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Komplimente von Trainer Reusch

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Von: Harold Sekatsch

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Die Zuschauer sehen eine starke HSG Kleenheim-Langgöns mit einem guten Torwart Moritz Schäfer (Nr. 97) und Marc Weller (l.) beim Heimsieg gegen die HSG Mörlen, für die Mika Berger Maß nimmt. © Thomas Wissner

(se). Ein ereignisreicher Spieltag in beiden Gruppen der Handball-Bezirksoberliga. So setzte sich im Spitzenspiel die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen III gegen die HSG Wettenberg II mit 26:21 durch und bleibt als einzig verlustpunktfreie Mannschaft an der Tabellenspitze. Neuer Zweiter ist die HSG Dilltal, die nach dem 30:22-Erfolg in Kirchhain über 8:

2 Zähler verfügt und an den Wettenbergern (6:4 Punkte) vorbeizog. Eine unliebsame Überraschung erlebte die HSG Großen-Buseck/Beuern, die gegen den TV Wetzlar eine 21:25-Niederlage hinnehmen musste. Saisonsieg Nummer zwei landete mit dem 37:26 über die HSG Marburg/Cappel die HSG Lumdatal II, die wie Buseck, Wetzlar und Kirchhain 4:6 Punkte aufweist.

Einen Wechsel an der Tabellenspitze meldete die Gruppe 2. Hier zog die HSG Kleenheim-Langgöns II (7:1 Punkte) mit dem 33:25-Erfolg an der bislang führenden, diesmal aber spielfreien MSG Florstadt/Gettenau (6:2) vorbei. Mit dem 26:22 in Rockenberg als Gast der HSG Wettertal feierte die HSG Linden II (4:6) ihren zweiten Saisonsieg und rückte auf Platz vier vor. Dritter ist der TSV Lang-Göns mit 5:5 Zähler. Die Langgönser kamen gegen die SG Rechtenbach kampflos zu beiden Punkten. Hintergrund: Die Rechtenbacher hatten einen »Corona-Verdachtsfall« bei einem ihrer Spieler. Die Gastgeber stimmten aber einer kurzfristigen Verlegung nicht zu. Rechtenbachs Trainer Christian Kunz erklärte, dass »wir als Mannschaft entschieden haben, dass wir nicht das Risiko eingehen wollen, die Gesundheit der Spieler, Offiziellen und Zuschauer zu gefährden und sind daher nicht angetreten.« Die Rechtenbacher verließen am Freitagabend unverrichteter Dinge die Halle in Langgöns. Inzwischen ist aus dem Verdacht Gewissheit geworden: Der PCR-Test des betroffenen Spielers brachte das Ergebnis: positiv. Dennoch wird das Spiel für Langgöns gewertet, da nach Auskunft von Klassenleiter Hans-Werner Weil die Rechtenbacher bereits zuvor von dem Verdachtsfall gewusst hatten.

Gruppe 1 / HSG Dutenhofen/Münchholzhausen III - HSG Wettenberg II 26:21 (14:11): »Wettenberg kam besser ins Spiel«, berichtete Torben Wegner, Trainer der Gastgeber. »In unserer 6:0-Abwehr hat der nötige Biss gefehlt. Wir haben dann auf 3-2-1 umgestellt. Damit kamen wird besser an die Gegenspieler ran.« In der Tat, die erste Viertelstunde gehörte den Wettenbergern, die zunächst ständig in Führung lagen. Nach acht Minuten führte der Gast mit 4:2, nach 14 Minuten mit 8:5. Doch nach und nach verkürzten die Hausherren den Rückstand und schafften nach 20 Minuten den Ausgleich zum 8:8. In der 24. Minute brachte Lukas Wallwaey die »Dritte« des Bundesligisten mit seinem Treffer zum 10:9 erstmals in Führung, die seine Mannschaft nach dem 11:10 (25.) nicht mehr aus der Hand gab. Allerdings profitierte der spätere Sieger auch davon, dass den Wettenbergern im Laufe der Partie die Rückraumspieler einfach ausgingen. »Nach 20 Minuten verletzte sich Fabian Weide und konnte nicht mehr eingesetzt werden«, erklärte Gästetrainer Dragan Nenad. Außerdem erhielt Daniel Schmitz nach 35 Minuten die mit der dritten Zeitstrafe verbundene Rote Karte. Gar nicht eingesetzt werden konnte Felix Kreutz. »Wir haben dann im Angriff verschiedene Varianten probiert, die wir im Training gar nicht geübt hatten«, erklärte Nenad. Im Angriff spielten die Gäste mit sieben gegen sechs. Doch nach dem 19:12 (38.) gelang es den Gästen nicht mehr, den Anschluss herzustellen, obwohl die Hausherren, wie Trainer Wegner einräumte, zwischen der 40. und 50. Minute »eine Schwächephase im Angriff« hatten. Diese aber habe die Abwehr wettmachen können. Angesichts der Tatsache, dass dem Wettenberger Coach am Ende nur zwei Rückraumspieler zur Verfügung standen, war er mit dem Auftritt seiner Mannschaft trotz der Niederlage sehr zufrieden und sprach ein »großes Lob an die Mannschaft« aus. Dabei hob er Torhüter Jan Becker besonders hervor, der in Dutenhofen überragend gehalten habe. - Beste Torschützen, Dutenhofen/Münchholzhausen III: Julian Wallwaey (8/3), Lukas Wallwaey, Dennis Agel (je 4), Kinzenbach (3/3). - Wettenberg II: Quurck (5), Michel Wingefeld (4), Olbert (3).

