Landin in Sorge vor der Terminhetze

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(dpa). Weltmeister Niklas Landin vom THW Kiel fürchtet angesichts der Corona-Pandemie und der zunehmenden Terminnot um die Handball-Saison. »Wie wir das schaffen wollen die ganze restliche Saison, das ist fraglich. Das wird stressiger und stressiger mit unserer Terminplanung«, sagte der dänische Torwart des deutschen Rekordmeisters am Sonntagabend in der Sendung »Sportclub« im NDR-Fernsehen.

»Ich hoffe, dass wir nicht wieder die Saison abbrechen müssen. Das kann schlimmstenfalls das Thema sein.«

Aufgrund eines positiven Corona-Tests bei einem Spieler des THW Kiel war das für Sonntag angesetzte Bundesliga-Spiel gegen den SC DHfK Leipzig ausgefallen und muss verlegt werden. Auch die Champions-League-Partie der Kieler beim HC Motor Saporoschje in der Ukraine am kommenden Mittwoch wird aller Voraussicht nach von der Europäischen Handball-Föderation (EHF) abgesagt. Allein in der Bundesliga muss der THW noch drei Partien nachholen.

Der betroffene Kieler Spieler wurde sofort isoliert. Nach Rücksprache mit den Gesundheitsämtern wurde der komplette Kader vorsorglich unter Quarantäne gestellt. »Ich finde es unglaublich schade, dass wir in Quarantäne müssen«, meinte der 32-jährige Landin.

In der vergangenen Saison war die Bundesliga-Saison abgebrochen und der THW Kiel zum Meister erklärt worden. Die Champions League 2019/20 endete erst im Dezember mit dem Final Four in Köln, das die Kieler ebenfalls gewannen.

Unterdessen glaubt Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt vom Handball-Bundesligisten SC Magdeburg an eine Rückkehr zur Normalität erst ab Herbst. »Wir haben definitiv noch fünf harte Monate vor uns. Aber ich rechne damit, dass wir im September wieder weitgehend normale Verhältnisse haben«, sagte Schmedt der Magdeburger »Volksstimme« (Montag). Deshalb wolle man trotz aller Risiken ein Zeichen setzen. »Wir können nicht in Schockstarre verfallen und erst dann reagieren, wenn es wieder normal läuft«, sagte Schmedt.

Spekulationen, ob und wann Zuschauer noch in dieser Saison wieder in die Handball-Hallen können, habe er sich abgewöhnt. In der aktuellen Situation könne sich von Woche zu Woche alles ändern. Deshalb glaubt Schmedt auch an die Aufrechterhaltung des Bundesliga-Spielbetriebs. »Da ist zwar vieles auf Kante genäht, und der Spielplan wird immer enger. Aber den Spielbetrieb einzustellen, ist keine Option und wäre nach gegenwärtigen Verhältnissen auch nicht zu rechtfertigen. Deshalb hoffen wir alle, dass wir die Saison zu Ende bringen können«, sagte Schmedt.

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