Kellerduell am Bodensee

(jsa), Der TV 05/07 Hüttenberg gastiert in der 2. Handball-Bundesliga zum Abstiegskrimi bei der HSG Konstanz. Der Anpfiff am Bodensee ertönt heute um 20 Uhr.

In der Liga ist die "Schänzle-Hölle" bei jedem Gegner gefürchtet. Eine Halle mit einseitiger Tribüne gegenüber den Ersatzbänken. Quasi Auge in Auge mit den Zuschauern wird die Halle direkt an der Mündung des Rheins in den Bodensee nicht selten zum Tollhaus. Darauf nicht vorbereitet, geht der Gast auch mal schnell nebenan baden. Was für die Gastmannschaften oftmals unangenehm wird, pusht die HSG Konstanz mal um mal in ihren Kämpfen um den Klassenerhalt zu den benötigten Punkten.

Doch am Freitagabend wird alles anders sein. "Vielleicht ist es sogar ein Vorteil für uns", meint Hüttenbergs Interimscoach Johannes Wohlrab. Gemeint sind die - diese Saison so üblichen - leeren Ränge. Etwas, was jedem Heimverein schmerzt und doch der HSG irgendwie besonders - auch in finanzieller Hinsicht. So sehr, dass Vereinspräsident Otto Eblen vor wenigen Tagen eine emotionale Videobotschaft an alle Beteiligten, Sponsoren und Stadt sendete. Im Jahr ihres 40. Geburtstag geht Konstanz die Corona-Pandemie finanziell an die Nieren. Aus der Not heraus wurde eine Crowdfounding-Aktion ins Leben gerufen, die fünf Tage vor Ablauf bereits über 51 000 Euro eingebracht hat. Positive Dinge, die Trainer und Sohn des Präsidenten, Daniel Eblen, mitnehmen will in das Duell gegen Hüttenberg.

Ähnliche Baustellen beschäftigen auch den TVH diese Saison. Und so ähnlich die Gegebenheiten beider Vereine rundherum sind, so synchron bewegen sie sich derzeit auch durch die 2. Liga. Beide Teams haben vier Pluspunkte bisher gesammelt, der Gastgeber allerdings zwei Spiele wegen Corona bedingten Absagen weniger.

Und doch sollten die Mittelhessen gewarnt sein, denn beide bisherigen Siege holten die Konstanzer zu Hause - gegen Dessau (31:26) und gegen Ferndorf (29:26). Trainer Daniel Eblen zum bisherigen Saisonverlauf: "Wir sind nicht 100 Prozent zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen. Wir hatten eine starke Vorbereitung, haben uns oftmals nicht gut angestellt und teilweise schlechte Spiele gezeigt. Wenn wir dann mal ein Spiel gewonnen haben, wurde das darauffolgende jeweils wegen Corona abgesagt. Das hat uns vielleicht etwas den Schwung genommen."

Sein Gegenüber Johannes Wohlrab baut auf die guten Erfahrungen aus der letzten Partie in Konstanz, die der TVH mit 23:18 für sich entschied. "Wir haben gute Erinnerungen an Konstanz. Letztes Jahr sind wir auch personell gebeutelt angereist und konnten am Ende etwas Zählbares mitnehmen." Selbiges soll - und muss schon fast aufgrund der Tabellensituation - seiner Mannschaft gelingen.

Wie? "Wir müssen auf das Zusammenspiel zwischen Rückraum und Kreisläufer achten. Teile ihrer Abläufe sind erkennbar, weshalb wir uns darauf vorbereiten und uns was einfallen lassen werden." Wichtig wären die Punkte, damit der TVH sich oberhalb des Abgrunds orientieren kann.

Personell muss Trainer Johannes Wohlrab noch um den Einsatz des angeschlagenen Christian Rompf bangen, Moritz Zörb und Stefan Kneer fallen hingegen definitiv weiterhin aus. Bei Routinier Kneer besteht die leise Hoffnung, dass im Kalenderjahr 2020 noch ein Einsatz möglich ist, bei Moritz Zörb ist die Rückkehr ungewiss.

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