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Christopher Oehmichen hat den Kampf um den Klassenerhalt mit seiner TSG Leihgestern noch lange nicht aufgegeben. (Foto: ras)

Kreisoberliga Süd: Wer soll Fernwald aufhalten?

(bal) Das Warten hat ein Ende. An diesem Wochenende rollt das Leder wieder in der Fußball-Kreisoberliga Süd. Und es beginnt für den Tabellenführer der Kreisoberliga Süd mit einem Spiel, das die Möglichkeit bietet, ein Missverständnis aus der ersten Saisonhälfte zurechtzurücken

Denn der Gegner für die Mannschaft von Trainer Roger Reitschmidt ist die SG Laubach/Ruppertsburg/Wetterfeld. Die SG trotzte Klassenprimus FSV Fernwald in der Hinrunde ein 2:2-Unentschieden ab – allerdings sind die Rollen in der Restrunde klar verteilt. Der FSV rangiert mit 49 Punkten an der Spitze des Klassements, während die Dreier-SG bis auf Rang neun abgerutscht ist und dort mit 27 Zählern auf der Habenseite inmitten des Niemandslands der Tabelle. Die Steinbacher haben zur Restrunde noch einmal personell aufgerüstet. Mit Helmut Schäfer kehrt ein alter Bekannter aus der Kreisoberliga Süd zurück, der seinerseits bereits in Reihen des FC Turabdin/Babylon – damals mit dem inzwischen ebenfalls abgewanderten Kevin Rennert – für Furore gesorgt hatte. Die ohnehin schon hervorragend besetzte Offensivabteilung des FSV wurde also noch einmal um einen weiteren Akteur ergänzt. Am Samstag um 14.30 Uhr wird sich zeigen, ob Laubach/Ruppertsburg/Wetterfeld noch einmal in der Lage ist, den Klassenprimus zu überraschen, oder ob die Partie den erwarteten Ausgang nimmt – alles andere als ein Sieg des FSV käme einer Sensation gleich.

Birklar einziger Verfolger

FSV-Schlussmann Dominik Wagner betrachtet die nächsten fünf Begegnungen als richtungsweisend: "Es ist ganz wichtig und entscheidend für uns, gut aus der Winterpause zu kommen, zumal wir fünf schwierige Spiele vor der Brust haben. Davon vier auswärts. Wir werden alles daransetzen, diese Spiele mit einer Topquote zu bestreiten." Eine Mannschaft könnte der Reitschmidt-Truppe im verbleibenden Rundenverlauf noch Platz eins und den Aufstieg in die Gruppenliga streitig machen: Die SG Birklar. Die Mannschaft von Trainer und Ex-Profi Claudius Weber startete vor der Winterpause eine Erfolgsserie mit neun Siegen aus zehn Begegnungen, greift aber noch nicht an diesem Wochenende ins Geschehen ein. Gleiches gilt für die Sportfreunde Burkhardsfelden, die die Winterpause genutzt haben, um sich – auch personell – für den Abstiegskampf zu rüsten. Mit Lucas Turschner (FSV Fernwald), Jan Schneider und Dominik Rößler (beide FC Großen-Buseck) möchten die Burkhardsfeldener das Abenteuer Kreisoberliga Süd noch nicht beenden, sondern die Klasse halten. Die Sportfreunde sind Vorletzter – der Relegationsplatz "nach unten" ist acht Punkte entfernt.

Noch schlechter steht nur der FC Großen-Buseck. Und daran, dass der ehemals gefeierte Aufsteiger und Gruppenligist auch in der kommenden Saison in der Kreisoberliga Süd spielt, dürften angesichts der aktuellen Situation nur die kühnsten Optimisten ausgehen. Nur ein Sieg aus 17 Begegnungen und vier Zähler auf der Habenseite, dazukommen die Abgänge von Schlüsselspielern wie Alexander Nikisch in der Winterpause und der Trainerwechsel – Achim Mohr packte im Winter seine Sachen. Großen-Buseck hofft auf ein Wunder und hat eine Mission – und um die Möglichkeit des Klassenerhalts am Leben zu halten, wäre ein Auftakterfolg im Jahr 2016 äußerst hilfreich. Am Sonntag um 15.30 Uhr gastiert die Mannschaft um FC-Urgestein Mario Rau bei der FSG Bessingen/Ettingshausen/Langsdorf. Deren Torjäger Christian Teschner über die Ziele seiner Mannschaft: "Es ist der berühmte Satz zu diesem Zeitpunkt: Wir wollen so schnell wie möglich nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben. Wir wollen schnellstmöglich die nötigen Punkte sammeln und dürfen uns nicht zu sicher sein. Zum Auftakt ist es egal, wie die Vorbereitung lief – wenn der Körper noch nicht fit genug ist, müssen Kopf und Willen das ausgleichen."

