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Das Streethandball-Angebot auf dem Außengelände der Lahntalschule Atzbach wurde gut angenommen.

Kooperative Lösungen gefragt

  • VonMarc Steinert
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(mgs). Kreativität ist in Zeiten, in der die Corona-Pandemie nach wie vor allgegenwärtig ist, besonders gefragt. Das dachte sich auch der Handballbezirk Gießen und lud für den vergangenen Samstag auf das Außengelände der Lahntalschule in Atzbach ein, wo für die männlichen Handball-Jahrgänge 2009 und 2010 eine ganz besondere Veranstaltung stattfand.

Der Bezirk geht in enger Kooperation mit dem Regionalen Talentzentrum (RTZ) Wetzlar nicht nur neue Wege der Sichtung, sondern wollte den Talenten der Region am Ende des Schuljahres noch einmal ein ganz besonderes Highlight anbieten. So trafen sich jeweils 25 Spieler eines jeden Jahrgangs auf dem Hartgummiplatz bei bestem Wetter, um im Spiel Vier-gegen-vier Streethandball zu spielen.

Die Besonderheit dabei ist, dass mit einem soften Streethandball gespielt wird, der nicht geprellt werden kann. Dadurch werden die Spieler herausgefordert, kooperative Lösungen zu suchen. Eine weitere Besonderheit dieser Handballvariante ist, dass die abwehrende Mannschaft einen Torwart und drei Abwehrspieler gegen die vier Angreifer stellen muss, sodass der Angriff immer in Überzahl spielen kann. Gespielt wird zudem nur auf ein Tor auf einer Hälfte des Handballfeldes, wobei Angriff und Abwehr stetig wechseln und die Spieler immer wieder schnell umschalten müssen. Dadurch ergaben sich äußerst schnelle Angriffe und viele Erfolgserlebnisse.

In immer neuen, bunt zusammengelosten Teams konnten die jungen Handballer so zeigen, was sie auf dem Kasten haben. Für die Auswahltrainer des Bezirks stellte diese neue Form des Spiels eine willkommene Abwechslung zum normalen Handballspiel in der Halle, aber auch zu bisherigen Sichtungsverfahren und Tests dar. Die Auswahltrainer des Jahrgangs 2010, Mario Hase und Sven Döring, sowie ihre Pendants des Jahrgangs 2009, Ergün Sahin und Stefan Euler, zeigten sich vom technisch-taktischen Niveau ihrer neuen Schützlinge ebenso wie von der Spielform begeistert.

»Das Beste ist, dass alle Spieler permanent in Entscheidungssituationen sind und dabei sehr viele Erfolgserlebnisse gewinnen können. Hier kann sich niemand verstecken oder ausruhen«, berichteten sie unisono. Auch Tim Straßheim, Methodikwart des Handballbezirks Gießen, war voll des Lobes. »Eine tolle Organisation durch das RTZ Wetzlar, tolles Wetter, tolle Sportler und ein tolles Erlebnis. So kann man in die Ferien gehen!«, freute sich Straßheim über die gelungene Veranstaltung.

Organisiert, konzipiert und durchgeführt wurde diese von »Lehrer-Trainern Handball« des RTZ Wetzlar. Beispielsweise von Volker Michel, der verantwortlich zeichnet für die Talentsichtung und -förderung des Handballsportes im Rahmen der Schule. Fabian Kraft, ehemaliger Bundesligaspieler der HSG Wetzlar und Lehrer an der Goetheschule Wetzlar übernahm zudem mit RTZ-Koordinator Jens Hofmann die Turnierleitung vor Ort. »Uns war es wichtig, den Talenten am Ende eines schweren Jahres, in denen viele nicht richtig trainieren konnten und Wettkämpfe sowie Spiele über weite Zeiten komplett ausgefallen sind, noch einmal ein ganz besonderes Highlight anzubieten. Die Idee war, möglichst viele Spielerlebnisse ohne große Verzögerungen oder formale sowie taktische Hürden zu generieren. Das ist uns absolut gelungen«, freute sich auch Ex-Nationalspieler Michel über die erfolgreiche Veranstaltung, die einmal mehr zeigte, dass sich Kreativität absolut lohnen kann.

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