Breakdancer Fabricio Dos Santos von der TSG Blau-Gold Gießen ist süddeutscher Meister. FOTO: ZK
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Breakdancer Fabricio Dos Santos von der TSG Blau-Gold Gießen ist süddeutscher Meister. FOTO: ZK

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(zk). Im letzten Jahr hat sich der brasilianische Breakdancer Fabricio Dos Santos der TSG Blau-Gold Gießen angeschlossen. Seine bisherigen Schauauftritte waren spektakulär und begeisternd. Inzwischen hat er die Startberechtigung beim Deutschen Tanzsportverband erhalten und ist somit berechtigt, an deutschen Meisterschaften und deren Qualifikationsturnieren teilzunehmen. München war der Austragungsort für den "TAF Dance Alliance Cup", der süddeutschen Meisterschaft Hip-Hop und Breakdance.

Für die Hauptkategorie "Breakdance Adults" hatten 13 Teilnehmer, vorwiegend aus der Hochburg Bayern und aus Österreichs gemeldet. In einer Sichtungsrunde qualifizierten sich acht Tänzer für die "Battles" des Viertelfinales, bei denen jeweils zwei Tänzer gegeneinander in zwei einminütigen Vorträgen die Teilnehmer des Halbfinales und danach des Finales austrugen.

Schon bei der Sichtungsrunde war klar, dass nur zwei Breaker für den Sieg infrage kamen. Titelverteidiger Tayfun Arabacioglu aus München und Fabricio Dos Santos, der taktisch klug verhalten startete und sicher sein konnte, die Finalrunden zu erreichen.

Beim ersten Battle traf er mit Ben-Kai Hofmann auf den Vertreter Österreichs, der im Rahmen eines Abkommens zwischen den Verbänden die Startberechtigung in Deutschland hat. Fabricio Dos Santos verunsicherte seinen Gegner mit einer atemberaubenden Akrobatik zu Beginn derart, dass dieser die Kontrolle bei seinen Darbietungen verlor und entnervt aufgab.

Ähnlich das Bild im Halbfinale. Simon Pflug aus Freising hatte dem Gießener nichts entgegenzusetzen und die drei Wertungsrichter stimmten einstimmig für den Finaleinzug von Fabricio Dos Santos.

Hier traf er wie erwartet auf den Vorjahressieger Arabacioglu, der seine Anhängerschaft hinter sich wusste und seinen Heimvorteil nutzen wollte. Er startete mit einem eingesprungen Handstand und einer Schulterkugel, hatte aber Probleme in der Kontrolle der Ausführungen. Die Nervosität durch einen neuen, unerwartet starken Gegner war ihm deutlich anzumerken. Dos Santos blieb gelassen, nahm auf dem glatten Parkett der Turnhalle Anlauf und rutschte mit einem kontrollierten "Headslight" auf dem Kopf über die Turnierfläche. Das Publikum und sogar die Wertungsrichter hielt es nicht auf den Sitzen und sie applaudierten stehend.

"Der Drops ist gelutscht", war der treffende Kommentar des Turnierleiters und Ressorchefs des Verbandes, Carsten Rott, zum mitgereisten Vorsitzenden der TSG Blau-Gold, Bernhard Zirkler. Eindeutig war die Entscheidung für den Turniersieg zugunsten von Fabricio Dos Santos und der damit verbundenen Qualifikation zur DM am 24. Mai in Schwäbisch-Gemünd. Hier wird Dos Santos allerdings auf die stärker einzuschätzenden Gegner aus dem West- und Nordbereich stoßen, die sich für die am 21. Juni in Potsdam stattfindende EM qualifizieren wollen. Die Chancen stehen gut für den Gießener Neuzugang, mit seinen einzigartigen Powermove-Kombos dort teilzunehmen. Über der WM in China im Juli steht wegen der Corona-Epedemie allerdings noch ein Fragezeichen.

Auch als Trainer der Breakdance-Gruppen der TSG ist Fabricio Dos Santos erfolgreich. Seine Nachwuchsgruppen haben einen großen Zulauf, was nicht zuletzt auch der Anerkennung vom Breakdance als olympische Disziplin geschuldet ist. In Paris 2024 werden die Medaillen vergeben und bei der TSG Blau-Gold besteht Hoffnung, dass Gießen dort durch einen ihrer Tänzer vertreten sein wird.

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