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Der Holzheimer Timm Schneider, der immerhin 126 Spiele in der Bundesliga absolviert hat, gehört mit dem VfL Gummersbach zu den Aufstiegsaspiranten.

Klangvolle Namen im Unterhaus

  • VonMarkus Röhrsheim
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Am Wochenende startet auch die 2. Handball- Bundesliga in ihre neue Saison. Und nicht wenige sprechen davon, dass es die stärkste 2. Liga aller Zeiten sein wird. Mittendrin weiter der heimische Traditionsverein TV 05/07 Hüttenberg, der in diesem Haifischbecken erneut seinen Status verteidigen möchte.

Mit vier Absteigern wurde die Corona-bedingt aufgeblähte 1. Liga wieder auf 18 Mannschaften begradigt. Und die Eulen Ludwigshafen, die HSG Nordhorn-Lingen, TuSEM Essen und der HSC Coburg gehören zusammen mit einigen Vereinen, die bereits im Vorjahr den Aufstieg anvisiert hatten, zu den Aspiranten für ein sicher spannendes Rennen um die beiden Aufstiegsplätze.

Absteiger mit bewährten Kräften

Zumal die Absteiger weiter größtenteils auf bewährtes und durchaus auch namhaftes Personal setzen können. Nach vier Jahren im Oberhaus haben die Eulen Ludwigshafen zwar ihren Coach Benjamin Matschke an die HSG Wetzlar und auch den Kopf der Mannschaft, den zum TV Hüttenberg zurückgekehrten Dominik Mappes, verloren. Mit Ceven Klatt von den Rimpar Wölfen aber einen neuen Mann an der Seitenlinie, der die Liga kennt. Mit Stefan Salger kommt zudem ein wurfstarker Linkshänder zurück, der in Melsungen hinter Nationalspieler Kai Häfner nicht zu den erhofften Einsätzen gekommen ist.

TuSEM Essen, der überraschende Aufsteiger der Corona-Saison 2019/2020, wird nach der Rückkehr in die 2. Liga zum Saisonende den jungen Trainer Jamal Naji an den Bergischen HC verlieren. Die Mannschaft von der Margarethenhöhe ersetzte den zum HC Erlangen abgewanderten Kreisläufer Tim Zechel durch Markus Dangers, der als Führungsspieler vom Zweitliga-Absteiger aus Konstanz kommt. In Nordhorn kann Cheftrainer Daniel Kubes weiter auf so bewährte Kräfte wie den ehemaligen Magdeburger Rechtsaußen Robert Weber, aber auch den ehemaligen Wetzlarer Kreisläufer Nils Torbrügge setzen. Der Rückraum um den Ex-Hüttenberger Markus Stegefelt wurde zudem mit dem Ex-Göppinger Daniel Fontaine (zuletzt Bergischer HC) und Linkshänder Johannes Wasieleswki (aus Emsdetten) hochkarätig erweitert.

Mittelhessen- Fraktion in Franken

In Coburg hat die verantwortliche Mittelhessen-Fraktion um Geschäftsführer Jan Gorr und Trainer Alois Mraz dagegen die Hälfte des Kaders ausgetauscht. Mit dem Potsdamer Jan Jochens als Ersatz für Konstantin Poltrum und Merlin Fuß für Pontus Zettermann kamen zwei Junioren-Nationalspieler in die Veste-Stadt. Mit Dieudonné Mubenzem, der wie Fuß vom TV Hüttenberg kam, und dem Ex-Erlanger Kreisläufer Jan Schäffer kamen zudem erfahrene Spieler, die die Abgänge von Stephan Zeman, Christoph Neuhold, Pouya Norouzi und Drasko Nenadic kompensieren sollen.

