Kleinigkeiten entscheiden: LTi 46ers verlieren Hessenduell

Unglücklich, aber nicht unverdient unterlagen die LTi Gießen 46ers im ersten Basketballspiel des Jahres dem hessischen Rivalen aus Frankfurt mit 56:64 (29:34). Zu viele Ungenauigkeiten im Passspiel und individuelle Fehler sorgten am Montagabend in der Konsequenz für die Niederlage gegen die Fraport Skyliners.

Das Ergebnis bedeutet auch, dass die Mittelhessen tief im Bundesliga-Abstiegskampf angekommen sind, der durch die Siege von Ludwigsburg und Trier, die beide nach Punkten gleichgezogen haben, verschärft wird.

Die LTi 46ers setzten in den Anfangsminuten auf das Fastbreakspiel, versuchten schnell zum Abschluss zu kommen, agierten jedoch zu hektisch und leisteten sich immer wieder Ballverluste und Fehlversuche. Nach dem siebten Turnover und einem Dunk von Jermareo Davidson im Fastbreak sah sich Trainer Björn Harmsen zur ersten Auszeit gezwungen (12:19, 9.). Zwar unterlief den Hausherren bis zur Viertelpause kein Ballverlust mehr, jedoch konnten sie den Rückstand nicht mehr verkleinern (14:21, 10.).

Doch so wie Harmsen die richtigen Worte in Sachen Ballverluste gefunden hatte, so fand er sie dann in der Viertelpause in Sachen Offense: Punkt um Punkt kämpften sich die Gießener wieder heran, ehe Ovcina mit einem Mitteldistanzwurf an der Grundlinie das 21:21 erzielte.

Nach einem Rebound des in der Anfangsphase hervorragend aufgelegten Bosniers zog Achmadschah Zazai noch ein unsportliches Foul und verwandelte einen der fälligen Freiwürfe zur Gießener Führung, die Chad Prewitt noch ausbauen konnte (24:21, 15.). Aber die Gäste aus der Mainmetropole konterten mit zwei schnellen Dreiern binnen 20 Sekunden zum 24:27, brachten so wieder etwas Luft zwischen sich und die LTi 46ers. Nach schönem Anspiel von Zazai netzte Stewart zu Beginn der Schlussminute der ersten Halbzeit einen völlig freien Dreier zum 29:32 ein, mit 29:34 ging es in die Pause.

Der Start in die zweite Spielhälfte gelang den Gastgebern gut: Ein Dreier von Koko Archibong und ein Mitteldistanztreffer von Ovcina sorgten schnell für den Ausgleich, ehe Frankfurt konterte und die Fünf-Punkte-Differenz wieder herstellte (34:39, 22.). Die Partie wogte hin und her, ohne, dass sich eine der Mannschaften in dieser Phase nun einen echten Vorteil erspielen konnte: Zwar kamen die Gießener nicht näher heran, die Skyliners, die nun in eine Zonenverteidigung wechselten, konnten allerdings auch nicht weiter davonziehen.

Erst gegen Ende von Viertel Nummer drei konnten die Gäste die nun wieder vermehrt auftretenden Ballverluste der LTi 46ers nutzen und ihren Vorsprung vergrößern: Nach einem Korbleger von Davidson führten die Frankfurter mit zwölf Punkten (53:41, 30.), zwei Freiwürfe von Stewart sorgten für das Ergebnis von 43:53 vor dem letzten Spielabschnitt.

Das Bild, das Gießen bot, änderte sich jedoch nicht: Man sagt, dass Basketball-Spiele durch Kleinigkeiten entschieden werden, und das schienen die LTi 46ers unter Beweis stellen zu wollen: Mal fehlte nur das Glück, damit der Ball in den Korb und nicht vom Ring herunterfiel, mal kamen die Gießener in der Verteidigung Sekundenbruchteile zu spät. Aber die 3880 Zuschauer in der Osthalle peitschten ihr Team nach vorne, und vor allem Elvir Ovcina schien von der Energie zu leben: Fast im Alleingang hielt der 2,12-Meter-Riese seine Mannschaft im Spiel und punktete auch zuverlässig gegen zwei Gegenspieler am Brett. Als der Kapitän auf die Bank musste, erwies sich Backup Robert Oehle als würdiger Vertreter und brachte von der Freiwurflinie die Gießener auf 56:57 heran (36.

). Umso ärgerlicher, dass Archibong seinen Gegenspieler Marius Nolte bei dessen Wurf zum 56:60 aus 46ers-Sicht 1:14 vor Schluss noch foulte. Aber der Skyliners-Kapitän konnte seinen Bonusfreiwurf nicht verwandeln, der schnelle 46ers-Dreier auf der Gegenseite fand jedoch ebenfalls nicht sein Ziel. Bis der letzte entscheidende Frankfurter Angriff nach Harmsens Anweisung mit einem Foul gestoppt werden konnte, vergingen lange sechs Sekunden. Kleinigkeiten, die Gießen am Ende den Derbysieg gegen den Erzrivalen gekostet haben.

Während die Fans bereits wieder den Heimweg antraten, saßen die Verantwortlichen noch zusammen, um die Personalie Maurice Jeffers zu besprechen: Der Flügelspieler, der mit einer Athrose und Knorpelproblemen ausfällt, soll nach Aussage von Harmsen aller Voraussicht nach eine mehrwöchige Pause zur Rehabilitation erhalten, in der die 46ers einen Ersatz für ihren Topscorer an die Lahn holen wollen. Bereits im Vorfeld dämpfte der Trainer jedoch die Erwartungen: "Wir glauben nicht, ihn vollständig ersetzen zu können." Martin Vogel

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