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Kraftanstrengung bleibt unbelohnt

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Von: Sebastian Kilsbach

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Maxi Begue steuert nur drei Punkte für die Rackelos bei - gegen Erfurt zu wenig. © Harald Friedrich

(sks). Die Gießen 46ers Rackelos gingen nach zuletzt drei Siegen in Folge wieder als Verlierer vom Parkett. 99:103 (49:57) hieß es am Donnerstagabend gegen Basketball Löwen Erfurt in der ProB.

Unzählige Male war die Führung zwischen Mittelhessen und Löwen gewechselt. Am Ende war es auch eine Kraftfrage. »Wir sind nach 57 Gegenpunkten in der zweiten Halbzeit gut rausgekommen«, lobte Coach Patrick Unger. Am Ende waren es einfach ein paar Details, die das Spiel nach nicht weniger als zwölf Führungswechseln kippen ließ. »Wir haben uns in der Transition dreimal überrennen lassen, vorne zu viele Offensivrebounds abgegeben«, so der Cheftrainer selbstkritisch.

Gepaart mit dem taffen Spielplan - drei Spiele stehen für die Rackelos in sieben Tagen an - war das zu viel, um gegen den Tabellenvierten für die Überraschung zu sorgen. Dabei fehlte es hinter dem gut aufgelegten Topscorer-Trio aus Montrael Scott (24 Punkte), Johannes Lischka (28) und Tim Uhlemann (33) auch an Entlastung von der Bank.

Während Erfurt damit das Heimrecht in den Playoffs anpeilen kann, droht den Rackelos der erste Gang in die Relegation um den Klassenerhalt seit Vereinsgründung 2017. In den drei verbleibenden Spielen braucht es unter normalen Umständen drei Siege - und Schützenhilfe der Konkurrenz. Bereits am Samstagabend (19.00 Uhr) muss das Farmteam schon bei den Frankfurt Skyliners Juniors ran. Zugleich war es das letzte Heimspiel der Hauptrunde.

Die vielen Gegenpunkte resultierten hauptsächlich aus dem ersten Viertel, das man mit 23:35 verlor. Während der Ball offensiv gut durch die eigenen Reihen lief, konnte Erfurt vorne nach Belieben schalten und walten. Guy Edi und Tyseem Lyles führten sich mit je elf Punkten gut ein.

Viel galliger wirkten die Gießener im zweiten Abschnitt. Mehrmals war über die Stationen 30:35, 35:40 und 38:42 der Führungswechsel in Reichweite. Ein kleiner Run der Gäste führte aber dazu, dass man mit 49:57 in die Kabine gehen musste.

Im dritten Viertel spielten die Mittelhessen ihren besten Basketball. Zwischen der 24. und 28. Minute ließ man keinen Gegenpunkt zu. Uhlemann per Fade-away markierte das 66:65. Als sich David Amaize durchtankte und auf 70:65 stellte, schien das Momentum klar. Erfurt ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen und schlug vor 20 mitgereisten Fans immer wieder zurück.

Zweimal lagen die Rackelos auch spät im vierten Quarter noch in Führung - 89:87 nach Zählern von Uhlemann (36.) und 91:90 durch einem Mitteldistanztreffer von Scott (37.). Neben der zur Neige gehenden Kraft waren es nun auch die Nerven, die gehörig flatterten. An der Linie ließen die Lahnstädter wichtige Pünktchen liegen. Vorne tat Lyles den 46ers II aus der Dreier- und Mitteldistanz weh. In einer taktisch geprägten Schlussphase blieben die Gäste stets cool.

»Jetzt heißt es 48 Stunden regenerieren und dann ab nach Frankfurt«, blickte Unger schon nach vorn. Das hohe Pensum der Leistungsträger deutet an, dass es am Ende wirklich eine Frage der Kraft werden könnte. An Einsatz und Kampfesmut mangelt es dem Drittligisten definitiv aber nicht. - Gießen: Brach (7), Ziring, Schneider, Begue (3), Uhlemann (33), Amaize (4), Lischka (28), Njie, Rostek, Scott (24), Döntgens, Baumgarten.

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