RSV Lahn-Dill greift in Rom nach der Krone

(aj) Die besten acht Rollstuhlbasketball-Teams des Kontinents kämpfen ab Freitag in Rom um den Champions-League-Titel 2010. Mit dabei natürlich auch der frischgebackene Deutsche Meister RSV Lahn-Dill, der im März mit vier Siegen aus vier Spielen souverän im französischen Bordeaux das Ticket für die Königsklasse gelöst hat.

"Die diesjährige Endrunde ist mit Sicherheit so ausgeglichen und zugleich stark besetzt wie nie zuvor", ist sich RSV-Trainer Nicolai Zeltinger dabei über die Schwere der Aufgabe absolut bewusst. Bereits in der Gruppenphase warten mit dem Gastgeber und dreimaligen Sieger Santa Lucia Sport Rom und dem spanischen Tabellenführer CD Once Andalucia zwei Topteams auf die Wetzlarer Rollis. Und selbst der Außenseiter aus Großbritannien, die Milton Keynes Aces, sind mit ihren zahlreichen Nationalspielern von der Insel alles andere als Kanonenfutter, sodass einer der ersten beiden Plätze in dieser Gruppe, die zur Halbfinal-Qualifikation nötig sind, auch für einen deutschen Meister absolut keine Selbstverständlichkeit sind.

In einem möglichen Semifinale könnten dann entweder Titelverteidiger Galatasaray Istanbul, der Erzrivale aus Zwickau als zweites deutsches Team, der spanische Meister Madrid oder aber das zweite römische Team, Lottomatica Elecom Rom, auf die Mannschaft um Kapitän Joey Johnson warten.

Natürlich ist es dabei das Ziel des RSV Lahn-Dill, möglichst zum sechsten Mal in sieben Jahren in das Endspiel um die europäische Krone einzuziehen, doch selbst über Platz fünf dürfte man im Lager der Mittelhessen nicht wirklich enttäuscht sein, zu groß ist die Leistungsdichte auf dem internationalen Parkett.

"Wir haben mit Meisterschaft und Pokal unser Soll bereits erfüllt, was nun kommt, ist die Kür", so Zeltinger weiter. Viel hängt dabei aber von der oft beschworenen Tagesform ab. Bei der immensen Belastung von fünf Spielen binnen drei Tagen ist zudem ausschlaggebend, wie die Mannschaften die physischen Belastungen verarbeiten kann, und gerade hier könnte Titelverteidiger Galatasaray Istanbul mit der vielleicht hochwertigsten und längsten Bank aller Teilnehmer den entscheidenden Vorteil haben. Topfavorit ist daher zweifellos der türkische Titelverteidiger Galatasaray Istanbul, der in den Finalspielen 2008 den RSV Lahn-Dill und 2009 den RSC-Rollis Zwickau bezwang.

Aber auch Lahn-Dills Erzrivale Zwickau, die beiden spanischen Topteams aus Sevilla und Madrid oder aber die beiden Lokalmatadoren aus Rom können an einem guten Tag jeden Gegner in Europa bezwingen. Zu den Mitfavoriten zählt aber nicht zuletzt auch der RSV Lahn-Dill, Deutschlands erfolgreichstes Team auf der internationalen Bühne, das 46 seiner bisherigen 59 Europapokalspiele gewinnen konnte. Dreimal gewann der RSV Lahn-Dill dabei als bisher einziger deutscher Verein diesen wertvollsten europäischen Titel und stand mit den Finalteilnahmen 2007 in Sheffield und 2008 in Madrid sogar fünfmal in Serie im Champions-League-Endspiel, ein europäischer Rekord.

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