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Andrea Schulz und die TSG Leihgestern streben auch 2019/20 einen vorderen Landesliga-Tabellenplatz an.

TSG Leihgestern hoch im Kurs

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Ein mittelhessisches Quintett vertritt die heimischen Farben in der Handball-Landesliga Mitte der Frauen. Hoch eingeschätzt wird im Zwölferfeld einmal mehr die TSG Leihgestern.

Mit fünf mittelhessischen Teams ist die Handball-Landesliga Mitte der Frauen bestückt. Nachdem die HSG Lumdatal in der letzten Runde ungeschlagen in die Oberliga aufgestiegen ist, konnten sich gleich zwei Gießener Mannschaften einen Platz in der Landesliga sichern. Die HSG Wettenberg als Meister der Bezirksoberliga und der TV 05/07 Hüttenberg II, der über den Umweg Relegation dazustieß. Die Liga verspricht spannend und ausgeglichen zu werden und über die Favoriten sind sich die heimischen Trainer größtenteils einig: TSG Leihgestern, HSG VfR/Eintracht Wiesbaden und HSG Eibelshausen/Ewersbach.

TSG Leihgestern

Nachdem der Aufstieg in der letzten Saison mit sieben Minuspunkten verpasst wurde, wollte Trainerin Jonna Jensen in dieser Runde mit verschlanktem Kader erneut ins Titelrennen eingreifen. Verletzungen und beruflich bedingt absehbare Ausfälle scheinen ihr allerdings schon vor dem ersten Spieltag einen Strich durch diese Rechnung zu machen. Auch die Vorbereitung verlief holperig und war dünn besetzt.

Paulina van Wickern hat sich früh in der Vorbereitung am Knie verletzt, Olivia Reeh musste mit einer Gesichtsverletzung pausieren und Andrea Schulz zog sich auf einem Turnier auch noch eine Verletzung im Gesicht zu. In der Urlaubszeit war es ebenfalls ein munteres Kommen und Gehen im Trainingsbetrieb. Bis Ende August war es somit nicht möglich, auch nur ein einziges Mal komplett zu trainieren. "Aber wir haben das Beste daraus gemacht und die Spielerinnen, die anwesend waren, haben sich gut weiterentwickelt", erklärte Jensen. "Jetzt heißt es abwarten, wie sich das in der Liga gestaltet, die Konkurrenz hat nicht geschlafen."

Die größte Veränderung gibt es bei der TSG auf der Torhüterposition, hier wird das Duo der Vorsaison, Katharina Schnaubelt und Franziska Türk, durch die Neuzugänge Laura Stövesand und Alexandra Krämer ersetzt. Krämer kommt aus Trier und Stövesand aus Hungen/Lich. Trainerin Jonna Jensen zeigte sich durchaus angetan von den Leistungen der Torfrauen: Auf Rechtsaußen ist die in Gießen studierende Nina Zieger neu im Team dabei. "Sie pendelt aktuell noch viel nach Hause, ich hoffe das sie mehr Konstanz während dem Semester zeigen wird", so Jensen.

"Wir wollten eigentlich gezielt reduzieren, damit jedem die Verantwortung klar ist, jeder seine Rolle kennt und wir uns gut einspielen können. Da ärgert es mich, dass der Aderlass dann doch größer ist, als geplant." So geht es mit einer Kreisläuferin und einer Linksaußen in die Runde, in der Hoffnung, dass verletzte Spielerinnen schnell wieder zur Verfügung stehen.

Als Saisonziel ist die "Verbesserung in Abwehr und Angriff ausgegeben", so Jonna Jensen. Sie erwartet eine sehr ausgeglichene Liga, in der sie Eibelshausen, Dutenhofen und Eddersheim und auch ggf. Wiesbaden als Favoriten um die Meisterschaft nennt.

Am Samstag startet die TSG Leihgestern im Nachbarschaftsduell bei dem TV Hüttenberg II. "Das wird die erste wirkliche Standortbestimmung für uns."

