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So sehen Sieger aus: Die Bank der 46ers und Trainer Rolf Scholz bejubeln den Coup in Oldenburg.

Gießen 46ers

Lebenszeichen der Gießen 46ers im Abstiegskampf

  • vonSebastian Kilsbach
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Mit dem 97:93-Erfolg in Oldenburg ist den Gießen 46ers am Freitagabend in der Basketball-Bundesliga eine faustdicke Überraschung gelungen.

Mit breitem Lächeln trat Brandon Thomas vor die Kamera von MagentaSport. 16 seiner 25 Punkte hatte der Routinier im Schlussviertel erzielt und damit ein 61:72 in der 28. Minute gedreht. »Der Sieg fühlt sich gut an und gibt Selbstvertrauen. Wir müssen uns entwickeln, da hilft es, so einen Sieg ›on the road‹ in Oldenburg zu holen«, strahlte der US-Amerikaner.

Auch sein Trainer Rolf Scholz lobte: »Thomas ist heute vorangegangen. Bezeichnend war aber, dass wir heute fünf Leute mit zweistelligen Werten hatten, 20 Assists als Team gespielt haben und die Rebounds gegen eine sehr körperliche Mannschaft ausgeglichen gestalten konnten.«

Dabei mussten die 46ers auf die Dienste von Big Man Chad Brown verzichten (Rückenprobleme). Beim Gastgeber fehlte Keith Hornsby, der am Mittwoch gegen Hamburg noch den Dreier zum Sieg eingestreut hatte. Generell war Oldenburg anzumerken, dass es sich um das dritte Spiel in sechs Tagen handelte. Gießen indes musste Dienstag aufgrund der kurzfristigen Absage der Würzburg-Partie unverrichteter Dinge wieder abreisen und wirkte frischer. Das wollte Coach Mladen Drijencic nicht als Ausrede gelten lassen: »Wenn du denkst, das wird ein Betriebsausflug, dann kommt das so«, machte der Trainer seinem Zorn Luft.

Gießen sollte das dritte Viertel deutlich verlieren und in alte Muster zurückfallen; ansonsten gelang den Mittelhessen in beinahe allen Belangen aber mindestens ein Schritt nach vorne. Als John Bryant die Oldenburger Zone mit einem Dreier knackte, stand es bereits 12:5. Ohne Brown nutzten es die Norddeutschen geschickt, dass Bryant immer wieder Pausen gewährt wurden. Nathan Boothe vernaschte den eingewechselten Scottie James Jr. mehrmals in Brettnähe. Erst als Bryant in der Schlussphase zurückkehrte und auf 23:15 stellte, war Gießen wieder auf Kurs.

Die Hausherren schienen ihrer Favoritenrolle in der Folgezeit gerecht zu werden. Verteidigte Gießen bis zur Ablauf der Schussuhr gut, zauberte Oldenburg überraschende Lösungen aus dem Hut. So netzte der ehemalige 46ers Braydon Hobbs etwa einen Notwurf drei Meter jenseits der Dreierlinie. Scholz stemmte sich mit zwei schnellen Auszeiten gegen den Abwärtstrend. Dennoch eroberte Oldenburg eine knappe Führung zurück (43:39, 17.). Jonathan Stark sowie Thomas von außen sorgten aber für ein 52:49 zur Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel kannte das Spiel nur eine Richtung. Der Meister von 2009 etablierte eine solide Führung. Hatte Gießen im ersten Durchgang nur drei Ballverluste produziert, waren es im dritten Quarter sieben. »Wir haben aber nicht aufgesteckt. Obwohl wir natürlich den Rhythmus verloren haben, haben wir nicht aufgegeben und weitergekämpft«, erklärt Scholz, warum das zu keinem nachhaltigen Bruch führte.

Vor allem Thomas lief zu Hochform auf. Erst per Dreier, dann nach Steal im Fastbreak eroberte der Forward die Führung zurück (78:76, 34.). Diesen Vorsprung verteidigten die Lahnstädter eisern und generierten in den Schlussminuten viele wichtige Stops. Ausgerechnet der sonst von außen oft glücklose Brandon Bowman erzielte bei noch 45 Sekunden das 95:91. Der Sieg schien in greifbarer Nähe. Phil Pressey nahm gegenüber den schnellen Dreier, verpasste aber. Erst als der Rebound sicher in den Pranken von Bryant landete, erfüllten die Siegesschreie der 46ers die EWE Arena.

»Die Jungs haben sich das verdient, sie haben viel eingesteckt die letzten Wochen«, war Scholz einfach happy. So kann es am Sonntag gegen Hamburg gerne weitergehen.

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