Die "Kellerkinder" stehen unter Druck

(fro) In der Fußball-Verbandsliga Mitte genießen die drei Gießener Sportkreisvertreter allesamt Heimrecht. Aufsteiger Eintracht Lollar empfängt heute den FV Breidenbach. Der SC Teutonia Watzenborn-Steinberg hat am Sonntag Germania Schwanheim zu Gast, während der Türkische SV Wiesbaden beim VfB 1900 Gießen gastiert.

Die Hessenliga-Reserve des SC Waldgirmes steht derweil vor einer hohen Auswärtshürde, denn es geht zum VfB Wetter.

Das Spitzenspiel steigt auch am Sonntag, wenn der SV Wiesbaden Tabellenführer FC Ederbergland empfängt. Zum Verfolgerduell kommt es zwischen der SG Oberliederbach und dem TSV Steinbach. Der Tabellenzweite Viktoria Kelsterbach empfängt den VfB Unterliederbach. Heute wird zudem die Wetzlarer Eintracht beim FV Biebrich 02 vorstellig.

Wiedersehen mit Sichmann

Eintracht Lollar – FV Breidenbach (heute, 15.30 Uhr): In der Partie gegen die Hinterländer kommt es für die Eintracht zu einem Wiedersehen mit Ex-Trainer Peter Sichmann. Der ehemalige Profi hat die Lollarer am vergangenen Mittwoch in Waldgirmes in Augenschein genommen. Durch die beim SC bezogene 0:3-Niederlage steht die Elf von Trainer Ingo Flechtner als Tabellenletzter weiter unter Druck. "Die Enttäuschung sitzt tief. Nach dem 0:2 gingen die Köpfe vieler Spieler nach unten. Hier fehlen uns Typen wie Oliver Schmidt, Heinz Stehle und Olivio Muayi, die das Spielverständnis haben und gleichzeitig wissen, wann sie die Sense auspacken müssen. Die Schere hin zu den jungen Spielern ist zu groß.

Sie müssen mehr von den Etablierten annehmen und sich ihre Lorbeeren erst noch erarbeiten", sagt Flechtner. Dennoch möchte der 47-Jährige die Partie gegen den FV mit neuem Mut angehen. "Wir stellen uns auf einen heißen Tanz ein und müssen tief in die Trickkiste greifen, um gegen diesen kampfstarken Gegner zu bestehen", fordert Flechtner. Antonio Muayi steht der Eintracht aufgrund beruflicher Veränderungen nicht mehr zur Verfügung.

Eintracht Lollar, Aufgebot: Hartmann, Thomas; Akci, Apostolou, Ay, Bubbel, Frank, Güngör, Kotcheu-Tchatchu, Koyuncu, Olivio Muayi, Schmidt, Stehle, Taskin, Tomicic, Wachter, Yedikat. – Birk und Ersentürk (beide verletzt) fehlen.

FV Breidenbach, Aufgebot: Lokoc, Keiner; Afriyie, Baum, Beckmann, Bender, Blöcher, Brandl, Claudi, Damm, Förster, Konecny, Moreno, Müller, Osvath, Plum, Schmitt, Thomas, Wellner. – Der FV ist komplett.

Erster Sieg unter Dönges?

SC Teutonia Watzenborn-Steinberg – Germania Schwanheim (Sonntag, 15 Uhr): Der neue SC-Trainer Oliver Dönges feiert seine Premiere vor heimischem Publikum. Der erste Heimsieg dieser Saison wäre hierfür natürlich ein guter Einstieg. "Wir wollen aus dem Tabellenkeller raus. Daher musst du solche Spiele gewinnen. Wir wollen uns nicht nach dem Gegner orientieren, sondern auf eigenem Platz selbstbewusst auftreten. Die Leistung meiner Mannschaft beim Tabellenführer FC Ederbergland war bis zur 75. Minute in Ordnung. Dies zeigt mir, dass wir gegen jede Mannschaft etwas holen können. Wir müssen allerdings weiter an den Kleinigkeiten arbeiten und bis zum Schluss eines Spiels voll bei der Sache sein", sagt Dönges. Der 37-Jährige warnt allerdings davor, den Aufsteiger nach vier Niederlagen in Folge auf die leichte Schulter zu nehmen. "Mit Jens Bretthauer hat die Germania einen torgefährlichen Stürmer, den wir im Blick haben müssen. Ich traue meiner Elf zu, dass sie eine positive Serie starten kann. Patrick Neubert hat in der vergangenen Woche ohne Schmerzen trainiert und steht vor seinem Comeback", erklärt Dönges.

