Klassen vermisst den Biss

  • vonSebastian Kilsbach
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(sks). Lich Basketball zog am Samstag im Fernduell um die Tabellenspitze in der 2. Regionalliga den Kürzeren. Nach der 78:81 (41:40)-Niederlage in Bad Bergzabern sind die Wetterstädter auf den dritten Rang abgerutscht.

Die Voraussetzungen im Duell an der deutsch-französischen Grenze waren auf dem Papier exzellent für das Team von Viktor Klassen. Mit zwölf Spielern war Lich angereist, zudem fanden rund 30 Gäste-Fans ihren Weg in die Kreishalle. Der TV fuhr jedoch ab der ersten Minute die Krallen aus und zwang den Aufstiegsfavoriten in ein offenes Match.

Jermale Jones, René Keller und Yannik Ribbecke sorgten zu Beginn für Ausrufezeichen in der Offensive. Auf der Gegenseite machte Thomas Neufeld einen guten Job in der Verteidigung des Bergzabener Schützen Jan Wroblewski, der am Ende nur einen Dreier netzen sollte. Unterm Strich ließen die Mittelhessen dennoch zu viele einfache Körbe zu. Vor allem Jeremy Black sollte mit satten 36 Punkten einen Sahnetag erwischen: Allein fünf Treffer von Downtown markierte der Innenspieler. So kam es, dass Lich einen Vorsprung aus acht Punkten bis zum Viertelende wieder herschenkte.

Die Gäste starteten im zweiten Viertel einen Konterlauf: Angefangen mit Neufeld, der aus der Distanz traf, zog Lich in dieser Phase davon. Bad Bergzabern behielt aber die Nerven: Die Acht-Mann-Rotation zelebrierte Kampfbasketball in Reinkultur und konnte vor der Pause auf 40:41 verkürzen.

"Uns hat der nötige Biss gefehlt, und in wichtigen Phasen haben wir wilde Abschlüsse genommen. Definitiv hatten wir auch starke Phasen, haben die Führung dann aber nicht ausgebaut", erklärt Coach Klassen. Zu viele kleine Fehler der Wetterstädter erwiesen sich als in der Summe zu viel. Im dritten Viertel waren es vor allem Ballverluste, die der TV mit mehreren Dreiern zu veredeln verstand. Immer wieder versuchte Klassen sein Team wachzurütteln. Die Hausherren hatten jedoch längst Blut geleckt und blieben am Drücker. Daran änderten auch zwei Dreier und ein Layup in kurzer Folge von Jones zu Beginn des Schlussabschnitt nichts. Unruhe prägte das Offensivspiel der Hessen, aus der Bergzabern Motivation zog und angeführt von Black eine einstellige Führung aufs Tableau zauberte. Bis in die Crunchtime blieb Lich zwar auf Tuchfühlung und hoffte auf Fehlwürfe der taktisch gefoulten TV-Akteure. An der Bonuslinie blieb der neue Tabellenfünfte aber schadlos.

Volle Konzentration auf das Spitzenspiel

"Jetzt gilt es, alle Energie in das kommende Topspiel gegen Bensheim zu Hause zu investieren", blickt Klassen bereits auf den Samstagabend. Es könnte die letzte Chance sein, im Duell um den Aufstieg ein Wörtchen mitzureden. Da nicht nur Bensheim, sondern auch Limburg am Samstag Pflichtsiege einfuhren, rutschte Lich auf den dritten Rang. Das mit 66:86 verlorene Hinspiel beim VfL ist für die Bierstädter ein weiterer Hemmschuh, droht so selbst im Fall eines Sieges der verlorene direkte Vergleich.

Lich: Ohly, Strack, Hungenberg, Keller (10), Wagner (4), Jones (31), Mühlich (11), Neufeld (3), Roith (2), Ribbecke (13), Külhan, Bölke (4).

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