänge (das Gros wechselt in die »Erste« der HSG) gegenüber. »Unser einziges Ziel ist der Klassenerhalt«, sagt Asboe auch. Dabei sei die Saisonvorbereitung eine »Riesenherausforderung« gewesen.

Und das aus mehreren Gründen. Einmal dauerte die Vorbereitung rund vier Monate, sodass der Coach seine Akteure über diese Zeit »bei Laune halten« musste, zum anderen haben auch Führungsspieler die Mannschaft verlassen und suchen im Landesligateam der Lindener eine neue Aufgabe. »Die Leistungsträger können wir nicht kompensieren«, sagt Asboe, also müsse »die Mannschaft neu sortiert werden.« Obwohl er mit dem Engagement seiner Spieler in der Vorbereitung zu »100 Prozent« zufrieden ist, bleibt der Trainer in seiner Einschätzung zurückhaltend: »Wir wissen, wo wir stehen und gehen mit einer Portion Demut in die neue Runde.«

Dennoch ist der neue Coach von seiner Mannschaft überzeugt. Handballtechnisch dürfte die HSG Linden II die Anforderungen dieser Klasse erfüllen. Doch in den vergangenen Jahren haben Leistungsschwankungen die Mannschaft immer wieder in Schwierigkeiten gebracht. Kann das abgestellt werden, ist das schon ein großer Schritt nach vorn.

HSG Kleenheim-Langgöns II: Julian Reusch, Trainer der HSG Kleenheim-Langgöns II, ist nicht zufrieden. »Die Vorbereitung verlief eher schlecht«, sagt der ehemalige Oberliga-Handballer des Vereins. »Es war schwierig. Wir hatten viele Verletzungen.« Und dann warf Corona ihn in seinen Planungen auch zurück. In der ersten Zeit verhinderte die Kontaktsperre eine Vorbereitung wie in den vergangenen Jahren. Dennoch freuen sich alle, allen voran der Trainer, auf die neue Runde.

Im Sommer habe es zwar einen kleinen »Durchhänger« gegeben, doch je näher der Saisonstart kommt, desto motivierter seien die Spieler. Auch wenn die Kleenheimer »Zweite« in den vergangenen Spielzeiten immer wieder große Schritte nach vorn gemacht hat, sieht der Coach das Team wahrlich nicht als Titelfavorit. Die Aufstiegsrunde ist aber das Ziel der Mannschaft, die mit ihrem Tempohandball und den brandgefährlichen Gegenstößen in den letzten Jahren Erfolg hatte.

Mit Mark Weller und Leon Dilges verfügt das Team nach wie vor über Akteure, die über die notwendige Schnelligkeit verfügen. Kann die SGK-Mannschaft an die starken Leistungen der vorletzten Saison anknüpfen, dann ist mit ihr zu rechnen.

SG Rechtenbach: Drei Abgänge, die weh tun können. Robin Zapf, Julius Thrun und Daniel Böhm haben die SG Rechtenbach mit unterschiedlichen Zielen verlassen und so vermutlich große Löcher im Kader gerissen. Mit externen Kräfte wolle man diese nicht schließen, sagt Trainer Christian Kunz und liefert die Begründung gleich hinterher: »Wir haben eine tolle A-Jugend!« Die Rechtenbacher setzen komplett auf den eigenen Nachwuchs. Auch wenn Leistungsträger den Verein verlassen haben, geht der Coach durchaus optimistisch in die neue Saison: »Wir haben eine geile Mannschaft und einen geilen Teamgeist«, macht er sich und seinen Spielern Mut für die bevorstehenden Aufgaben. Dennoch wird es nicht leicht.

»Der Klassenerhalt wäre ein toller Erfolg«, muss Kunz einräumen. Die Arbeit mit den zumeist jungen Spielern bereitet ihm viel Spaß, eine Grundlage für ein erfolgreiches Abschneiden. Den Rechtenbachern geht es aber so wie den anderen Mannschaften auch: Nach der Corona-Pause weiß man nicht so recht, wo man steht. Die Karten werden neu gemischt. Mit dem Elan einer jungen Mannschaft kann man bestimmt vieles erreichen, sicherlich auch den Klassenerhalt.

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