Freud und Leid liegen bei der Futsal-Endrunde des Fußball-Nachwuchses immer ganz eng beieinander. Nur in dieser Saison nicht, die Corona-Pandemie hat allen Beteiligten einen Strich durch die Rechnung gemacht. ARCHIVFOTO: FRIEDRICH
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Freud und Leid liegen bei der Futsal-Endrunde des Fußball-Nachwuchses immer ganz eng beieinander. Nur in dieser Saison nicht, die Corona-Pandemie hat allen Beteiligten einen Strich durch die Rechnung gemacht. ARCHIVFOTO: FRIEDRICH

Fußball

Der leere Terminkalender der heimischen Fußballer

  • Michael Schüssler
    vonMichael Schüssler
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Seit einer gefühlten Ewigkeit ist der Hallenfußball eine feste Einrichtung im Sportkreis Gießen. Doch im Winter 2020/2021 ist alles anders.

Seit mehr als 30 Jahren wird zwischen den Jahren in der Sporthalle Ost der Fußball-Stadtpokalsieger gesucht. Doch nicht in diesem Jahr. Bereits im August verständigte man sich, den "Budenzauber" abzusagen. "Wir können nicht planen. Aufgrund der aktuellen Verordnungen ist es uns nicht möglich, diese Veranstaltung durchzuführen - Stand jetzt", hatte Gerd Kerzmann (TSV Klein-Linden) mit Wehmut bereits im August gesagt. Und da waren die Beschränkungen noch nicht so rigide wie aktuell.

Aber nicht nur die Senioren pausieren in diesem Jahr, auch der Stadtpokal für die Junioren wurde seinerzeit ausgesetzt. "Wir verfahren da analog und verzichten auf eine Ausschreibung dieser Veranstaltung", hatte Gießens Sportamtsleiter Tobias Erben auf Anfrage dieser Zeitung erklärt. Das war ebenfalls im August, aktuell wäre ohnehin angesichts des kompletten Lockdowns nichts möglich gewesen. Der Terminkalender für den Fußball-Interessierten ist einfach leer.

Von der Corona-Pandemie hart getroffen sind die Nachwuchsfußballer. Die wären eigentlich seit einigen Wochen schon im Futsal-Wintercup beschäftigt, doch auch dieser kann in dieser Saison nicht stattfinden.

"Es ist eine Katastrophe, dass wir die Futsal-Saison nicht spielen können, zumal den Kindern insgesamt vor allem das Training fehlt. Hier könnten sie sich auspowern. Mit Blick darauf muss ich auch sagen, dass ich Angst habe, dass viele sich von unserem Sport abwenden könnten", blickt Gießens Kreisjugendfußballwart Klaus-Jürgen Schretzlmaier nicht gerade optimistisch in die nähere Zukunft. Sein Lichtblick aber ist in diesen Tagen und Wochen: "Ich hoffe, dass wir im Frühjahr wieder draußen den Spielbetrieb aufnehmen können."

Seit Ende Oktober liegt der Senioren- und auch Junioren-Spielbetrieb darnieder, nichts geht mehr. Den Kindern und Jugendlichen fehlt das Training, ebenso natürlich der Wettkampf. Von den sozialen Kontakten ganz zu schweigen. Das gilt natürlich auch für alle anderen Sportarten, die sich auch um ihren Nachwuchs sorgen.

"Es ist schon komisch. Das ist so eine liebgewordene Tradition, das man sich beim Stadtpokal Gießen oder beim Stadtpokal von Hungen und Lich getroffen hat. Aber das geht in diesen Zeiten eben nicht. Aber es fehlt etwas, das muss man einfach sagen. Besonders leid tut es mir jedoch für die Jugend. Die Futsal-Endrunde im Februar beziehungsweise im März war immer ein Highlight für unseren Nachwuchs", pflichtet Gießens Kreisfußballwart Henry Mohr seinem Jugend-Amtskollegen bei.

Einen festen Platz im Terminkalender hatte "zwischen den Jahren" der Stadtpokal Hungen/Lich. Aber auch für den gilt - dieses Jahr nicht. Doch Jörg Jackl, Institution beim TSV 1848 Hungen und im Vorstand der FSG Villingen/Nonnenroth/Hungen, sieht das Ganze pragmatisch. "Es ist nun mal so, alles ist runtergefahren worden. Und die Gesundheit steht an allererster Stelle. Vielleicht können wir ja 2021 wieder in die Halle gehen. Aber eines muss man festhalten: Für die Kinder ist das fast schon ein verlorenes Jahr", sieht Jackl den Nachwuchsbereich durchaus in Gefahr.

So lebt die Hoffnung aktuell davon, dass man im Frühjahr vielleicht den Fußball-Spielbetrieb im Freien wieder wird aufnehmen können und dürfen - bei den Senioren und den Junioren.

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