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Kreativ durch die Krise

  • Markus Konle
    vonMarkus Konle
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(kus). Eine schöne Wertschätzung für die Vereine aus dem Sportkreis Gießen in Corona-Zeiten. "Ich will den Verein Danke sagen, die sehr kreativ und engagiert der Pandemie begegnen", betonte der Sportkreisvorsitzende Prof. Heinz Zielinski am Dienstagabend bei einer Videokonferenz. Er zeichnete gemeinsam mit dem Chef der hessischen Staatskanzlei, Minister Axel Wintermeyer, und Landrätin Anita Schneider virtuell 84 Vereine aus, die zuvor ihre Konzepte und Maßnahmen eingereicht hatten, um die Herausforderungen der Pandemie zu bewältigen. Alle Klubs bekommen als kleine Anerkennung eine Zuwendung über je 150 Euro. Vier Vereine erhalten sogar eine Prämie von 500 Euro von der hessischen Staatskanzlei.

Über viele lobende Worte von Wintermeyer ("Ehrenamt ist sehr wichtig in solch einer Krise"), Schneider ("Bleiben Sie die Mutmacher der Gesellschaft") und Zielinski durften sich die Vertreter der Vereine vor den Bildschirmen freuen, deren immense Bedeutung von den drei Hauptrednern hervorgehoben wurde. Mit innovativen Ideen und oftmals auch mit sozialem Engagement, wie Einkaufshilfen für Risikogruppen und ältere Menschen, trotzen sie der Pandemie und versuchen, so gut es eben geht, ihre Mitglieder bei der Stange zu halten. Nichtsdestotrotz sagt auch Zielinski angesichts des Sportverbots auf Amateur- und Hobbyebene: "Der Druck, den wir empfinden, wird zunehmend größer."

Vier Vereine aus dem Landkreis Gießen dürfen sich außerdem über jeweils 500 Euro freuen. Sie gehören zu jenen 100 Vereinen in Hessen, die die Landesregierung für ihr besonderes Engagement auszeichnet. So wurde Lich Basketball geehrt, weil der Verein sich vielfältig in der Pandemie engagiert. So organisierte der junge Verein Fahrrad und BusGuides an den Licher Schulen, bietet Einkaufshilfe für Ältere an oder der Basketball-Nachwuchs trug am Martinstag ein Ständchen vor dem Altenheim vor. Ebenfalls mit 500 Euro prämiert wurde der TV 07 Watzenborn-Steinberg, der nach den Worten Wintermeyers "aus der Not eine Tugend gemacht" hat und ein breit gefächertes Online-Angebot für Jung und Alt offeriert. Der Staatsminister lobte besonders, dass selbst das Eltern-Kind-Turnen online angeboten wird.

Ebenfalls zu den in Hessen ausgezeichneten Vereinen gehören die Solmser Pfadfinderschaft Laubach, die unter anderem Mund-Nase-Masken für Schulen genäht, Einkäufe für Hilfsbedürftige erledigt und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche angeboten hat, und der Ehrenamtsverein Heuchelheim-Kinzenbach, der in der Pandemie beispielsweise einen Einkaufsring organisiert und ehrenamtliche Bürgerbusfahrer gestellt hat.

Die Ausschreibung "Sport in Zeiten von Corona", an der neben dem Sportkreis, Landkreis und Fußballkreis Gießen auch Sponsoren beteiligt waren, hatte sich an alle Vereine im Sportkreis Gießen gerichtet. 84 Vereine reichten ihre Unterlagen ein - und wurden am Dienstagabend mit der Anerkennung von 150 Euro belohnt - immerhin wurden so 12 600 Euro ausgeschüttet. Zu der virtuellen Ehrung hatten sich rund 50 Klubs zugeschaltet.

Und einige zeigten sich auch durchaus kritisch. So beispielsweise Bernhard Zirkler, der umtriebige Vorsitzende der TSG Blau-Gold Gießen. "Wir fühlen uns nicht von der Politik im Stich gelassen", meinte er und gab seinen "Kollegen" mit auf den Weg: "Ich kann allen Vereinen nur raten, die Versäumnisse bei der Digitalisierung nachzuholen."

Viele Klubs - das wurde deutlich - sind in diesem Punkt auf einem guten Weg und haben innerhalb kurzer Zeit Erstaunliches für ihre Mitglieder und Mitmenschen vor Ort auf den Weg gebracht. Und doch eint alle Vereine die große Hoffnung, dass bald wieder reale Treffen und gemeinsamer Sport möglich sind.

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