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Die Skyliners Frankfurt und ALBA Berlin treffen zum Auftakt des BBL-Finalturniers aufeinander. FOTO: DPA

Der Kraftakt

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Die Politik hat zugestimmt, jetzt beginnt die Arbeit: Innerhalb kurzer Zeit müssen sich die Basketball-Bundesligisten nun für das BBL-Finalturnier im Juni wappnen.

Mit dem "Go" der Politik fiel der Startschuss für die Basketball-Bundesligisten, jetzt wird im Akkord für das Finalturnier geackert: Spieler verpflichten, Taktik einstudieren, Corona-Tests durchlaufen - und das alles in einem engen Zeitfenster. Bis zum Restart der Korbjäger bleiben noch rund zwei Wochen. Eine einzigartige Situation, die sich vielleicht auch auf dem Parkett auswirken wird.

"Es ist schon ein Kraftakt für alle Beteiligten. Aber es gibt die optimale Lösung nicht", sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz am Mittwoch: "Die Coaches, Spieler und wir auch sagen, mehr Vorbereitung im Teamtraining täte gut, aber der Zeitrahmen ist wie er ist, weil wir jetzt die Genehmigung haben. Es wird von allen Seiten Kompromisse geben." Für den Liga-Boss steht aber fest: "Es wird definitiv attraktiver Sport auf hohem Niveau sein."

Die Ausgangslage mit kurzer Vorbereitung und das Turnierformat mit zehn Teams ermöglichen aber auch Überraschungen. "Es werden nicht unbedingt die Teams, die sonst vorne waren, aus den Vollen schöpfen. Vielleicht wird es da auch ganz andere Erscheinungen geben", sagte Geschäftsführer Marco Baldi von Alba Berlin im rbb-Interview.

Doch bevor am 6. Juni in München der Tip-off zum BBL-Turnier steigt, gibt es noch reichlich zu tun. Am wichtigsten ist da die Zusammenstellung der Kader. Neben den Spielern vor Ort müssen im Ausland weilende Profis zurückgeholt oder neue Akteure nachverpflichtet werden. Dies ist den Teams zweimal erlaubt. Für die Neuankömmlinge gilt wie für alle Spieler: Eine Teilnahme am Mannschaftstraining ist erst möglich, wenn zwei negative Corona-Tests zu Buche stehen.

Eine komplette Reihe wurde bereits durchgeführt, dabei gab es den ersten Coronafall. Betroffen ist ein namentlich nicht genannter Spieler, der zuletzt nach einem Heimataufenthalt in den USA nach Deutschland zurückgekehrt war. Da der Profi zu keiner Zeit Kontakt zum Team hatte, wurde er isoliert.

Ob ein Klub Mannschaftstraining mit Vollkontakt durchführen kann, entscheiden die örtlichen Gesundheitsämter, hier kann es von Klub zu Klub Unterschiede geben. In jedem Fall wird nicht genug Zeit bleiben, um Spielzüge wie in einer normalen Saisonvorbereitung durchzugehen. "Wir müssen inhaltlich reduzieren. Es muss sehr einfach sein", sagte Sebastian Gleim, Cheftrainer der Frankfurter Skyliners, der bilanzierte: "Wichtig ist für uns alle, dass wir die BBL-Fahne hochhalten."

Denn das BBL-Turnier, das durch die Genehmigung des Hygienekonzepts am Dienstag erlaubt wurde, ist mit seinen Kosten von rund einer Million Euro als Investment in die Zukunft zu sehen. Dabei orientiert sich die BBL auch an der Fußball-Bundesliga, die viel beachtet am vergangenen Wochenende zurückgekehrt war.

Verantwortlich für den Erfolg sind vor allem die Spieler und Betreuer, die in der Quasi-Quarantäne Disziplin zeigen müssen. Sie werden in einem zentralen Hotel wohnen und pendeln zwischen Trainings- und Spielhalle. Manche von ihnen hatten unter anderem deshalb Bedenken geäußert, weil sie von ihren Familien für drei Wochen getrennt sein werden.

Gleim zeigte dafür Verständnis: "Bei mir ist es auch so. Ich habe ein Neugeborenes, meine Frau wird dann alleine sein. Das sind Themen, die nicht so einfach sind. Ich kann völlig verstehen, wenn es da Zweifel gibt." Denn am Ende ist das Turnier, wie BBL-Boss Holz sagte, insgesamt ein Kompromiss. Und trotzdem so wichtig für den deutschen Basketball.

Das Finalturnier der BBL startet am Samstag, den 6. Juni um 16.30 Uhr mit der Vorrunden-Partie BG Göttingen gegen Hakro Merlins Crailsheim (Gruppe A) und endet am 28. Juni um 15 Uhr mit dem Final-Rückspiel im Münchner Audi Dome.

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