Langen eine Nummer zu groß für Pointers

(lad) Misslungenes Debüt in der 2. Basketball-Bundesliga Pro B für die VfB 1900 Gießen Pointers: Die Universitätsstädter unterlagen am Samstagabend in ihrem ersten offiziellen Heimspiel in der Osthalle vor 300 Zuschauern mit 53:82 (22:46) gegen den TV Langen, der mit seinem mittelhessischen Gastgeber Katz und Maus spielte. "Es bleibt uns nichts anderes übrig als anzuerkennen, dass Langen deutlich besser war als wir - in allen Belangen", stellte Pointers-Trainer Dejan Kostic nach dem Hessenderby fest.

Dieses hatte aus Sicht des Aufsteigers von Beginn an unter keinem guten Stern gestanden, denn erst am Vorabend des Spiels hatte sich überraschend herausgestellt, dass für Neuzugang Josh Washington, der in den letzten Vorbereitungsspielen mit je rund 25 Punkten zum wichtigen Leistungsträger avanciert hatte, noch keine offizielle Freigabe aus Bulgarien vorlag. Denn dort spielte er vor drei Jahren, und für seine späteren Vereine in Kanada war eine solche Freigabe nicht erforderlich gewesen. In Deutschland ist dies jedoch anders, und so mussten Kostic und seine Jungs aufgrund der kurzfristigen Mitteilung der Spielleitung die seit Wochen eintrainierten Marschrouten über den Haufen werfen und improvisieren.

Das Resultat war eine unsichere und nervöse Gießener Mannschaft, die sich in ihrem eigentlichen Prunkstück, der Verteidigung, bereits in den ersten Minuten ungewohnt fehlerhaft zeigte. "Mit Josh hätten wir eine ganz andere Gefährlichkeit gehabt, ganz andere Möglichkeiten", ärgerte sich Kostic über diese Wendung.

Und mit Langen stand nicht irgendein namenloser Gegner auf dem Parkett, sondern eine Traditionsmannschaft, die erst im letzten Jahr aus der Pro A abgestiegen war und nun klar machte, dass sie die Pro B nur als vorübergehenden Aufenthaltsort betrachtet.

Herrliche Spielzüge sowie sehenswerte Einzelaktionen zeichneten die Südhessen am Samstag aus, vor allem das erst 18-jährige Nachwuchs-Ass Patrick Heckmann (20 Punkte) sowie Aufbauspieler Nate Drury (18 Punkte, 7 Rebounds, 6 Assists) und Center Auryn MacMillan (23 Punkte und 12 Rebounds) stachen heraus. Somit war es schon in der sechsten Minute so weit, dass die Pointers letztmals den Anschluss an ihren Gegner fanden, als der durchsetzungsfähige Zeljko Pavlovic das 11:13 erzielte. Danach war der Klassenunterschied zwischen beiden Teams zu groß, und Langen enteilte zum Viertelende auf 23:12.

Der VfB versuchte, sich durch Härte zu helfen, brachte sich damit jedoch in große Foulnöte, denn bereits im ersten Viertel hatten die 1900er eine Foulbilanz von 10:4. Dies führte im späteren Verlauf so weit, dass dem Team nach 32 Minuten die großen Leute ausgegangen waren, nachdem nach Oliver Biallas (fünf Fouls in 5:40 Minuten Spielzeit) und Sebastian Rotaru nun auch noch Bijan Dotson als dritter Center die rote "Fünf" erhalten hatte. Auch Till Wosnitza, Zeljko Pavlovic und Patrick Unger mussten zu diesem Zeitpunkt nach jeweils vier Fouls bereits mit angezogener Handbremse spielen. Logische Konsequenz war ein Freiwurffestival für die Langener Seite, die dies offensichtlich gut trainiert hatte. Die "Giraffen" trafen bis zur Halbzeitpause 25 Freiwürfe bei 26 Versuchen (!), womit sie alleine durch die Strafwürfe schon mehr Punkte auf ihrer Seite hatten als Gießen insgesamt. Denn diese hatten nach zahlreichen Ballverlusten gerade einmal ein Haben von 22 Punkten beim Seitenwechsel gegenüber den 46 Langener Zählern.

Ab hier war bereits klar, dass es wohl nur eine Frage der Höhe der Heimniederlage sein würde. Gießen gab sich zwar nicht auf, sondern wirkte in der zweiten Spielhälfte agiler als in den ersten 20 Minuten, aber das drückte sich nicht in den Punkten aus. Nach drei Vierteln war beim 66:37 aus Langener Sicht alles gelaufen. Als der Gast nun auch seiner Bank eine Chance gab, verkürzte Gießen noch einmal kurzzeitig mit einem 11:1-Lauf auf 48:70, aber die TVL-Übermacht war nicht mehr umzukehren.

VfB 1900 Gießen Pointers: Dotson (10), Wosnitza (4), Pavlovic (16/1 Dreier), Unger (7), Felix Rotaru (11), Zabel (4), Göttker, Sebastian Rotaru (1), Henke, Biallas.

TV Langen: Domdey (7), Völler (6), Drury (18/2), Heckmann (20/1), MacMillan (26), Barth (3), Laurig (2), Couturier, Anders, Lachmann.

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