Lahn-Dil erwartet Hamburg

(aj) Für den RSV Lahn-Dill, Spitzenreiter der Rollstuhl-Basketball-Bundesliga, steht der Auftakt ins Sportjahr 2015 unter ungewöhnlichen Vorzeichen, denn die Wetzlarer Rollis müssen am Sonntag (16 Uhr) gegen die BG Baskets Hamburg auf die zwei Leistungsträger Michael Paye und Steve Serio verzichten, die sich im Trainingslager des US-Verbandes in Colorado Springs aufhalten.

Damit besitzt das Duell gegen den Tabellenfünften einen ganz besonderen Charakter. "An keinem Team der Welt ginge der Ausfall von zwei so außergewöhnlichen Spielern spurlos vorbei", ist sich RSV-Trainer Nicolai Zeltinger der brisanten Lage vor der Partie bewusst, bei dem er auf seinen Kapitän Paye als verlängerten Arm sowie dessen Landsmann Serio als der vielleicht beste Spieler der Welt auf seiner Position.

Trotz Tabellenplatz fünf und vier Punkten Rückstand auf die anvisierte Playoff-Teilnahme kommen die Hamburger am Sonntag personell als Spitzenteam nach Mittelhessen. Neben den beiden Japanern Hiroaki Kozai und Reo Fujimoto sowie dem niederländischen Doppel Mustafa Korkmaz und Robin Poggenwisch finden sich im Kader der BG Baskets mit dem Quintett Simone Kues, Mareike Miller, Edina Müller, Gesche Schünemann und Annika Zeyen weitere fünf deutsche Nationalspielerinnen sowie mit Desiree Miller eine gestandene US-amerikanische Auswahlspielerin. Die Hamburger haben nach einem schwarzen November mit vier Niederlagen in Serie vor Weihnachten mit zwei Erfolgen über die Kellerkinder aus Jena und St. Vith und der Qualifikation für das Final Four im DRS-Pokal den Weg zurück in die Erfolgsspur gefunden.

Die angestrebte Playoff-Qualifikation ist mit vier Punkten Rückstand für die Hamburger jedoch überraschend ein wenig außer Sichtweite geraten. Im Duell mit den beiden Ex-Spielerinnen Schünemann und Zeyen muss der RSV Lahn-Dill zunächst jedoch einmal das eigene System komplett umstellen, bevor man sich auf die eine oder andere Personalie in Reihen der Hamburger konzentrieren kann.

Insbesondere die beiden Scharfschützen Kozai und Korkmaz sowie Center Fujimoto stehen dabei im Fokus der Wetzlarer Defensive, zeichnen die drei WM-Teilnehmer doch im Schnitt für bisher 53,3 Punkte pro Spiel verantwortlich. Viel entscheidender dürfte für den RSV aber der Blick auf das Spielsystem sein, das die Wetzlarer Rollis vor Weihnachten in den Punktspielen in St. Vith und Köln bereits mehrmals ausgiebig testeten. "Hier haben wir uns extrem viel Selbstbewusstsein geholt, denn was unsere ungewohnten Aufstellungen vor allem in Köln gezeigt haben, war schon beeindruckend", verrät Nicolai Zeltinger.

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