RSV Lahn-Dill stellt in London sieben Athleten

(aj) Die beiden deutschen Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaften träumen ihren ganz persönlichen Traum von einer Medaille bei den Paralympics in London. Während bei den Damen dieser realistisch erscheint, müssten die deutschen Herren dagegen schon eine kleine, aber durchaus nicht unmögliche Sensation schaffen, um am Ende paralympisches Edelmetall in den Händen halten zu können.

Mit insgesamt sieben Athleten stellt kaum eine andere Region in Deutschland mehr Teilnehmer an den Paralympics als die Region Mittelhessen. Hauptgrund dafür ist Rollstuhlbasketball-Champions-League-Sieger RSV Lahn-Dill. Neben den Aktiven Thomas Böhme, Britt Dillmann, Thomas Gundert, Jan Haller, Dirk Köhler, Björn Lohmann und Gesche Schünemann tragen Herren-Bundestrainer Nicolai Zeltinger und Physiotherapeutin Pia Briegel die deutschen Farben in London. Zudem wurden Petra Michel-Leutheuser und Dr. Jürgen Völpel ins deutsche Ärzteteam und Andreas Joneck zum Presseattaché des NPC berufen.

Platz sieben in Sydney, Rang vier in Athen und die Silbermedaille in Peking: Die Tendenz zeigt genau in Richtung des großen Traums der Mannschaft von Damen-Bundestrainer Holger Glinicki (Hamburg). Dass die deutschen Damen das Potenzial für den ganz großen Coup besitzen, steht außer Frage, doch die Luft an der Weltspitze ist dünner geworden. Zwar schlug die Mannschaft in diesem Jahr bereits den Dauerrivalen USA, der noch in Peking sowie im WM-Finale 2010 triumphierte, doch auch die Teams im Nacken der Deutschen haben aufgeholt.

Der dreimalige Paralympics-Champion Kanada meldet sich zurück, Australien ist auf Augenhöhe, und auch die Niederländerinnen scheinen für den Überraschungscoup gerüstet zu sein. Es kommt also auf die Tagesform an, ob sich Kapitän Marina Mohnen und ihre Teamkolleginnen am Ende ihren großen Traum erfüllen können. Im Team von Glinicki stehen die beiden Spielerinnen des RSV Lahn-Dill, Gesche Schünemann und Britt Dillmann.

Die deutschen Herren können nicht nur im ausverkauften Eröffnungsspiel vor 16 500 Zuschauern in der North Greenwich Arena gegen Gastgeber Großbritannien befreit aufspielen, sondern auch mit der Aufbruchsstimmung des EM-Erfolges im Vorjahr ohne Druck in das gesamte Turnier gehen.

Die "Big Four" der Szene aus Australien, Großbritannien, Kanada und den USA spüren bereits den Atem der jungen deutschen Mannschaft, der die Zukunft gehört. Ob sich die Etablierten in London dem aufstrebenden deutschen Team erwehren können, hängt auch davon ab, wie unbeschwert das Team an seine Aufgabe geht.

Bundestrainer Nicolai Zeltinger (RSV Lahn-Dill) und sein Assistent Bruce Enns (Bremerton/USA) haben ihr Team nach dem Prinzip "never change a winning team" lediglich auf einer Position zur EM 2011 neu besetzt und dies im Sinne ihrer Linie, der Jugend eine Chance zu geben.

Dem Trainergespann Zeltinger/Enns stehen folgende Spieler des RSV Lahn-Dill zur Verfügung: Thomas Böhme, Thomas Gundert, Jan Haller, Dirk Köhler und Björn Lohmann.

Die deutsche Damenauswahl trifft in der paralympischen Vorrunde in Pool B auf die Konkurrenz aus China, Frankreich, Mexiko und den USA, ehe es im Viertelfinale dann im K.-o.-System um Alles oder Nichts geht. Härteste Konkurrenten im Kampf um die Medaillen sind dabei in Spiel eins Weltmeister USA sowie in der zweiten Vorrundegruppe die Teams aus Australien, Kanada und den Niederlanden. Komplettiert wird diese Gruppe mit der Auswahl aus Brasilien sowie der des Gastgebers Großbritannien.

Die deutschen Herren, 2008 auf Rang fünf eingerollt, werden sich dagegen mit Gastgeber Großbritannien, Japan, Kanada, Kolumbien und Polen auseinandersetzen müssen, um ins Viertelfinale der Paralympics einziehen zu können. Härteste Gegner sind dabei in der Vorrunde Großbritannien und Kanada sowie in der zweiten Vorrundengruppe Australien und die USA. Komplettiert wird die diese Gruppe durch die Teams aus Japan, Kolumbien, Spanien und Südafrika.

Spielplan Herren (MESZ): Do.: Großbritannien – Deutschland (20 Uhr). - Fr.: Kolumbien – Deutschland (11.45 Uhr). - Sa.: Japan – Deutschland (16.15 Uhr). - So.: Kanada – Deutschland (16.15 Uhr). - Mo.: Polen – Deutschland (21.45 Uhr). - Mi.: Viertelfinale. - Do. (6. Sept.): Halbfinale. - Sa. (8. Sept.): Finalspiele.

Spielplan Damen (MESZ): Fr.: USA – Deutschland (14 Uhr). - Sa.: Frankreich – Deutschland (16.15 Uhr). - So.: China – Deutschland (11.45 Uhr). - Mo.: Mexiko – Deutschland (11.45 Uhr). - Di.: Viertelfinale. - Do. (6. Sept.): Halbfinale. - Fr. (7. Sept.): Finalspiele.

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