Aber auch der im letzten Jahr auf der Zielgerade schwächelnde Altmeister VfL Gummersbach hat eine interessante Mischung aus Routiniers wie Janko Bozovic (Halbrechts), dem Holzheimer Timm Schneider, Linksaußen Raul Santos oder auch dem Halblinken Alexander Hermann sowie Talenten im Kader von Trainer Gudjon Valur Sigurdsson, der dennoch die Favoritenrolle den Absteigern zuschiebt.

Auch den in der Vorsaison etwas enttäuschenden SG BBM Bietigheim und ASV Hamm-Westfalen sollte, ebenso wie dem zuletzt vierplatzierten HC Elbflorenz, der sich zudem mit Christoph Neuhold (Coburg) und Rene Zobel (Balingen) Erstligaerfahrung holte, eine gute Rolle zugetraut werden. Und vielleicht mischt ja auch noch ein Überraschungsteam im Spitzenkampf mit. Der TSV Bayer Dormagen wäre durchaus ein Kandidat dafür.

Romero gibt Debüt als Cheftrainer

Einer von drei neuen Trainern in der Liga ist Iker Romero (zuletzt Co-Trainer bei den Recken in Hannover-Burgdorf) an der Seitenlinie der SG BBM Bietigheim. Der Spanier, der als Spieler zahllose Vereins- und Nationalmannschaftstitel sammeln konnte, soll bei seinem Chefcoach-Debüt dafür sorgen, dass man nach dem achten Rang im Jahr nach dem Erstligaabstieg vielleicht ins Aufstiegsrennen eingreifen kann.

Doch auch etliche Spieler fanden den Weg aus der Beletage ins Unterhaus. Neben drei aktuellen Lemgoer DHB-Pokalsiegern Dani Baijens, Alexander Reimann (beide ASV Hamm) und Fynn Hangstein (ThSV Eisenach) sind das auch die in der heimischen Region bestens bekannten Torhüter Tibor Ivanisevic (VfL Gummersbach - vorher HSG Wetzlar) und der Ex-Hüttenberger Konstantin Poltrum (Bietigheim - zuvor HSC Coburg). Aber auch der kroatische EM-Silbermedaillengewinner von 2020, Matej Asanin, gehört nach seinem Wechsel aus Zagreb zu den Eulen Ludwigshafen zu den klangvollen Keeper-Neuzugängen. Zudem sind auch im Feldspielerbereich einige Akteure aus dem Oberhaus in die 2. Liga gewechselt.

Wo lauert das Abstiegsgespenst?

Traditionell werden im Dunstkreis der abstiegsgefährdeten Teams die Aufsteiger erwartet. Doch zumindest den VfL Eintracht Hagen sollte man nicht unterschätzen. Mit der Verpflichtung des international- und erstligaerfahrenen Pouya Norouzi sowie Philipp Vorlicek aus Nordhorn hat der Neuling im Rückraum aufgerüstet. Mit dem HC Empor Rostock ist nach vierjähriger Abstinenz ein Traditionsverein mit zahlreichen Erfolgen vor der Jahrtausendwende zurück, der sich mit dem Ex-Erlanger Bundesliga-Kreisläufer Jonas Thümmler verstärkt hat. Es wird also nicht leichter für die Vereine, die bereits in der Vorsaison in der unteren Tabellenhälfte ins Ziel gekommen sind. So wird der heimische Vertreter TV 05/07 Hüttenberg sich mächtig ins Zeug legen müssen, um aus dem Kreis TV Emsdetten, Dessau Roßlauer HV, TuS Ferndorf und DJK Rimpar Wölfe möglichst viele Vereine in der Endabrechnung hinter sich zu lassen.

Gespannt darf man zudem sein, ob der EHV Aue und der letztjährige Aufsteiger TV Großwallstadt Aue ihre überraschend starken Platzierungen aus dem oberen Tabellendrittel bestätigen und der VfL Lübeck-Schwartau und der ThSV Eisenach am Saisonende im Juni sich auf einen einstelligen Tabellenrang verbessern können.

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