SC Teutonia Watzenborn-Steinberg, Aufgebot: Wagner, Gros; Bathomene (?), Keleci, Mendez, Mohr, Neubert (?), Özen, Priebe, Rechner, Runkel, Sakarya, Schmandt, Tega. – Es fehlen Zimmermann (gesperrt), Lehmann, Michel, Miqdad, und Weber (alle verletzt).

Germania Schwanheim, Aufgebot: Kern, Baumbach; Akcakaya, Azaoum, Bretthauer, Colak, Drtje, El Ourdani, El Uordni, Göttmann, Müller, Römer, Sinanaj, Stumm, Terrell, Weimer, Wenzel, Wohl. – Es fehlt Trigilia.

In der Erfolgsspur bleiben

VfB 1900 Gießen – Türkischer SV Wiesbaden (Sonntag, 15 Uhr): Mit einem 6:2-Erfolg bei Aufsteiger Germania Schwanheim beendete der VfB 1900 am vergangenen Wochenende seine kurze Durststrecke. "Wir haben erfrischenden Fußball gezeigt und auswärts zweimal einen Rückstand wettgemacht. Dies zeigt, dass wir wieder auf einem guten Weg sind. Gegen den Türkischen SV wollen wir nachlegen. Allerdings ist dieser Gegner unberechenbar. Auf der einen Seite sind sie schlagbar. An einem guten Tag können sie dir aber richtig wehtun", sagt Stefan Hassler. Die Wiesbadener sieht Hassler nach ihrer 3:7-Niederlage gegen die SG Oberliederbach unter Zugzwang.

"Sie werden auf Wiedergutmachung aus sein, was die Aufgabe für uns nicht leichter macht. Wir müssen von Beginn an Druck machen, um Dominanz auf den Platz zu bringen", fordert Hassler. Der Fußball-Lehrer hatte in Schwanheim Gino Parson und Maximilian Ott zunächst auf der Bank Platz nehmen lassen. "Nach zwei Niederlagen war es legitim, dass man sich als Trainer Optionen überlegt. Die Qualität der beiden steht aber in keiner Weise in Frage. Mit Lucass Onar und Erkan Hasan konnten wir auf den Außenpositionen der Viererkette das spielerische Element im Spielaufbau erhöhen", erklärt Hassler seine Maßnahme.

VfB 1900 Gießen, Aufgebot: Säglitz, Naujoks; Atanasoski, Binz, Celik, Chabou, Hasan, Iyasere, Maro, Onar, Ott, Ouattara, Parson, Pusch, Ranke, Samun, Vural, Wolf. – Marx, Miftari, Yener (Reserve), Bund (krank), Agirman und Schneider (beide verletzt) stehen nicht zur Verfügung.

Türkischer SV Wiesbaden, Aufgebot: Topalov, Yilmaz; Arslan, Aryan, Asil, Balikci, Bektas, Demirtas, Genc, Karaahmet, Kress, Öztürk, Sari, Smith.

"Spiel auf Augenhöhe"

VfB Wetter – SC Waldgirmes II (Sonntag, 15 Uhr): Mit dem 3:0-Erfolg über Eintracht Lollar konnte sich die Elf von Trainer Ralf Landgraf etwas Luft verschaffen. Diesen Schwung möchte der SC nun nutzen, um beim Tabellenvorletzten VfB Wetter nachzulegen. "Bei uns war am Mittwoch eine Steigerung erkennbar. Bei einer konsequenteren Chancenverwertung hätten wir den Sack bereits früher zumachen können. Unterm Strich war es nicht unser bestes Spiel, aber wir haben verdient gewonnen", analysiert Landgraf den aus seiner Sicht wichtigen "Pflichtsieg". Die Partie in Wetter schätzt der 38-Jährige deutlich schwieriger ein. "Dies wird ein Spiel auf Augenhöhe. Der VfB steht kompakt. Wir werden einen Tick defensiver ausgerichtet spielen. Wir streben drei Punkte an, um uns einen weiteren Puffer zur Abstiegszone zu schaffen", meint Landgraf.

VfB Wetter, Aufgebot: Cerny, Sohn; Amiri, Bach, Bamberger, Beltz, Besel, Ehm, Eichert, Gröb, Hesse, Ipek, Kilercioglu, Lölkes, Mootz, Muth, Sander, Schulz. – Es fehlt Ellerich (verletzt).

SC Waldgirmes II, Aufgebot: Holzhäuser, Fünfsinn; Heuser, Gries, Dienst, Yaglu, Sigel (?), Aydin (?), Vinetic, Kusebauch, Adler, Pfeiff, Schmitt, Azizi, Basustaoglu, Al Jarrah, Günes, Steinmetz, Vogt, Delzer (?). – Mett (krank), Döring, Schappert und Hartmann (alle verletzt) fehlen.

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