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Von: Sebastian Kilsbach

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Dritter Sieg in Folge - die Gießen 46ers bedanken sich nach dem 108:89 in Bochum bei ihren Fans. © Sebastian Kilsbach

Mit einem 108:89 beim VfL Bochum am Sonntag feierten die Gießen 46ers ihren zweiten Sieg auf fremdem Parkett. Damit hält der Basketball-Zweitligist Kontakt zum oberen Tabellendrittel.

Viel Licht, etwas Schatten - und am Ende ein Sieg: So lässt sich das Match und das 108:89 (53:53) der Gießener beim galligen Tabellenfünfzehnten der Basketball-ProA in Bochum zusammenfassen. »Wir hatten eine schwierige Trainingswoche. Ich bin froh, gegen eine sehr gute Mannschaft gewonnen zu haben«, zeigte sich Headcoach »Frenki« Ignjatovic nach der Partie erleichtert. Bochum steht im unteren Tabellendrittel, hielt das Match aber über 37 Minuten völlig offen. »Sie sind sehr unangenehm zu spielen«, ergänzt Ignjatovic.

Damit trotzten die Mittelhessen einer aus mehreren Gründen komplizierten Woche. Die Schlagzeilen wurden dominiert vom Führungswechsel des Vereins, wo Jonathan Kollmar das Manageramt vom erkrankten und letztlich entlassenen Sebastian Schmidt übernahm. Sportlich hingegen galt es, möglichst viele Spieler fit zu kriegen für das Auswärtsspiel. Die Liste der Blessuren ist nach wie vor lang.

Das gelang: In der Startaufstellung der Gießener standen mit Luis Figge, Nico Brauner und Stefan Fundic gleich mehrere zuletzt angeschlagene Spieler. Hinter dem Einsatz von Fundic hatte ein Fragezeichen gestanden. In Bochum zeigte der Serbe nicht ganz den Biss, den man von ihm gewohnt ist. Unter der Woche hatte der Center vom Training pausiert. Dennoch half er seinen Farben nach Kräften.

Fundic netzte gleich im ersten Viertel mehrere Punkte in Brettnähe. Vor allem Figge war aber nicht zu bremsen und scorte 13 Punkte allein im Auftaktquarter - darunter das 32:25 zur Viertelpause von jenseits der Dreipunktelinie. Am Ende wurde der gebürtige Paderborner vor den Augen seines angereisten Vaters mit 24 Zählern sogar Topscorer. »Ich habe gleich zu Beginn einen Floater getroffen und dann einen Dreier« - rekapituliert der Forward - »und da wusste ich, es läuft. Da geht alles etwas einfacher.«

Auch im zweiten Abschnitt blieb es ein offener Schlagabtausch, wie er nicht nach Gusto von 46ers-Cheftrainer »Frenki« Ignjatovic sein konnte. Bochum zeigte sich zwar von außen abschlussschwach. Die Gäste gewährten dem Ruhrpott-Team aber immer wieder offene Spaziergänge zum Korb. Zudem haderten die Mittelhessen mit der Linie des Schiedsdrichtergespanns. Früh hatten Jordan Barnes und Brauner mit Foulproblemen zu kämpfen. Als auch Fundic sein zweites Persönliches kassierte, rauften sich die Gießener vor Verwunderung die Haare. Bochum kämpfte sich nach 40:45-Rückstand zurück und schloss nach Dreier durch Niklas Geske zum 48:49 auf (17.). Zu diesem Zeitpunkt bat Ignjatovic um Auszeit, die er zu allererst dazu nutzte, mit den Referees ins Zwiegespräch zu gehen.

»Solche Situationen können spielentscheidend sein«, erklärt der Basketballlehrer den erhöhten Gesprächsbedarf. »Im Großen und Ganzen habe ich mit der Linie aber kein Problem gehabt.«

Zwar sammelten die Hausherren einen Großteil ihrer Punkte an der Freiwurflinie. Das alleine war aber nicht der Grund dafür, dass sich die 46ers bis zur Halbzeit (53:53) über 50 Punkte einschenken ließen. »Wir müssen unsere Defensive stabilisieren. Wenn wir selbst 108 Punkte machen, müssen wir das Spiel eigentlich viel früher nach Hause holen«, beleuchtete Ignajtovic eine der Schattenseiten der Partie.

Bochum biss, kratzte, kämpfte. Dem VfL war aber anzumerken, wie sehr man dem ersten ProA-Sieg zu Hause entgegenfiebert. In dieser Spielzeit ist man auf heimischen Parkett noch ohne Punkt. Gießen traf nach dem Seitenwechsel einige wichtige Dreier, etwa Barnes aus der Ecke oder Roland Nyama, der seine Erkältung halbwegs auskuriert hatte und mitwirkte. Abschütteln ließ sich Bochum aber nicht. Über die Stationen 82:76 (31.) 84:80 und 88:84 (34.) blieb es langes ein hartes Ringen für Gießen.

Erst als Figge einen Dreier vom sprichwörtlichen Parkplatz traf und damit die Rundsporthalle komplett verstummen ließ, wechselte das Momentum auf hessische Seite. Barnes legte von außen nach. Bochums Tom Alte verlor nach einem gepfiffen Offensivfoul die Nerven und kassierte ein Technisches obendrein. Die mitgereisten Gießener Fans sangen: »Keiner wird es wagen, unsern MTV zu schlagen.« Am Ende war es ein souveräner Sieg für die Hessen, die den dritten Tabellenplatz damit verteidigten.

Gießen: Barnes (19), Brauner (19), Begue, Fundic (12), Figge (24), Kahl, Cvorovic (7), Martin (12), Strangmeyer (2), Nyama (4), Miksic (9).

Bochum: Sams (8), Geske (16), Grof (17), Andre (11), Rodriguez (5), Garrison (12), Drescher (10), Emen, Alte (10).

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