HSG Großen-Buseck/Beuern - TV Wetzlar 21:25 (8:14): »Wir konnten nicht an die Leistung vor 14 Tagen im Spiel bei der HSG Dilltal anknüpfen«, räumte hinterher Busecks Trainer Jens Hohaus ein. Seiner Mannschaft seien dabei »relativ viele technische Fehler unterlaufen«. Die Busecker kamen einfach nicht ins Spiel und lagen nach zehn Minuten bereits mit 2:5 im Hintertreffen. »Das war unsere beste Saisonleistung«, freute sich auf der anderen Seite Wetzlars Trainer Marco Schmidt, der von einer Steigerung »in zwei wesentlichen Punkten« sprach: »Wir haben unsere technischen Fehler im Angriff auf ein Minimum reduziert. Außerdem haben wir es geschafft, Konstanz in unsere Leistung zu bringen und die über die vollen 60 Minuten abzurufen.« Nach 25 Minuten führte der Gast mit 12:7 und lag zur Pause sogar mit sechs Treffern vorn. »Wenn wir Bälle gewonnen haben, hinten, dann haben wir die vorne leichtfertig vergeben«, berichtete dagegen der Busecker Coach. Jens Hohaus machte aber trotz der deutlichen Niederlage seinen Spielern ein Kompliment: »Die Mannschaft hat sich nie aufgegeben.« Doch näher als auf drei Tore (18:21/50.) kamen die Gastgeber nicht heran. »Die Hypothek aus der ersten Halbzeit war einfach zu hoch«, stellte Jens Hohaus fest, während sein Kollege auf Wetzlarer Seite konstatierte: »Wir haben uns letztlich einen verdienten Start-Ziel-Sieg erarbeitet.« - Beste Torschützen, Buseck: Jan Schneider (6/1), Lukas Schneider, Coletta (je 4). - Wetzlar: Dubiys (9/8), Breining (6), Käppler (3).

HSG Lumdatal II - HSG Marburg/Cappel 37:26 (20:16): Lange Zeit sah es nicht nach einem Erfolg des Aufsteigers aus, der, so Trainer Fabian Hoepfner, in einer »von unglaublich viel Hektik geprägten« Partie zunächst nicht zurechtkam. »Wir haben in der Abwehr keinen Zugriff erhalten, waren zu passiv und sind im Angriff nicht in die Tiefe gegangen«. Die Folge: Marburg lag nach 17 Minuten mit 12:8 vorn. »Auch die Umstellung auf eine 3:2:1-Deckung hat nicht viel geholfen«, räumte Hoepfner ein, der mit der Einwechslung von Rückraumspieler Eike Schuchmann aber dann die Wende herbeiführte. Mit einem 5:0-Lauf drehten die Hausherren das Spiel und lagen zur Pause mit 20:16 vorn. Im zweiten Durchgang stand die Abwehr der Lumdataler besser und erlaubte den Marburgern bis zur 47. Minute lediglich vier weitere Treffer. Die Gastgeber hatten in der Zwischenzeit ihre Ausbeute auf insgesamt 30 Tore erhöht und damit die Partie praktisch für sich entschieden. »Wir sind sehr gut in die erste Welle gekommen und haben weiterhin das Tempospiel aufrechterhalten«, berichtete der Coach der Lumdataler, der neben Eicke Schuchmann auch Johannes Sauer mit einem Sonderlob bedachte. In der Schlussphase bauten die Gastgeber ihren Vorsprung geringfügig aus und kamen, wie ihr Trainer feststellte, zu einem in dieser Höhe verdienten Erfolg. - Beste Torschützen, Lumdatal: Machava, Hasenkampf, Johannes Sauer (je 6), Mohr, Justus Schmidt (je 5), Maximilian Sauer (3). - Marburg: Bastian (7/2), Meinecke (5), Hanke (4/1), Elfert, Leitner (je 4).

