"Runners High" - das Hochgefühl eines Läufers. Unter diesem Namen hat Marc Tortell vom Athletics-Team Karben mit seinem Mitbewohner und Teamkollegen Jonas Simon ein Kartenspiel herausgebracht. FOTO: PRIVAT
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"Runners High" - das Hochgefühl eines Läufers. Unter diesem Namen hat Marc Tortell vom Athletics-Team Karben mit seinem Mitbewohner und Teamkollegen Jonas Simon ein Kartenspiel herausgebracht. FOTO: PRIVAT

Kreativ durch die Wettkampfpause

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(phk). Immerhin sein Training konnte Marc Tortell aus Karben trotz Corona-Krise schon früh wieder normal abspulen. Nun kehren langsam die Wettkämpfe zurück in den Alltag des Mittelstreckenläufers. Doch die Pause im Frühjahr bekam der Student auch so gut herum, hatte er doch gerade erst ein eigenes Spiel entwickelt.

Zwei Leistungssportler, eine WG im Frankfurter Stadtteil Bockenheim und das lästige Problem mit dem dreckigen Geschirr: Für Marc Tortell und seinen Mitbewohner Jonas Simon vom Athletics Team-Karben entwickelte sich mangels Spülmaschine daraus ein beinahe tägliches Ritual: Wer muss abspülen? Mithilfe von Kartenspielen musste diese Frage geklärt werden. Doch die klassischen Spiele wurden auf Dauer zu langweilig - also dachten sich der Karbener Mittelstreckenspezialist und der Langstreckenläufer ein eigenes Kartenspiel aus, das nun auch frei erhältlich ist: "Runners High".

Das Spiel, dessen Name das Hochgefühl eines Athleten beim Laufen beschreibt, ähnelt einem klassischen Quartett. 95 Karten mit deutschen Top-Läufern auf den Strecken zwischen 800 Metern bis Marathon - darunter auch Tortell und Simon selbst - gibt es. Jeder Läufer hat individuelle Werte in den Kategorien Ausdauer, Schnelligkeit, Tempohärte und Kraft. Doch damit es nicht immer nur darum geht, den anderen einfach nur zu übertrumpfen, gibt es eine Reihe von Ereigniskarten, die etwa Hitze, Kälte oder Regen simulieren - und die Werte verändern können. Wer hier Insider-Wissen hat, ist klar im Vorteil. Damit es nicht ewig dauert, bis ein Spieler sämtliche Karten auf sich vereint hat, wird in Runden gespielt. So ist die Partie für zwei bis vier Spieler ab acht Jahre im Normalform binnen 25 Minuten beendet.

"Die Idee hatten wir schon vor Corona. Am Anfang haben wir für uns nur mit ein paar selbst gebastelten Karten rumgeflachst. Von Freunden und Bekannten haben wir aber so gutes Feedback erhalten, dass wir die Sache dann ernster angegangen sind", erzählt Tortell. Der Student entwarf das Design der Karten selbst, schrieb gemeinsam mit seinem Mitbewohner alle Sportler an, um deren Einverständnis abzuholen, das passende Fotomaterial zu besorgen - und bewertete natürlich deren Fähigkeiten in einer großen Excel-Tabelle.

"Wir haben versucht, es so fair wie möglich zu halten - und bislang hat sich auch keiner beschwert", sagt Tortell. "Dabei haben wir geschaut, dass wir die Bestenlisten auf allen Strecken abgeklappert haben, auch wenn einige Läufer aus unserem Freundeskreis ebenfalls vertreten sind." Teamkollege Simon kümmerte sich derweil um den Aufbau der Website (runnershigh-games.com) und des Online-Shops. "Das war alles schon ziemlich viel, zwei Monate lang haben wir jeden Tag daran gearbeitet", erzählt Tortell, dem das Projekt aber spürbar Spaß macht. Selbst das ungeliebte BWL-Studium sei ihm zur Hilfe gekommen: "Ich bin froh, dass ich das mitgenommen habe."

Die Begeisterung dürfte umso größer gewesen sein, je positiver die Reaktionen darauf waren. Denn: Binnen 13 Stunden waren die für den Vorverkauf eingeplanten 300 Exemplare des 14,95 Euro teuren Spiels vergriffen, Tortell und Simon schoben weitere 200 Exemplare hinterher, doch auch diese waren nach nicht einmal weiteren 24 Stunden weg. "Der Ansturm war deutlich größer, als wir erwartet hatten. Dabei haben wir eigentlich nur über Instagram und unsere Freunde und Bekannte etwas Werbung gemacht. Damit sind wir echt mega happy", sagt Tortell.

Und die Idee ist noch lange nicht zu Ende gedacht. "Wir probieren gerade einige Dinge aus, überlegen uns neue Wege. Vielleicht weiten wir unseren Grundgedanken, den deutschen Läufern etwas mehr Popularität zu verschaffen, auf andere Disziplinen aus - verdient hätten sie es in jedem Fall."

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