Kevin Kaguah rettet einen Punkt

(sno) Das Pech war dem SC Waldgirmes am elften Spieltag wahrlich treu: Gleich dreimal scheiterten die Gastgeber an der Unterkante der Latte. So kamen die Hausherren im Kellerduell der Fußball-Hessenliga gegen Viktoria Urberach trotz einer couragierten Leistung nicht über ein 1:1 hinaus und verpassten den lang ersehnten Befreiungsschlag.

Zwar konnte die Negativspirale von fünf Pleiten in Folge gestoppt werden, der SC bleibt aber auch im siebten Spiel hintereinander sieglos und verharrt im Tabellenkeller der Fußball-Hessenliga.

Bereits nach drei Minuten mussten die Lahnauer den ersten Nackenschlag einstecken: Nach einer Kopfballverlängerung von Mark Dillmann nutzte der Florian Beckmann die Gunst der Stunde und setzte den Ball unbedrängt aus 20 Metern volley ins rechte untere Eck – die frühe Führung für den Gast aus Urberach. Rund 20 Minuten benötigte Waldgirmes, um den Schock zu verdauen. Max Schneider war es, der mit einem Volleyschuss aus der Drehung Viktoria-Keeper Kacarevic auf dem falschen Fuß erwischte und nur an der Unterkante der Latte scheiterte (21.). Die Lahnauer nahmen das Spiel nun mehr und mehr in die Hand und kamen in der 29. Minute zur bis dato größten Möglichkeit. Nach einem langen Freistoß von Fabian Pötzl köpfte SCW-Kapitän Rafael Szymanski ("So viel Pech kann man normalerweise nicht haben") den Ball an die Latte. Von dort sprang er zu Kevin Kaguah, dessen Kopfball ebenfalls am Querbalken landete – der dritte Lattentreffer binnen zehn Minuten! Der SC drängte auf den Ausgleich, musste in der 41.

Minute aber froh sein, nicht eiskalt bestraft zu werden. Nach einem haarsträubenden Fehlpass fand sich Florian Beckmann plötzlich frei vorm SC-Tor wieder. Doch SCW-Torhüter Nils Holzhäuser bewahrte sein Team mit einer starken Parade vor einem höheren Rückstand – so blieb es beim 0:1 zur Pause.

Beide Teams plagten große Verletzungssorgen. Zur Ausfallliste der SC Waldgirmes gesellten sich seit letzter Woche auch noch Sascha Kuche (Knöchelbruch) und Edvinas Petkus (Oberschenkelzerrung). Viktoria-Trainer Thomas Epp fuhr gar nur mit einem dezimierten Kader von 14 Spielern nach Mittelhessen. Das war beiden Mannschaften vor allem in der zweiten Hälfte anzumerken, als viel Leerlauf das Spiel bestimmte. Das Bemühen war dem SC Waldgirmes stets anzusehen, oft aber fehlte die Genauigkeit in den entscheidenden Aktionen. Jubeln konnten die Hausherren dann aber doch noch. In der 76. Minute reagierte Kevin Kaguah nach einem Einwurf von Szymanski im Gewühl des Strafraums am schnellsten und beförderte den Ball zum hoch verdienten Ausgleich und gleichzeitigen Endstand ins Netz. "Mit der Leistung heute hätten wir eigentlich gewinnen müssen", befand Willi Wagner. "Entscheidend war aber, dass uns das zweite Tor einfach nicht geglückt ist."

Ein Punkt gegen Viktoria Urberach ist für den SC Waldgirmes in der momentanen Situation im Grunde zu wenig. Aufgrund der Leistung aber ein Schritt in die richtige Richtung. "Wir hätten heute mehr verdient gehabt. Wir haben vernünftig gespielt, das macht definitiv Mut für die nächsten Wochen", blickt Kapitän Rafael Szymanski nach vorne. Die Hoffnung schwingt mit, dass angeschlagene Spieler zurückkehren – und der Ball vielleicht auch mal von der Unterkante der Latte hinter die Linie springt.

SC Waldgirmes: Holzhäuser – Delzer (ab 46. Aktas), Pötzl, Celiksoy, Siegel (ab 46. Aydin) – Lang, Kaguah – Vogt (ab 75. Pfeiff), Szymanski, Schneider – Langholz.

Viktoria Urberach: Kacarevic – Braus, Gavric, Wolf, Purcell – Betz, Selmanaj – Beckmann (ab 89. Lötschert), Pavlovic, Brankovic ( ab 62. Oezguen) – Dillmann (ab 84. Hartmann).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Orschulok (Baunatal) – Zuschauer: 200 – Tore: 0:1 Beckmann (3.), 1:1 Kaguah (76.) – Gelbe Karten: Celiksoy – Selmanaj.

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