Gruppe 2 / HSG Wettertal - HSG Linden II 22:26 (14:13): Die beiden Trainer bewerteten die Partie recht unterschiedlich. Sven Tauber aufseiten der HSG Wettertal sprach von einer »völlig unnötigen Niederlage«, während Lindens Coach Sören Asboe einen »verdienten Sieg« seiner Mannschaft gesehen hatte. Fakt ist, dass die Gäste nach ihrer 1:0-Führung (2.) erst wieder in der 58. Minute (beim 23:22 für Linden) vorn lagen und den frisch eroberten Vorsprung in den letzten zweieinhalb Minuten um drei weitere Treffer ausbauten. Über weite Strecken liefen die Lindener aber einem Rückstand hinterher. »Wir haben mehrere Führungen leichtfertig aus der Hand gegeben, da ein regelnder Kopf fehlte«, ärgerte sich Sven Tauber. Ein weiteres Manko bei den Hausherren: »Wir haben uns zu wenig an die Vorgaben gehalten.« Und so habe die Wettertaler Mannschaft den Ausfall von Lukas Walter, Freddy Noll, Tim Bunfill, Timo Metzger und Yannick Kreuzer nicht kompensieren können.« Aber auch Asboe war nicht rundum zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft in Rockenberg. »Wir waren im ganzen Spiel zu passiv«, stellte er fest und kritisierte, dass seine Spieler »zu viele Würfe aus der Halbdistanz« genommen hätten. Im weiteren Verlauf habe seine Mannschaft dann »gute Lösungen gegen die 6:0-Deckung« der Wettertaler gefunden. Dann sah Asboe einen weiteren Vorteil seiner Mannschaft: »Wir waren spielerisch klar besser.« Möglichweise gab das den Ausschlag für den Ausgang dieser Partie, die die Lindener trotz eines gefühlten Dauerrückstandes für sich entschieden. - Beste Torschützen, Wettertal: Metzger (6/2), Kneissl, Kielich (je 4). - Linden II: Mikusch (5),Höhn (4), Lenz (3/3), Piesch, Hirschmann, Laun (je 3).

HSG Kleenheim-Langgöns II - HSG Mörlen 33:25 (17:11): Julian Reusch, Trainer der Kleenheimer »Zweiten«, lässt sich nicht so leicht aus der Reserve locken. Diesmal aber überschüttete er seine Spieler mit Komplimenten. »Ein sehr gutes Spiel von der ganzen Mannschaft«, fasste er die Leistung des neuen Tabellenführers zusammen, »und das kontinuierlich über die gesamten 60 Minuten«. Mörlens Trainer Kevin Dannwolf war dagegen sichtlich enttäuscht: »Keine Einstellung, keine Leidenschaft, kein Siegeswillen«, bewertete er den Auftritt einer Mannschaft, der allein in der ersten Halbzeit 15 technische Fehler unterlaufen seien. »So kann man nicht mit Punkten rechnen, vor allem nicht gegen einen sehr, sehr starken Gegner.« Nach fünf Minuten lagen die Gastgeber bereits mit 5:0 vorn und hatten damit die Richtung vorgegeben. Zwischenzeitlich konnten die Mörler den Rückstand reduzieren (6:4/9.), doch dann zogen die Gastgeber immer wieder davon und lagen zur Halbzeit mit sechs Treffern vorn. Im zweiten Durchgang schafften es die Gäste nicht, den Rückstand nennenswert zu verkürzen. Die Spielstände von 21:11 (34.), 22:14 (40.) und 28:20 (50.) belegten, dass die Kleenheimer in dieser Partie alles im Griff hatten. »Ich muss allen ein großes Lob aussprechen, das war hervorragend«, rief Reusch seinen Spielern zu und versah Rechtsaußen Matteo Barbaric noch mit einem Sonderlob.

Tore, Kleenheim-L. II: Weller (9), Barbaric (6), Keßler (5/2), Keil, Philipp Schäfer (je 3). - Mörlen: Wulf (5/2), Alt (5), Bernhard Dietz (4/2), Berlich (3/1), Otto (3).

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