TV 05/07 Hüttenberg II

Als Zweiter der Bezirksoberliga hatten die Damen von Trainer Stefan Mappes die Chance, in der Relegation den Aufstieg in die Landesliga zu realisieren. Nachdem man die SG Nied im Heimspiel mit 27:18 von der Platte geputzt hatte, konnte man sich in Nied ein 19:20-Niederlage erlauben und die Überraschung Aufstieg war perfekt. "Eigentlich war unser Plan noch ein Jahr für die Bezirksoberliga ausgelegt, da wir eine sehr junge Mannschaft haben", erklärt Mappes. Das Durchschnittsalter liegt bei unter 22 Jahren, da auch viele A-Jugendliche zum Einsatz kamen und kommen.

Nach dem Aufstieg hatte der TVH II einen personellen Aderlass zu verkraften, gleich fünf Spielerinnen verließen die Mannschaft. Es gelang jedoch, den Kader nominell aufzufüllen und eine schlagkräftige Truppe für die Landesliga, in der man jahrelang beheimatet war, zusammenzustellen. Daher war in der Vorbereitung viel Teambuilding und Arbeit in Kleingruppen gefragt, um die Einzelspielerinnen zu einer Einheit zu formen. "Wir haben zwar auch ein paar Testspiele gemacht, unser Schwerpunkt lag aber im Training", so Mappes.

Neu im Team sind aus Burgsolms Regina Walter und Kira Rüpprich. Sina Wallenfels wechselte aus Kleenheim und aus Wettenberg ist nach einer Pause Sophie Stroh für die Kreisläuferposition nach Hüttenberg gewechselt. Alisa Schepp (nach Pause) und Kaja Saul (A Jugend) werden zusätzlich im Landesligateam mitspielen. Es gibt allerdings auch fünf Abgänge zu vermelden: Meike Bühl (Studium), Sascha Müller (Oberursel), Julia Hels (Dutenhofen), Annika Jung (Klein Linden), Verena Seipp (TVH I) stehen nicht mehr im Kader der Landesliga-Damen. Im Verlauf der Saison sollen Julia Claus und Leonie Patzschke wieder zur Mannschaft kommen.

Als Zielsetzung gibt der erfahrene Trainer die Stabilisation der Mannschaft aus. "Wir müssen jetzt erst mal in der Liga ankommen, um einschätzen zu können, was für uns möglich ist. Wir würden die Liga natürlich gerne halten, das werden wir mit aller Macht probieren." "Wir müssen es mit unserer Abwehr schaffen, den Gegner zu unüberlegten Aktionen und schlechten Entscheidungen zu treiben." Aus einer offensiven Abwehr soll durch ein schnelles Umschaltspiel über die erste und zweite Welle ein leichter Torerfolg erzielt werden. "Wir werden in jedem Spiel einige einfache Tore brauchen, um als Sieger vom Feld gehen zu können", ist sich Mappes sicher. Unter allzu großen Druck wird man die jungen Spielerinnen allerdings nicht setzen.

Die erste Partie gegen die TSG Leihgestern am Samstag um 20 Uhr sieht Mappes als zusätzliches Vorbereitungsspiel an, in das man unbeschwert reingehen kann.

SG Kleenheim/Langgöns U 23

Die SGK II ist mit kurzen Unterbrechungen, in denen sie in der Oberliga spielte, seit Jahren fester Bestandteil der Landesliga. Nachdem Tim Straßheim sein Traineramt mit Ablauf der letzten Saison niedergelegt hatte, konnte Christian Manderla für diese Aufgabe gewonnen werden. Manderla ist ein alter Bekannter im Verein, hat vor einigen Jahren bereits erfolgreich in der Jugendarbeit mitgewirkt. "Die Ausbildung und Weiterentwicklung der Mädels steht über Allem", so der neue Coach.

"Wir stehen vor einer spannenden Saison mit vielen Herausforderungen, die aufgrund der Abgänge und des neuen übergreifenden Konzeptes mit den Nachwuchsspielerinnen aus der ersten Frauenmannschaft und U 19 sicherlich noch etwas Zeit benötigt. Der große Vorteil ist, dass jede junge Spielerin bei uns sofort Verantwortung übernehmen kann und muss. Darin sehe ich eine große Chance für meine Mannschaft."

Verantwortung, Mut, Ehrgeiz und Vertrauen in die eigene Mannschaft stehen für Trainer und den jungen Kader an erster Stelle. Als Ziel ist ein Mittelfeldplatz ausgerufen, die Leistung in vielen Spielen abrufen und damit die Zuschauer zu überzeugen, vermehrt in die Halle zu strömen.

