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Klassenerhalt trotz etlicher Turbulenzen

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Interimstrainer Andreas Klimpke (l.), Betreuerin Michelle Müller (M.) und Torhüter Marcel Kokoszka haben eine aufreibende Drittliga-Spielzeit hinter sich. © Harald Friedrich

Die Saison 2021/22 hat für den Handball-Drittligisten HSG Dutenhofen/ Münchholzhausen mit dem vorzeitigen Ligaerhalt ein gutes Ende gefunden, trotz etlicher Turbulenzen.

Die erste Drittliga-Saison, die seit der Corona-Pandemie komplett gespielt wurde, endete bereits Mitte März. Zumindest für die Teams, die weder an der Aufstiegs- noch an der Abstiegsrunde teilnehmen (müssen). Für diese 28 Mannschaften der insgesamt sieben Handball-Staffeln ist die Runde beendet und sie werden kommende Saison erneut in der 3. Liga antreten dürfen.

Eine davon ist die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II, die in ihrer Staffel E nach 20 Spielen den fünften Platz belegt und somit das Saisonziel direkter Klassenerhalt erreicht hat. Ein Blick auf die Abschlusstabelle zeigt, wie eng die gesamte Gruppe zusammenliegt. Ein Sieg mehr hätte den Unterschied zwischen Platz vier und Platz acht machen können. Dass die HSG auch nächste Saison wieder in der 3. Handball-Liga antreten darf, ist somit ein hart erkämpftes Privileg. Und gerade mit Blick auf die Vorkommnisse der vergangenen Monate, bestimmt nicht von Jedermann erwartet worden.

Im Vorfeld des Ligastarts Anfang September hatten die Wetzlarer mit Michael Ferber einen neuen Trainer präsentiert, der den Platz von Gennadij Chalepo einnahm, neben dem er ursprünglich als Co-Trainer vorgesehen war. Und gerade in den ersten Wochen lief es sportlich mehr als rund, nach den ersten fünf Spielen mit 9:1 Punkten führte man die Tabelle an. Bis zum Ende der Hinserie war der Platz an der Sonne zwar wieder verloren, die Abstiegsplätze aber immer noch weit entfernt.

Mitte Dezember dann die Überraschung: Cheftrainer Michael Ferber sowie dessen rechte Hand Christian Grzelachowski verließen den Verein, da die Auffassung über die Entwicklung der Spieler nicht mit der der Verantwortlichen übereinstimmte. Mit Andreas Klimpke übernahm ein HSG-Urgestein interimsweise den Posten Ferbers.

»Anfangs war dies nur als Übergang geplant. Wir stellten aber schnell fest, dass die Trainersuche zu so einem Zeitpunkt der Saison sich als äußerst schwierig gestaltete. Da wir nicht wieder so viel Unruhe in die Mannschaft bringen wollten, habe ich die Aufgabe dann eben doch bis zum Ende übernommen. Und da wir unser oberstes Ziel - den direkten Klassenerhalt - erreicht haben, haben wir wohl alles richtig gemacht«, bilanziert Klimpke, der mit Stolz auf die Runde zurückblickt.

»Trotz des Trainerwechsels hat sich die Mannschaft hervorragend präsentiert. Wir haben viel Potenzial in unseren jungen Spielern erkannt und haben es sogar geschafft, einige Spiele mit den besten Teams der Liga mitzuhalten. Und das, obwohl wir gerade zum Ende hin mit vielen Verletzungen zu kämpfen hatten.«

Zu den Langzeitverletzten gehörte allen voran Erik Irle, der nicht ein einziges Saisonspiel bestreiten konnte, aber auch Kreisläufer Maduwuike Okpara und Rückraumspieler Paul Geffert konnten oftmals nur zuschauen. Zudem verließ auch Neuzugang Tristan Kirschner das Team mitten in der Saison und lief ausschließlich nur noch für den TV 05/07 Hüttenberg in der zweiten Liga auf. Ein Umstand, der durch die Kooperation der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen und des TV Hüttenberg zustande kam. Historisch Neuland für beide Vereine, an das sich erst einmal gewöhnt werden muss.

»Was die sportliche Leistung der A-Jugend angeht, sind wir mit der Zusammenarbeit natürlich zufrieden und werden diese auch versuchen so gut wie möglich fortzuführen. Wir arbeiten kontinuierlich an den nächsten Schritten zur Erweiterung. Dass Fehler passiert sind, ist klar, aber aus diesen wollen wir auch lernen«, so Klimpke zum nicht immer ganz reibungslosen Verlauf.

Er wird in der kommenden Saison als Sportlicher Leiter 3. Liga fungieren, denn ein Nachfolger auf der Trainerposition der zweiten Mannschaft ist bereits gefunden: Axel Spandau wird das Drittliga-Team zum 1. Juli übernehmen. Aktuell trainiert er noch die Oberliga-Männer der HSG Wettenberg, mit denen er ab Mitte April noch die Abstiegsrunde überstehen möchte. Danach wechselt er dann zu den Grün-Weißen.

Marvin Lindenstruth, Kreisläufer der HSG II und Kapitän der Mannschaft in den vergangenen Jahren, erhofft sich von diesem Trainerwechsel, »dass endlich wieder Ruhe und Kontinuität« auf diesem Posten einkehrt. Er kenne Spandau zwar »nur so durch den Handball in Mittelhessen« und habe noch nicht mit ihm gearbeitet, gibt sich aber recht zuversichtlich. Auch sein Feedback zur abgelaufenen Saison fällt positiv aus. »Wir sind alle froh, dass wir den Klassenerhalt frühzeitig geschafft haben. Nach dem sehr guten Start kamen einige Unruhen auf und damit ein Bruch in den Leistungen. Gerade auch mit Blick auf die dünne Personaldecke ist es deshalb umso schöner, dass wir unser Ziel auf diese Weise erreichen konnten. Oftmals wurde auch deutlich, dass der Zusammenhalt in der Mannschaft über der eigentlichen Spielstärke steht, sodass wir als Underdog trotzdem den ein oder anderen Favoriten ärgern konnten. Mit einer Nuance mehr Glück wäre eventuell sogar noch mehr drin gewesen,« fasst Lindenstruth die aufreibende Saison zusammen.

Andreas Klimpke arbeitet mit Hochdruck am Kader für die neue Runde. In den nächsten zwei bis drei Wochen sollen schon die ersten Vertragsverlängerungen fix gemacht werden, die Gespräche laufen bereits. An Abgängen stehen bisher Phillip Opitz, dessen Leihe endet, sowie Torwart Marcel Kokoszka, den es nach einer Saison in Wetzlar schon wieder weiter zieht, fest.

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