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Die Meisterelf des TSV Rödgen aus der Saison 1969/70 mit (hintere Reihe, v. l.): Gerd Schmidt, Joachim Sieg, Günther Kreisel, Hartwig Klos, Bernd Reiss; (mittlere Reihe, v.l .): Gerhard Dapper, Rainer Knechtel, Günter Jahres, Werner Bellof, Hans-Werner Freund; (vorn, v. l.): Peter Ruhwedel, Josef »Sepp« Harnack, Wolf-Dieter »Bubi« Sparre, Oskar Becker.

Kuriose Runde ohne Heimspiel

  • VonPeter Froese
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(fro). 2020 jährte sich der Aufstieg des TSV Blau-Weiß Rödgen in die Fußball-A-Klasse Gießen zum 50. Male. Das im vergangenen Jahr bereits geplante Treffen der noch lebenden Mitglieder der Meisterelf aus dem Jahre 1970 musste aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden. Kürzlich wurde dieser Termin auf dem Sportplatz in Rödgen nun mit zwölfmonatiger Verspätung nachgeholt.

Von den in der Saison 1969/70 eingesetzten 21 Spielern waren 14 Akteure von damals der Einladung von Organisator Günther Kreisel, der seinerzeit als einziger Spieler alle 33 Saisonspiele bestritten und dabei stolze 52 Treffer erzielt hatte, gefolgt. Neben dem Gedenken an die bereits verstorbenen Karl-Heinz Grund, Roland Klos, Ludwig Inderthal, Manfred Lethfuß und Helmut Wagner sowie dem damaligen 1. Vorsitzenden Otto Wiegel stand ein reger Gedankenaustausch im Vordergrund. Günther Kreisel, der eine Broschüre mit allen Spielen, Aufstellungen und Torschützen erstellt hatte, erinnerte daran, dass man die Auswärtsspiele bei den Mitkonkurrenten SG Kinzenbach (0:4) und TSV Allendorf/Lahn (2:2) verloren und bei Schwarz-Weiß Gießen (2:2) lediglich einen Punkt ergattern konnte.

Der Schlüssel zum Erfolg sei laut Kreisel die »Heimstärke« der Blau-Weißen gewesen, obwohl diese in der Spielzeit 1969/70 aufgrund der Sanierung des Rödgener Waldsportplatzes kein einziges Spiel zu Hause austragen konnte. So war die Elf von Trainer Wolf-Dieter »Bubi« Sparre, der auch beim damaligen Hessenligisten VfB 1900 Gießen als Spieler im Einsatz war, beim Nachbarverein FC Großen-Buseck bzw. auf dem Sportplatz An der Steubenkaserne, der mittlerweile von der Natur zurückerobert wurde, zu Gast.

Dennoch konnten Günther Kreisel, Gerd Schmidt und Co. die drei »Heimspiele« gegen Schwarz-Weiß Gießen (3:1), den TSV Allendorf/Lahn (4:2) und die SG Kinzenbach (4:1) allesamt siegreich gestalten und damit den Grundstein dafür legen, dass man am Ende mit hauchdünnem Vorsprung vor diesem Verfolgertrio über die Ziellinie gehen konnte. Eine besondere Erinnerung hatte Kreisel an die SG Vetzberg, gegen die der Meisterelf aus Rödgen als einzigem Gegner kein Tor gelang. Ein Novum bei 98 Saisontoren in 26 Spielen, bei dem das Hinrundenspiel in Vetzberg torlos verlief.

Kurios dann das Saisonfinale, bei dem die SG nicht antrat und der Referee nach dem symbolischen Anpfiff auf dem Sportgelände An der Steubenkaserne unmittelbar danach abpfiff und mit einem Autokorso nach Rödgen die Feierlichkeiten eingeleitet wurden. Auch wenn ein Konvoi durch den Heimatort 2021 ausblieb, bewiesen die nun etwas reiferen »Sparre-Jungs«, dass sie das Feiern beim Schwelgen in den Erinnerungen an ihre gemeinsame glorreiche Zeit noch nicht verlernt haben.

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