Erstes Spiel: Sonntag, 15. September, 14.30 Uhr gegen den TSV Griedel.

HSG Wettenberg II

Mit lediglich sieben Minuspunkten sicherten sich die Wettenbergerinnen die Meisterschaft in der Frauenhandball-Bezirksoberliga und somit den Aufstieg in die Landesliga. Da Mannschaft und Trainer Neuland betreten, hat die HSG in der Vorbereitung gegen einige Landesliga-Mannschaften aus dem Norden getestet. "Wir müssen erst mal reinkommen", erklärt Trainer Henrik Schneider. "Da merkt man schon, dass da noch mal ein anderes Tempo, eine andere Härte drin ist. Wir haben festgestellt, dass die Mädels eine Viertelstunde Anlaufzeit brauchen, um sich darauf einzustellen. Kontakt und Geschwindigkeit annehmen, müssen sie lernen. Aber darauf freuen wir uns."

Mit einem Altersschnitt von 21 Jahren hat man beim Hess-Pack-Cup und in Dittershausen gespielt. Der Kader ist im Gros zusammengeblieben, Zugänge wurden lediglich aus der eigenen Jugend generiert, die bereits im letzten Jahr zum großen Teil mit zum Aufstieg beigetragen hat. Mit Birte Kant ist eine erfahrene Kreisläuferin dabei, die den Altersschnitt etwas hochdrückt. "Sie wollte eigentlich in die dritte Mannschaft, aber mangels Masse am Kreis haben wir gesagt, du bleibst", schmunzelt Schneider. "Sie ist diejenige, die aus Erwachsenensicht bei Unzufriedenheiten auch mal auf den Tisch haut."

Die Saison-Zielsetzung ist klar der Klassenerhalt, aber die Priorität liegt eindeutig in der eine Klasse höher angesiedelten ersten Mannschaft. "Hier werden wir gegebenenfalls aushelfen, denn was nutzt uns der Klassenerhalt, wenn die Erste absteigt", so Schneider.

Erstes Spiel: Samstag, 21. September, 18 Uhr bei der TSG Leihgestern.

HSG Dutenhofen/Münchholzhausen

Coach Sebastian Roth musste mit seiner Mannschaft lediglich zwei berufsbedingte Abgänge verkraften, konnte dafür aber mit sechs Spielerinnen kräftig aufstocken. Vier externe Zugänge stoßen direkt zum Team und zwei A-Jugendliche aus Biebertal sollen per Zweitspielrecht langsam an die höhere Belastung herangeführt werden. "Hier liegt das Hauptaugenmerk aber bei Bieber", so Roth. Zudem kehren Rafaela Carotenuto nach Kreuzbandriss und Frauke Kreiling nach Babypause zurück in den Kader. "Daher sehe ich uns breiter aufgestellt wie letztes Jahr, wo wir am Ende teilweise nur noch mit acht Feldspielerinnen auf der Platte standen." Dennoch holte die HSG in der Rückrunde 14 Punkte und sicherte sich somit auf den letzten Drücker den Klassenerhalt.

Sebastion Roth erhofft sich durch diese personellen Veränderungen eine bessere Runde als in der abgelaufenen Saison zu spielen. "Die neuen Spielerinnen können uns sicherlich dabei helfen, die fehlende Kontinuität der vergangenen Saison zu verbessern", so der Trainer. Durch die Vielzahl der neuen Spielerinnen war ein Schwerpunkt in der Vorbereitung natürlich die Integration der Zugänge. Der Kader umfasst 21 Spielerinnen, es wird also in der Aufstellung die eine oder andere Überraschung geben.

"Jetzt geht es mit Vollgas in die neue Saison", freut sich Roth, der mit der Vorbereitung sehr zufrieden ist. Er hat mit seinen Damen ein weiteres Deckungssystem einstudiert, die Integration der neuen Spielerinnen verlief reibungslos, weshalb Roth optimistisch auf die neue Runde blickt. In Dutenhofen und Münchholzhausen rechnet man in der Liga mit einem breiten Mittelfeld, "deswegen ist jedes Spiel wichtig". Daher lautet die Marschroute, sich schnell aus den unteren Tabellenregionen zu verabschieden und im Mittelfeld zu etablieren.

Erstes Spiel: Samstag, 18.30 Uhr, bei der HSG Sindlingen/Zeilsheim.

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