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Klein ganz groß

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Von: Markus Röhrsheim

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Johannes Klein (Mitte) war beim 31:26 über den VfL Lübeck-Schwartau einer der herausragenden Hüttenberger Zweitliga-Handballer. Hier lässt er die komplette Deckung stehen und viosiert das Tor von VfL-Keeper Jasper Bruhn an. JENNIVER-FOTOGRAFIE © Jenniver Röczey

Der Kapitän fehlt - und dennoch fertigt der TV 05/07 Hüttenberg im Zweitliga-Heimspiel den VfL Lübeck-Schwartau nach zwischenzeitlicher Zehn-Tore-Führung sicher mit 31:26 ab.

Der TV 05/07 Hüttenberg behauptet sich weiter in der Tabellenspitze der 2. Handball-Bundesliga. Auch ohne Kapitän Dominik Mappes hatte das Original aus Mittelhessen einen guten Start in die englische Woche und besiegte am Samstagabend den VfL Lübeck-Schwartau mit 31:26 (14:10).

»Ich bin mega happy. Unter dem Vorzeichen, dass Dominik ausgefallen ist, war natürlich die Frage: schafft es die junge Truppe ohne ihren Kapitän und den ja auch immerhin bisher besten Liga-Torschützen? Die Mannschaft hat darauf eine fantastische Antwort gegeben. Jeder springt für den anderen ein. Wir haben gezeigt, dass wir nicht von einer Person abhängig sind«, jubelte Trainer Johannes Wohlrab.

Zumal neben dem an einer Nasennebenhöhlenentzündung laborierenden Mappes auch Routinier Tobias Hahn auf Rechtsaußen und weiter Neuzugang Joel Ribeiro nicht zur Verfügung standen. Zwar hatten auch die Gäste etliche Ausfälle, unter anderem der Leistungsträger Mex Raguse (Nasenbeinbruch), Kreisläufer Carl Löfström (Sprunggelenk) und auch der Linksaußen Joscha Ritterbach und Fynn Gonschor zu verzeichnen. Dennoch reiste die Mannschaft von Ex-TVH-Spieler Piotr Przybecki mit dem Selbstvertrauen aus zuletzt zwei Heimsiegen an. »Es ist immer wieder schön, nach Hüttenberg zurückzukommen. Aber heute war es nicht so lustig für uns«, musste der Pole aber nach Spielende geknickt zugeben.

Denn nach einem zähen, ausgeglichenen Beginn, in der Gäste-Keeper Dennis Klockmann speziell Ian Weber und Hendrik Schreiber einige Abschlüsse abkaufte, konnte sich der TVH ab der 15. Minute durch Tore von Niklas Theiß, Johannes Klein bei seiner ersten Ballberührung nach seiner Einwechselung und Kreisläufer Vit Reichl nach schönem Pass von Routinier Stefan Kneer zum 7:4 absetzen.

Wohlrab variierte geschickt mit seinem Personal und Kneer brachte seine Farben bei drohendem Zeitspiel mit dem Treffer zum 10:6 in der 23. Minute erstmals mit vier Toren in Front. Ein Abstand, mit dem es nach einem unglücklich abgefälschten Treffer von Kotaro Mizumachi zum 10:14 aus Gäste-Sicht auch in die Pause ging.

Lübeck startete, trotz zwei starken Paraden von Dominik Plaue, besser und stellte durch den tschechischen Nationalspieler Matej Klima, vor Wochenfrist noch im Nationaltrikot mit Hüttenbergs Vit Reichl gemeinsam am Ball, den 13:14-Anschluss her.

Sollte die Begegnung kippen ? Zumal Ian Weber einen Siebenmeter nur ans Lattenkreuz nagelte. Nein ! Denn einerseits machte die TVH-Defensive einen super Job, andererseits halfen die Gäste mit einer hohen Fehlerquote kräftig mit. »Mit dem siebten Feldspieler machen wir zu viele einfache Fehler«, musste Przybecki enttäuscht feststellen. So konnte Hendrik Schreiber innerhalb von nur 30 Sekunden zweimal ins leere VfL-Tor Ballverluste bestrafen und Ryuga Fujita legte per Tempogegenstoß zum 20:14 nach. Der TVH kam in einen Rausch. Sogar Plaue traf zum 26:17 und Schreiber nutzte einen weiteren Ballverlust zur Zehn-Tore-Führung (49.).

»Die Phase danach hat mir nicht so gefallen. Da müssen wir weiter durchziehen«, hatte Johannes Wohlrab dennoch einen Kritikpunkt. Denn Lübeck verkürzte, ehe Moritz Zörb mit dem 29:23 in der 56. Minute den Sack endgültig zu machte.

Über ein Sonderlob des verletzten Tobias Hahn durfte sich der fünffache Torschütze Johannes Klein freuen. »Ihn möchte ich hervorheben. Er hat jeden Ball getroffen. Das ist umso bemerkenswerter, da er bisher in der Saison fast nur Abwehr gespielt hat.«

TV 05/07 Hüttenberg: Plaue (1), Böhne; Schwarz (4), Kneer (1), Kirschner, Theiß (1), Fujita (4), Weber (3/2), Rompf (3/1), Zörb (1), Reichl (3), Klein (5), Schreiber (5).

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann, Conrad; Potratz, Mizumachi (2), Hansen (7/4), Skorupa (2), Waschul, Schult (3), Versteijnen (6), Schrader, Kretschmer (4), Klima (2), Bruhn.

Im Stenogramm / SR: Dinges/Schmack (Stutensee/Stuttgart). - Siebenmeter: 5/3:5/4. - Zeitstrafen: 10:14 Minuten - Zuschauer: 720.

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