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Fußball

TSV Lang-Göns: Schritt für Schritt zum Erfolg

  • Michael Schüssler
    vonMichael Schüssler
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Es ist der verdiente Lohn kontinuierlicher Arbeit. Kreisoberligist TSV Lang-Göns wird in der neuen Fußball-Saison seine sportliche Heimat in der Gruppenliga haben.

Der TSV Lang-Göns wird in der Fußball-Saison 2020/2021 den Sportkreis Gießen in der Gruppenliga vertreten. Nach der Quotientenregelung kommt der TSV auf einen Durchschnitt von 2,58 Punkten in der Kreisoberliga Süd - ein überragender Wert. In den insgesamt 19 Punktspielen verbuchte der TSV 16 Siege, ein Unentschieden und nur zwei Niederlagen - der Aufstieg in die Gruppenliga ist mehr als berechtigt. Letztmals im Einsatz waren die Langgönser übrigens am 8. März, dabei kam man bei der SG Altenburg/Eudorf/Schwabenrod zu einem 4:1-Erfolg - ehe die Corona-Pandemie zuschlug.

"Der Verein hat sich in den letzten Jahren insgesamt sehr positiv entwickelt", sagt Matthias Janke, Leiter Spielbetrieb Senioren im TSV Lang-Göns. Er muss es wissen, denn seit nunmehr zwölf Jahren hat er dieses Amt inne. "Basis des Erfolges sind die intensive Jugendarbeit der letzten zwei Jahrzehnte und die Schaffung einer sehr guten Infrastruktur in diesem Zeitraum. Auf dieser Grundlage haben Marc Becker und Stefan Wanke die Arbeit der zahlreichen Jugendtrainer und ehrenamtlich tätigen Vereinsmitglieder mit dem Aufstieg in die Gruppenliga veredelt", erläutert der 50-jährige Diplom-Ingenieur.

Der Gruppenliga-Aufstieg kommt nicht von ungefähr. Nach dem Abstieg vor vier Jahren in die Kreisliga A Gießen folgte ein personeller Umbruch. "Da kamen richtig gute junge Wilde hoch - eine Rasselbande", erinnert sich Janke. Und das sollte sich auszahlen. Nur ein Jahr nach dem Abstieg in die Kreisliga A Gießen kehrte der TSV mit seinem neuen Trainer Marc Becker, der im April 2016 für die neue Saison verpflichtet wurde, zurück in die Kreisoberliga Süd. Es folgte die Phase der Stabilisierung, ehe nun der große Wurf gelang - der Aufstieg in die Gruppenliga. Janke sieht damit die Entwicklung bestätigt. "Ich erinnere mich an das Spiel in Hattendorf, als wir 0:2 zurücklagen, dann in der zweiten Halbzeit das Spiel in Unterzahl noch zu unseren Gunsten gedreht haben. Da war diese Entwicklung zu sehen."

In der Spielzeit 2019/2020 kassierte der TSV nur zwei Niederlagen. Eine davon war jedoch heftig, am 27. Oktober des Vorjahres verlor Langgöns mit 2:6 gegen Wieseck. Dass die Mannschaft aber einen Reifeprozess durchgemacht hatte, bewies diese nur eine Woche später, als man in Burkhardsfelden mit 2:0 gewann. "Das war unsere beste Saisonleistung - die Mannschaft ist nicht in ein Loch gefallen", sagt Janke. Er hat übrigens an die 600 Spiele für den TSV von der A-Liga bis zur damaligen Bezirksoberliga absolviert.

Und das ist auch das große Verdienst von Marc Becker, der aber aus privaten Gründen schon im Winter seinen Abschied angekündigt hatte. "Marc Becker und Stefan Wanke waren das erfolgreichste Trainerduo in Langgöns. Das Duo hat super Arbeit geleistet", hebt Janke deren Wirken hervor. Seit einigen Monaten steht fest, dass Frederik Weinecker die Becker-Nachfolge antritt. Weinecker hat sich als Gast bei einigen Trainingseinheiten bereits ein erstes Bild von den Spielern und der Mannschaft gemacht, denn sein Vertrag bei den Rabenauern endet offiziell am 30. Juni. "Wir sehen uns mit Freddy sehr gut aufgestellt", so Janke.

Auch wenn der Erfolg der der Mannschaft ist, sieht Janke dennoch einige Spieler in einer herausragenden Position. So Betim Omura, bester Torschütze mit 18 Treffern des TSV, der aus der eigenen Jugend stammt. "In unserem Zentrum sind auch Fabian Kaiser und Fabian Wenke zu nennen. Der eine ist kreativ, der andere hat den unbedingten Siegeswillen", erläutert Janke. Ein weiterer Akteur ist Walter Tartufoli, "unser Freistoßspezialist, der einige wichtige Tore erzielt hat. Natürlich wäre da auch unser Kapitän Daniel Träger, der in hektischen Momenten die Ruhe bewahrt hat - und immer auch für ein Tor gut war. Ebenso unser Keeper Marcel Wagner, der uns einige Spiele gewonnen hat", führt Janke weiter aus.

Nun steht die neue Saison in den Startlöchern, und der TSV sieht sich gut aufgestellt. Nicht zuletzt wegen seiner zahlreichen Zugänge (siehe Artikel oben rechts). Darunter sind nicht weniger als zehn Akteure aus der eigenen Jugend. "Wir wollen versuchen, in der neuen Saison auch eine dritte Mannschaft zu stellen - und es sieht gut aus", so Janke. Was auch dem Verein zugutekommt, denn der kann seinen Akteuren damit eine weitere Spielmöglichkeit anbieten.

Was die Ziele in der Gruppenliga angeht, ist auch klar: der Ligaerhalt soll es sein. "Wir wollen in der Klasse bleiben. Es wird aber auch darauf ankommen, die Ruhe zu bewahren, wenn es mal nicht so läuft", führt Janke weiter aus. Denn auch wenn der TSV mit breiter Brust die Gruppenliga angehen kann, man wird wohl kaum eine solche Rolle wie zuletzt in der Kreisoberliga Süd spielen. Doch mit dem Gerüst der Mannschaft, den zahlreichen Zugängen und Trainer Frederik Weinecker hat man eine gute Basis. Zumal Weinecker die Gruppenliga kennt, er hatte im Vorjahr die SG Kesselbach/Odenhausen/Allertshausen als Kreisoberliga-Meister in die Gruppenliga geführt. Er weiß, was auf seinen TSV Lang-Göns zukommen wird. Angesichts dessen, was sich in Langgöns entwickelt hat, spricht einiges dafür, dass der Klub mittelfristig eine gute Rolle in der Gruppenliga wird einnehmen können. Aber zunächst gilt der Fokus der neuen Spielzeit - sofern es im September zum anvisierten Start kommen kann. FOTO: TSV LANG-GÖNS

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