TSG hofft auf Trio-Tore

Kandidat Nummer drei im Abstiegskampf ist die TSG Leihgestern, die bisher neun Punkte geholt hat. Im Heimspiel gegen die im bisherigen Saisonverlauf insgesamt enttäuschende Spvgg. Leusel soll ein "Dreier" her, um den Druck auf den TSV Lang-Göns (derzeit mit 14 Punkten auf dem Relegationsplatz, wird bei der SG Altenburg/Eudorf/Schwabenrod vorstellig) zu erhöhen. Die Wintertransfers der TSG sorgen für Hoffnung – mit Santino Speier (ehemals FSV Fernwald) schloss sich ein treffsicherer Offensivakteur dem Aufsteiger an. Und auch Osman Polat (Eintracht Wetzlar) und Jonas Johannes (ASV Gießen) dürften echte Verstärkungen sein. Als Verein, der Studenten anzieht, fast schon traditionell vermeldet der MTV 1846 Gießen zahlreiche Neuzugänge. Anastasis Apostolou kommt vom TSV Großen-Linden, mit Kevin Candia Tomicic (TSV Klein-Linden) kehrt ebenfalls ein alter Bekannter zurück in die Kreisoberliga Süd. Dario Grohmann (TSV Heiligenrode), Emre Köse (SC Hansa) und Dominik Heberer (Germania Schwanheim) sind die weiteren Neuzugänge. Fraglich bleibt, ob damit die Abgänge zweier Schwergewichte – Michael Sofinski und Sascha Starmann – abgefedert werden können. Beim VfR Lich sind die Gießener zum Restrundenauftakt in der Außenseiterrolle.

Zu so etwas wie einem Verfolger-Verfolgerduell kommt es zwischen dem Tabellendritten, der SG Kesselbach/Odenhausen/Allertshausen und dem Rangsechsten, der SG Trohe/Alten-Buseck. Dass die beiden, oder auch der VfR Lich oder die SG Altenburg/Eudorf/Schwabenrod, noch einmal in den Kampf um den Aufstieg eingreifen könnten, dürfte eine exklusive Meinung sein. Fernwald und Birklar werden den Titel unter sich ausmachen. Vorteile hat dabei der FSV – alles andere als der Aufstieg in die Gruppenliga wäre eine herbe Enttäuschung.

"Dreckige Siege"

Und im "Tabellenkeller"? Es bleibt abzuwarten, ob die Neuzugänge in Burkhardsfelden und Leihgestern so einschlagen, wie man es sich erhofft. Sollte dies der Fall sein, kommt noch einmal Bewegung rein. Der FC Großen-Buseck hingegen darf für die Kreisliga A planen, denn den Buseckern wird kaum mehr zu helfen sein. Der TSV Lang-Göns, die FSG Grünberg/Lehnheim/Stangenrod und der FC Turabdin/Babylon hoffen, dass Polat, Johannes und Co. nicht zu den Verstärkungen werden, denn sonst könnte es noch einmal eng werden im Kampf um den Verbleib. Langgöns-Trainer Ralf Landgraf, den derzeit große Verletzungssorgen plagen, wird zumindest demnächst wieder auf Außenverteidiger Thomas Sekula zurückgreifen können, der sich zuletzt studienbedingt im Ausland aufgehalten hatte.

"Gerade einige unserer jungen Spieler haben sich in der Winterpause sehr gut entwickelt. Zusammen mit der Führung der erfahrenen Akteure muss es das Ziel sein, neben den Pflichtpunkten auch ein paar dreckige Siege einzufahren", so Sekula, der überzeugt ist, dass der TSV seine Ladehemmung (22 Treffer in 18 Spielen) ablegen wird: "Wir wissen, dass offensiv mehr Durchschlagskraft nötig ist – und sind dahingehend auf einem guten Weg."

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