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Angelique Kerber macht nach ihrem Sieg ein Selfie mit dem Pokal des Turniers.

Kerber befreit sich

  • VonDPA
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(dpa). Völlig gelöst und mit ihrem ersten Titelgewinn seit ihrem Wimbledon-Triumph vor drei Jahren kehrt Angelique Kerber an den Ort ihres größten Erfolgs zurück. Zwei Tage vor dem Auftakt des Rasenklassikers in Wimbledon hat die beste deutsche Tennisspielerin mit einem verdienten 6:3, 6:2 gegen die ungesetzte Tschechin Katerina Siniakova das Finale von Bad Homburg gewonnen.

Nach Monaten voller enttäuschender Auftritte und Zweifeln ist bei Kerber rechtzeitig vor Wimbledon das Strahlen zurück.

»Für mich persönlich ist es ein sehr spezieller Sieg. Es war keine leichte Zeit die letzten Jahre, vor allem die letzten Monate«, sagte die Wimbledonsiegerin von 2018. Redselig und locker wie selten meisterte die Turnierbotschafterin nach dem Endspiel am Samstag auch die Siegerehrung. »Jetzt hier zu stehen, als Siegerin vom Platz zu gehen mit einem Titel, ist für mich wirklich etwas ganz Besonderes. Ich habe wirklich hart gearbeitet«, sagte sie.

Mit einem langen »Jaaaa« hatte die Weltranglisten-28. ihren 13. Titel gefeiert, glücklich mit ihrem Trainer Torben Beltz abgeklatscht und sich mit den aus der erfolgreicheren Vergangenheit bekannten Kusshändchen beim Publikum bedankt. Mit dem lange nicht erlebten Glücksgefühl und etwas mehr Zuversicht reist Kerber nun nach London.

»Es war nicht einfach. Wir haben viele Aufs und Abs erlebt«, sagte die Kielerin, die es in der Coronavirus-Pandemie vermisst hatte, vor Publikum zu spielen. Sie sprach davon »Gänsehaut« zu haben und davon, dass auch die 600 Zuschauer sie getragen und gegen ihre Müdigkeit geholfen hätten. »Besser hätte es nicht laufen können«, sagte Kerber in der ARD. »Ich habe mich so wohl gefühlt. Ich bin froh, dass ich endlich mal wieder ein Turnier gewonnen habe. Ich werde jetzt natürlich mit Selbstvertrauen nach Wimbledon reisen.«

Gegen die tschechische Außenseiterin Siniakova musste die deutsche Nummer eins nicht ihr bestes Tennis spielen. Das Finale reichte nicht an die Qualität ihres Halbfinals gegen die zweimalige Wimbledon-Siegerin Petra Kvitova heran.

Am Tag nach zwei Matches mit insgesamt sechs Sätzen präsentierte sich die Schleswig-Holsteinerin aber insgesamt erneut bei ihrem sonst oft schwachen Aufschlag verbessert. Von der Grundlinie war die deutsche Nummer eins gegen Doppelspezialistin Siniakova oft die bessere und konstantere Spielerin und beeindruckte mit ihrer Vorhand die Linie entlang. Die Weltranglisten-76. Siniakova konnte auch eine schwächere Phase von Kerber nicht nutzen. Die French-Open-Siegerin im Doppel machte zu viele Fehler. Mit dem Spiel zum 4:2 hatte Kerber den Widerstand gebrochen.

Der für Wimbledon vielleicht noch bedeutenderen Sieg war ihr im Halbfinale gegen die an eins gesetzte Kvitova gelungen. »Ich denke, dass es schon sehr wichtig ist«, räumte sie ein. »Dass ich mir selber gezeigt habe, dass ich solche enge Partien weiter gewinnen kann.«

Zwei Jahre lang hatte die Linkshänderin kein Finale mehr gespielt. Auf die Final-Niederlage 2019 in Eastbourne war ein rätselhaftes Zweitrunden-Aus in Wimbledon gefolgt. Diesmal sind Erwartungen über die ersten paar Runden hinaus nicht angebracht. Schließlich hatte sich die dreimalige Grand-Slam-Turniersiegerin in diesem Jahr mit dem Erstrunden-Aus bei den Australian Open und den French Open blamiert.

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