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Björn Seipp HSG Wetzlar

Kurzarbeit bei HSG Wetzlar

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"In der Krise beweist sich der Charakter", so lautet ein sehr bekanntes Zitat von Altkanzler Helmut Schmidt. Eben jene Charakterstärke ist derzeit weltweit gefragt, um die Auswirkungen der Corona-Krise überstehen zu können - gemeinsam, im Umgang mit den Menschen und den Arbeitgebern. "Ich bin froh und stolz, berichten zu können, dass wir hier bei der HSG Wetzlar wirklich alle an einem Strang ziehen - im Sinne des Erhalts dieses traditionsreichen Handball-Standorts und den damit verbundenen Jobs", so Björn Seipp, Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten, in einer Facebook-Nachricht. "Die Unterstützung der Spieler, Trainer und Mitarbeiter sowie der Fans und Sponsoren dieser Tage zeigt, dass unsere Gemeinschaft einen enormen Wert hat."

Durch die unbestritten notwendigen Verordnungen der Politik zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus ist auch der HSG Wetzlar die unternehmerische Grundlage entzogen worden. Ausstehende Bundesligaduelle, darunter vier Heimspiele, wurden von der Handball-Bundesliga zunächst einmal verschoben, ob diese überhaupt noch stattfinden können, steht derzeit in den Sternen. "Das bedroht unsere Existenz und sorgt für finanzielle Probleme, die es mehr oder weniger von heute auf morgen zu lösen gilt", so Björn Seipp, der bei der Agentur für Arbeit den Antrag auf Kurzarbeit für die Beschäftigten eingereicht hat. "Wir können nicht trainieren, weil alle dafür notwendigen Einrichtungen geschlossen sind und schon gar nicht Handball spielen. Deshalb sind wir gezwungen, Kurzarbeit anzumelden. Sie ist derzeit für viele Unternehmen in unserem Land ein extrem wichtiges staatliches Hilfsmittel, um die Not etwas zu lindern."

Die Corona-Krise sorgt natürlich auch bei den Beschäftigten der HSG Wetzlar für Ängste in Bezug auf die Gesundheit und die Existenz. "Umso mehr freue ich mich, dass alle Spieler und Trainer der Kurzarbeit und somit einem Gehaltsverzicht zugestimmt haben", erläutert der Geschäftsführer.

Auch vonseiten der Sponsoren und Fans habe der Club bereits zahlreiche positive Signale erhalten, dass im Fall der vorzeitigen Absage der Saison, keine Rückzahlungsansprüche erhoben werden würden. "Das ist keine Selbstverständlichkeit und wir wissen dies sehr zu schätzen. Es zeigt uns, dass die Partner und Zuschauer um ihre Verantwortung in dieser prekären Situation und die Notwendigkeit dessen wissen. Es ist ein Beweis dafür, dass unsere Arbeit der vergangenen Jahre auf einem gesellschaftlich kräftigen Fundament steht", so Björn Seipp. "Zudem sind diese Signale für uns die Motivation, die es täglich braucht, um weiter zu kämpfen. Unser erstes Ziel ist der 30. Juni, das Ende des Geschäftsjahres. Was danach kommt, kann heute noch keiner sagen, weder in der Gesellschaft noch in der Wirtschaft und somit auch nicht im Sport. Klar ist nur, der Sport steht kurzfristig vor einer ungewissen Zukunft. Bis wir wieder Handball spielen können, versuchen unsere Mitarbeiter nunmehr die aufgestellten Verhaltensregeln zu befolgen, um als Profisport-Club unseren gesellschaftlichen Beitrag zur Bewältigung der Corona-Krise beizutragen."

(pm/Foto: Archiv)

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