Langsam, schlampig, ideenlos

(jms) Auf den Trikots des Fußball-Hessenligisten SVA Bad Hersfeld stand in dicken Lettern "Festspielstadt". Zwar konnten weder der Gast aus Osthessen - und schon gar nicht die Heimmannschaft des FSV Fernwald - gestern Abend bei herrlichen Bedingungen die 180 Zuschauer in Steinbach mit spielerischen Appetithäppchen verwöhnen. Doch freuen durfte sich der Neuling trotzdem, denn der feierte mit dem 2:0 seinen ersten Saisonsieg, während beim FSV Fernwald nach einer sehr dürftigen Vorstellung und der vierten Saisonniederlage Katzenjammer angesagt war.

(jms) Auf den Trikots des Fußball-Hessenligisten SVA Bad Hersfeld stand in dicken Lettern "Festspielstadt". Zwar konnten weder der Gast aus Osthessen - und schon gar nicht die Heimmannschaft des FSV Fernwald - gestern Abend bei herrlichen Bedingungen die 180 Zuschauer in Steinbach mit spielerischen Appetithäppchen verwöhnen. Doch freuen durfte sich der Neuling trotzdem, denn der feierte mit dem 2:0 seinen ersten Saisonsieg, während beim FSV Fernwald nach einer sehr dürftigen Vorstellung und der vierten Saisonniederlage Katzenjammer angesagt war.

Bei den biederen und taktisch schwach agierienden Fernwäldern waren für diese Partie Umstellungen notwendig geworden. Jan-Erik Münnich, der aus beruflichen Gründen in Dortmund weilt, musste passen. Für ihn rückte Kevin Buycks auf die rechte Abwehrseite. Da konnte der Neuzugang aus Waldgirmes aber über die komplette Spielzeit nicht überzeugen, immer wieder verlor er wichtige Zweikämpfe. Erstmals zum Einsatz kam außerdem Zugang Stefan Schrod, der den Platz von Dominik Völk in der Innenverteidigung einnahm, der seinerseits auf die linke Abwehrseite wechselte. Die Folgen dieses wilden Wechselspiels waren unverkennbar: Fernwald schwamm und gab gegen die gezielten Nadelstiche der SV-Offensivabteilung eine sehr schwache Figur ab.

Nachdem sich die Gastgeber in der Anfangsphase ein leichtes Übergewicht erarbeiteten, kam der Treffer von Sebastian Fey zum 1:0 in der 14. Minute etwas überraschend. Fey profitierte von einem tollen Zuspiel des bärenstarken Alexander Müller, legte eine tolle Drehung hin und überlupfte FSV-Keeper Tobias Haardt der sechs Meter vor seinem Kasten positioniert war. Das ohne Selbstvertrauen agierende Heimteam war mit diesem Rückstand überfordert. Eine spielerische Linie war nicht zu erkennen.

Denn fortan versuchte der FSV sein Glück mit langen Bällen. Eine einfallslose Idee, um den Erfolg zu erzwingen, zumal Sturm-Ass Daniel Beck im Zentrum sehr glücklos agierte und von seinem Trainer Niko Semlitsch in der 55. Minute gegen Williams Belloff ausgetauscht wurde. Zufallsproduktionen wie die Flanke von Dominik König, die Hersfelds Daniel Hess beinahe ins eigene Tor gegrätscht hätte (25.), oder Advan Cakiqis Verlegenheitsschuss aus 25 Metern weit über den Kasten waren noch am gefährlichsten. "Wir haben große Probleme. Wir spielen nicht nur schwach, sondern uns fehlt auch ein bisschen das Glück. Mir ist es noch nicht gelungen eine Mannschaft zu finden, die über längeren Zeitraum zusammenspielen kann.

Uns fehlen die Spieler, die das Heft in die Hand nehmen. Daniel Beck etwa war ganz schwach", ärgerte sich FSV-Trainer Niko Semlitsch später.

Das fehlende Glück machte sich in der 69. Minute bemerkbar, als Dominik König per Strafstoß am sonst sehr unsicher wirkenden SVA-Keeper Christian Kirbus scheiterte. Zu diesem Zeitpunkt standen die Mittelhessen bereits mit dem Rücken zur Wand. Denn Alexander Müller nutzte in der 53. Minute nach einem langen Ball der SVA-Verteidigung ein Missverständnis der Innenverteidigung mit FSV-Torwart Haardt zum 2:0 aus. Auch wenn sich die Fernwälder in der Folgezeit um den Anschluss bemühten, so fehlte gegen den zuvor sieglosen Aufsteiger die Präzision bei den Standards, Einfallsreichtum aus dem kreativen Mittelfeld und die Ordnung in der Defensive um bissige und kompakte Gäste aus der Reserve zu locken. Semlitsch weiß, dass er nun viel Arbeit vor sich hat: "Bis zum Wochenende in Vellmar muss ich eine Truppe finden die im Stande ist, zu punkten. Nach diesem Spiel eine schwere Aufgabe."

FSV Fernwald: Haardt; Buycks, Schrod, Nicolai König, Völk, Burim Gashi, Di Rosa, Dominik König (ab 79.Egzon Gashi), Cakiqi (ab 50. Geist), Damar, Beck (ab 55. Belloff).

SVA Bad Hersfeld: Kirbus; Hess (ab 82. Dercho), Pfeiffer, Ebinger, Benn, Brieschke, Fey, Jäger (ab 62. Göbel), Simon, Geyer (ab 70. Wiegand), Müller.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Rafael Foltyn (Mainz-Kastel). - Zuschauer: 180. - Torfolge: 0:1 (14.) Fey, 0:2 (53.) Müller.- Besondere Vorkommnisse: Kirbus hält Foulelfemter von Dominik König (69.).

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